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Oranienburg Regionalmuseum: Oberhavel-Geschichte wird erlebbar
Lokales Oberhavel Oranienburg Regionalmuseum: Oberhavel-Geschichte wird erlebbar
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13:22 31.05.2019
Ulrike Rack und Torsten Milkert – hier in der „Runge-Ecke“ – gestalten das Museum wesentlich mit. Quelle: FOTOS: Robert Roeske
Oranienburg

Die Vorhänge sitzen akkurat. Die Wände sind mit freundlichen Farben versehen. Bilder hängen am rechten Fleck. Der Fußboden ist poliert. Vitrinen sind neugebaut. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Farbtöpfe stehen griffbereit. Säge, Hammer und Akkuschrauber sind in Reichweite. Noch unverbaute Holzlatten warten darauf, auf Maß gesägt zu werden. Der Baustaub wabert im Raum. Es riecht nach Arbeit.

Ulrike Rack, „Mausfried“ und Dezernent Matthias Rink. Quelle: Robert Roeske

Mühevolle Detailarbeit

Das Kreismuseum Oberhavel, welches künftig Regionalmuseum Oberhavel (Remo) heißt, befindet sich mitten im Umbau. Die Hälfte der elf Räume im Oranienburger Schloss ist bereits umgestaltet, die andere Hälfte wird gerade in mühevoller Detailarbeit fertiggestellt. Das Museum ist nach wie vor geschlossen. Der MAZ wurde ein Einblick gewährt. „Das ist sozusagen eine Weltpremiere“, sagt der zuständige Dezernent des Landkreises Oberhavel, Matthias Rink.

„Mausfried begleitet die Besucher

Das Regionalmuseum Oberhavel wird in Zukunft rückwärtsgewandt sein. Aber nur in seinem Aufbau. Der Besucher wird auf eine Zeitreise geschickt – beginnend vom Jetzt einige Jahrhunderte weit zurück. Und immer mittendrin: Mausfried. Das ist die Figur, die Ulrike Rack erfunden hat und die als Maskottchen überall im Museum auftaucht; in Menschengröße, als Aufkleber, als Hinweisgeber. „Mausfried führt die Besucher quasi durchs Museum und ist ein Wegweiser“, sagt Matthias Rink. Die Figur empfängt die Gäste bereits im ersten Raum „und informiert bereits dort über alles, was im Museum zu finden sein wird“, erklärt Ulrike Rack. Der Betreiber des Museums, der Landkreis, bedient sich dabei der digitalen Technik. Auf einem selbst zu bedienenden Bildschirm kann man sich durch die Inhalte klicken. „Und der Empfangsraum wird Platz bieten für kleine kulturelle Veranstaltungen“, ergänzt Matthias Rink.

Oranienburg (Oberhavel) Kreismuseum. Neu gestaltete Bereich und Konzepte des Kreismuseums vorgestellt. Quelle: Robert Roeske

Die DDR-Epoche wird ausführlich dargestellt

ist Der Kreis Oberhavel mit all seinen Besonderheiten wird im zweiten Raum gezeigt. Ein Highlight: die Tafel der Persönlichkeiten, die aus Oberhavel kommen oder Berührungspunkte mit dem Landkreis hatten: Gernot Bronsert, international erfolgreicher Musiker (Schildow), Michael Schwandt, einstiger Schlagzeuger von Karat (Bergfelde), Künstler Wieland Förster (Wensickendorf) oder die Fußballer Michael Hartmann von Hertha BSC (Borgsdorf) und Sebastian Mielitz vom dänischen Klub Sonderjysk (Neulöwenberg) finden dort ihren Platz. „Wir wollen damit zeigen, was Oberhavel zu bieten hat, wie krass und wie inspirierend Oberhavel ist“, so Ulrike Rack. Im nächsten Raum werden Erinnerungen wach: Dort geht es um die Zeit zwischen 1989 und 1945. Es mutet an wie ein kleines DDR-Museum. Armeekleidung, Taschen, Pionierhalstuch, Poster („Freundschaft für immer“), Urkunden, Bilder. Die Mauer wurde ein Stück nachgebaut. In einem Schrank finden sich neu recherchierte Akten zu den Mauertoten in Oberhavel. Die Armeestandorte im Kreis sind alle aufgeführt. Ein Film mit Originalaufnahmen über die Gründung der SDP im Oktober 1989 in Schwante läuft. Aufgebaut wurde nicht nur dieser Raum, sondern das gesamte Museum aus museumspädagogischer Sicht. Einige der Ausstellungsstücke lagerten beim Landkreis, andere wurden gekauft, es gibt auch Dauerleihgaben.

Exponate liebevoll zusammengestellt

Eine sehr große Aktie an der Entwicklung und der Neugestaltung des Regionalmuseums haben Ulrike Rack und Torsten Milkert. „Die zwei sind Goldstaub für uns“, lobt Matthias Rink beide über den grünen Klee. Ulrike Rack sprüht nur so vor Ideen. Vitrine, Schrank, Bilderanordnung, Ausstellungstücke – sie hat immer ein gutes Gespür für Inhalt und Anordnung im Museum. Und Torsten Milkert ist der Mann, der die Ideen von Ulrike Rack umsetzt. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet der gelernte Metallbauer für den Landkreis und beweist tagtäglich sein handwerkliches Geschick direkt im Museum. Jedes Arbeitsmaterial ist ihm recht. „Es ist schon eine sehr spannende Arbeit“, sagt Torsten Milkert, der gerade daran arbeitet, das Thema Bomben in Oranienburg umzusetzen. Dazu wird eine Bombe mit allen Utensilien in eine Vitrine gesteckt. „Die muss aber mitten im Raum platziert sein – denn die Bomben sind ja in Oranienburg ein zentrales Thema“, erklärt Ulrike Rack.

Thematischer Komplex zu Runge

Friedlieb Ferdinand Runge, der große Chemiker und Entdecker der Stadt, erhält fast allein einen Raum. Auf digitalem Weg kann dort unter anderem der Professoren-Klecks (Runge-Klecks) nachgemacht werden. Dies und einiges mehr veranlasste Nadine Rauch, Fachdienstleiterin Weiterbildung, Kultur und Sport im Landratsamt, zu sagen: „Mit wenigen Infos wird den Besuchern hier viel beigebracht.“

Matthias Rink zeigt die Tafel mit den „Inspirierenden Persönlichkeiten in Oberhavel“. Quelle: Robert Roeske

„Jeder soll das Museum einmal besucht haben“

„Das Museum soll Geschichte vermitteln und für die Besucher moderner und begreifbarer gemacht werden“, sagt Matthias Rink. „Wir hoffen, dass es nach der Eröffnung großen Anklang bei Schülern und Eltern sowie allen Gästen findet. Jeder sollte das Museum einmal besucht haben“, hofft der Dezernent.

Alternative ReMobil

Ziel ist es, die Gestaltung des Museums auf dieser ersten Etage im Südflügel (500 Quadratmeter) bis zum 24. September 2019 abgeschlossen zu haben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wann die zweite Etage – in ihr befindet sich das wichtigste Exponat, die Allegorie auf die Gründung Oranienburgs – wiedereröffnet werden kann, steht in den Sternen. Erst, wenn die Stadt Oranienburg die Schäden an der Dachkonstruktion abgeschlossen hat. Derweil gibt es mit dem ReMobil eine Alternative für alle geschichtsinteressierten Menschen. Das Angebot richtet sich besonders an Kitas, Schulen und an Senioren. Und Mausfried ist dabei.

Von Stefan Blumberg

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