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Oranienburg Im Fahrrad-Sattel von Oranienburg bis nach Malmö
Lokales Oberhavel Oranienburg Im Fahrrad-Sattel von Oranienburg bis nach Malmö
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10:04 13.07.2019
Vater Ronny Gey und Sohn Douglas traten fünf Tage lang in die Pedale und kamen so von Oranienburg bis nach Malmö. Quelle: privat
Oranienburg

Nur Zeit für Vater und Sohn sollte diese Tour bieten. Beide wollten zusammen von Oranienburg zur Ostsee radeln und unterwegs in der Natur übernachten. Ein Abenteuer für Männer und für Jungs. Am Ende erstrampelte sich das Duo an vier Tagen 280 Kilometer und kam am 5. Tag sogar weiter als gedacht. Letztlich bleibt bei Vater Ronny Gey die Erkenntnis: „Brandenburg ist so schön. Das sollte man öfter machen.“

Die Idee, ohne seine Frau und die kleine Tochter in den Urlaub zu starten entstand, weil Sohn Douglas durch die Geburt der Tochter seit zwei Jahren weniger Aufmerksamkeit bekommen habe: „Er sollte einmal die Hauptrolle spielen und wir wollten Zeit für uns haben.“ Denn hinzu kommt, dass er nicht der leibliche Vater ist. Nach der Heirat mit Douglas’ Mutter im vergangenen Jahr sollte der Zehnjährige spüren, dass er auch für ihn ganz da ist.

Gegend wird intensiv erlebt

So brachen Groß und Klein am ersten Ferientag zu ihrer Anfangsetappe nach Fürstenberg auf. Bereits an der Stadtgrenze gab es in Bernöwe die erste Überraschung. „Da war ein Gehege mit Wollschweinen. So etwas hatten wir noch nicht gesehen und uns köstlich amüsiert“, schmunzelt Papa Gey. Danach gewann er auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen die erste Erkenntnis: „Weil man langsamer als mit Auto unterwegs ist, nimmt man die Gegend intensiver war.“

Douglas am Wollschweingehege in Bernöwe. Quelle: privat

Im Ziegeleipark Mildenberg hielten sie für eine Besichtigung und Fotos von Douglas als Lokführer der Lorenbahn. In Malchow brach der Fahrradständer vom 24er-Mountainbike des Jungen unter der Gepäcklast. „Wir hatten jeder Sachen für eigentlich neun Tage mit“, begründet der Papa. Douglas nimmt’s leicht und schwärmt vom Bad im Wentowsee: „Das war voll angenehm.“

Douglas als Lokführer in Mildenberg. Quelle: privat

Am Etappenziel zog ein Unwetter auf. Der Plan, unter freiem Himmel zu übernachten, musste zurückstehen. Zum Glück sahen sie einen Hinweis auf die „Radlerhütten“. Ganz spartanisch ohne Bett, aber Douglas strahlt immer noch glücklich: „Die Duschen waren geil.“ Die ersten 80 Kilometer waren geschafft.

Trotz des Regens zu Beginn radelte Douglas tapfer weiter bis Fürstenberg. Quelle: privat

Platter und keine Luftpumpe

Vom nächsten Tag an schien die Sonne, als beide in die Sättel stiegen. „Die Landschaft ist top. Als Stadtratte bekommt man das nicht so mit“, schwärmt Ronny Gey. Waren an der Müritz war das Ziel und davor war Baden am Linstower See angesagt. Im Reifen von Papa Gey sorgte inzwischen eine Glasscherbe für einen Platten. „Wir hatten an Werkzeug und Ersatzschläuche gedacht, aber nicht an eine Luftpumpe“, schüttelt er den Kopf.

Doch andere Radler halfen aus. „Alle, denen wir begegnet sind, waren total begeistert, dass Douglas das so mitmacht“, erzählt der stolze Vater und lobt, „Respekt, dass er so durchgehalten hat.“ Salben oder Schmerzmittel mussten nicht zum Einsatz kommen.

Imbiss an der Dorfstraße in Wustrow. Quelle: privat

Am dritten Tag stand die Besichtigung von Schloss Güstrow auf dem Programm, das Ronny Gey sich zuvor überlegt hatte. „Es war auch alles gut ausgeschildert“, denn ihre Navis konnten die Wildcamper ja kaum aufladen.

Vater Ronny Gey und Sohn Douglas traten fünf Tage lang in die Pedale und kamen so von Oranienburg bis nach Malmö Quelle: privat

Am vierten Tag erreichten sie Warnemünde. „Douglas wollte unbedingt zur Ostsee“, sagt sein Vater. Am Ende ist der Junge weniger vom recht kühlen Wasser begeistert als von den Wellen. Und eines ist ihm wichtig: „Dass ich das alles allein mit Papa gemacht habe.“ Der Bonus sei dann am Tag darauf die Fährfahrt ins schwedische Trelleborg gewesen.

Vater Ronny Gey und Sohn Douglas traten fünf Tage lang in die Pedale und kamen so von Oranienburg bis nach Malmö. Quelle: privat

Von dort ging es weitere 35 Kilometer mit dem Fahrrad bis nach Malmö und am Abend wieder zurück auf die Nacht-Fähre. „Nach sechs Tagen hatten wir das Bedürfnis, nach Hause zu kommen.“ Douglas vermisste seine Mutter und sein Papa die Frau.

Etwas Schlaf gibt es auf der Nachtfähre von Trelleborg nach Warnemünde.. Quelle: privat

„Im nächsten Jahr wollen wir gucken, dass wir uns alle zusammen eine Route suchen“, plant Ronny Gey, „oder dass wir zumindest die Fahrräder in den Urlaub mitnehmen.“ Ein 28er-Mountainbike dafür hat sich Douglas längst ausgeguckt: „Ich will eines wie Papa mit 28 Gängen haben. Mein Favoriten-Fahrrad ist rot mit violett gemischt.“ Zu Weihnachten wird er es bekommen.

Von Matthias Busse

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