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Oranienburg Oranienburger Schlosspark wird für die Zeit nach der Corona-Krise fit gemacht
Lokales Oberhavel Oranienburg Oranienburger Schlosspark wird für die Zeit nach der Corona-Krise fit gemacht
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10:57 26.03.2020
Derzeit müssen die kleinen und großen Besucher leider draußen bleiben. (Archivbild Sommer 2018) Quelle: Steffen Höft
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Oranienburg

Oranienburgs größter Garten ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Richtig herrlich natürlich ist es dort, wenn es in allen Ecken blüht und duftet, wenn die Tage wieder länger und wärmer werden. Inzwischen hat sich der Frühling längst eingestellt im Schlosspark, hat alles wunderschön bunt eingefärbt, Osterglocken und Hornveilchen strahlen um die Wette: beste Voraussetzungen für einen Ausflug in den Freizeit- und Familienpark, der längst weit über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bekannt ist.

Arbeit hinter den Kulissen

Aufgrund der Corona-Krise ist der Park nun zunächst bis einschließlich 30. April 2020 für Besucher geschlossen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dort jetzt alles stillsteht. Die Schlosspark-Gärtnerbeispielsweise kümmern sich in „Notbesetzung“ ums Wässern der Pflanzen oder das Rasen mähen. Servicemitarbeiter wiederum prüfen die Heizungsanlage in der Blumenhalle. Der Betrieb muss aufrechterhalten werden, damit der Park so schön und einladend ist wie immer, sobald er seine Tore wieder öffnet. Der Einsatz der Mitarbeiter vor Ort, wenn auch auf ein Minimum reduziert, sei unerlässlich, „denn so ein Park kann nun einmal nicht vom Homeoffice aus gepflegt werden“, sagt Jürgen Höhn, Geschäftsführer der Tourismus und Kultur Oranienburg (TKO) gGmbH, Betreiberin des Schlossparks. Den momentan notwendigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zueinander hielten die Kollegen bei der Arbeit natürlich ein.

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Reikja Priemuth, Leiterin des grünen Klassenzimmers im Schlosspark Quelle: TKO Oranienburg

Auch im Grünen Klassenzimmer, einem ganz besonderen Ort für alle Naturinteressierten und -faszinierten im historischen Teil des Schlossparks, steht die Zeit trotz der Krise nicht still. Leiterin Reikja Priemuth und ihre Kollegenn haben schon einige neue Attraktionen aufgebaut. So ist jetzt ein kleiner Dinosaurier zu bewundern, eine Dauerleihgabe aus dem Tier-, Freizeit- und Urzeitpark Germendorf. Wissenswertes zu der Urzeitechse finden Besucher auf einer Informationstafel. Die beiden daneben kürzlich gepflanzten Mammut- und Ginkgobäume erwecken zudem den Eindruck, als befände sich der Dino in seinem gewohnten Lebensraum vor ungefähr 220 Millionen Jahren.

Findlingspfad und Insektenhotel sind die Attraktionen

Direkt am Eingang zum Grünen Klassenzimmer wartet eine weitere Attraktion: ein Findlingspfad. Die Gesteine sind die Spende einer Firma, die sie in ihrer Kiesgrube in Falkenthal geborgen hat. Ausführlich und anschaulich beschrieben sind die Gesteine (Kalkstein, Porphyr, Gneis und Pegmatit) auf einer Reihe druckfrischer Informationstafeln. Fossilien, gestiftet von dem Oranienburger Hans Haschke aus dessen privater Sammlung, erzählen die Geschichte von Inlandeis und Schmelzwasser. An den Findlingen angebrachte Lupen erlauben einen genauen Blick auf jedes Gestein und dessen Kristalle.

Ihrem Ziel, das Grüne Klassenzimmer noch informativer und vor allem interaktiver für Individualbesucher zu gestalten, ist Reikja Priemuth damit wieder ein Stück näher gekommen. Doch es geht weiter: Ein großes Insektenhotel entsteht gerade in der Wildblumenwiese, ein Nist- und Brutplatz für gefährdete Wildbienenarten ebenfalls. Das 2018 angelegte Magerrasenbiotop hat sich inzwischen vorbildlich entwickelt und wird demnächst beschildert. Spannende Themenführungen für Kita- und Grundschulklassen bietet Reikja Priemuth auch 2020 an.

Die Infotafeln am Findlingspfad. Quelle: Tko Oranienburg

„Wann auch immer wir wieder öffnen: Wir freuen uns auf den Tag, ab dem die Oranienburgerinnen und Oranienburger endlich wieder ihren Garten besuchen, wir wieder Gäste aus nah und fern begrüßen können. Bis es soweit ist, pflegen wir diesen Garten für sie alle“, meint Jürgen Höhn.

140.000 Schlosspark-Besucher wurden allein 2019 gezählt. Das kommt nicht von ungefähr. Denn auf dem 30 Hektar großen Gelände findet jeder sein Plätzchen, liegen Entspannung, Kulturerlebnis und Familienspaß ganz nah beieinander. Der Park ist ein Ort für alle, die sich nach Bewegung im Grünen sehnen, nach Spaziergängen oder Sport, einer, an dem Kinder ausgelassen toben können. Während die Kleinen etwa die Hüpfkissen, Trampoline oder Kletterfelsen erobern, sich in der Wasserspiellandschaft amüsieren oder nach Herzenslust an der Matschstraße spielen, können die Eltern den Nachwuchs vom Liegestuhl aus im Blick behalten. Das Picknick in Weiß im Juli und die Schlosspark-Nacht im August sind Höhepunkte jedes Jahres. Hoffentlich auch in diesem.

Von MAZonline