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Oranienburg Rennrutscher Jörg Krüger: Mit Vollgas die Röhre hinab
Lokales Oberhavel Oranienburg Rennrutscher Jörg Krüger: Mit Vollgas die Röhre hinab
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16:20 06.02.2020
Rennrutsch-Profi aus Oranienburg: Jörg Krüger Quelle: Privat
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Oranienburg

Die Hände umklammern fest die Haltegriffe, der Blick ist fokussiert und angespannt. Mit drei, vier ruckartigen Bewegungen schiebt sich Jörg Krüger anschließend die Wasserrutsche herunter. Mit bis zu 40 km/h saust der Oranienburger die engen Röhren hinab. Während für die meisten ein Besuch der Wasserrutsche in einem Freizeitbad zumeist purer Spaß ist, geht es für den 32-Jährigen um Sekunden und Bestzeiten.

Platz drei bei Premierenfahrt machte Lust auf mehr

Der aus Dessau stammende Jörg Krüger ist Rennrutscher und nimmt jährlich an bis zu 15 Veranstaltungen des Deutschen Rennrutsch-Verbandes teil. „Klar wird man immer mal wieder belächelt, wenn man sagt, dass man Rennrutscher ist“, gibt Krüger zu, doch für ihn selbst ist das Rennrutschen mehr als reine Freizeitbeschäftigung. Seit zwei Jahren nimmt Krüger regelmäßig an Rennrutschveranstaltungen teil. „Ich war schon immer zügig auf Rutschen unterwegs. Vor zwei Jahren habe ich dann mal aus Jux und Dallerei an den Brandenburger Meisterschaften in Templin teilgenommen und bin auf Anhieb auf Rang drei gelandet. Da habe ich Lust auf mehr bekommen“, blickt der 32-Jährige auf seine Anfänge zurück. Im gleichen Jahr nahm Krüger auch erstmals an den Deutschen Meisterschaften teil und konnte auch dort mit Platz 15 sofort überzeugen. Dabei hält sich der Trainingsaufwand in Grenzen, wie Jörg Krüger berichtet. „Ich arbeite in der Turm-Erlebniscity in Oranienburg und trainiere da ab und an nach der Arbeitszeit, einen festen Trainingsplan gibt es aber nicht.“ Dennoch hält Krüger mit 11,09 Sekunden die Bestzeit auf der neuen „Double-Racer-Rutsche“ in der Turm-Erlebniscity, die 88 Meter lang ist.

In der TURM-Erlebniscity wurde im Oktober die neue Rutsche eingeweiht. Quelle: Enrico Kugler

Das Entscheidende beim Rennrutschen sei laut Krüger eine gute Technik und ein guter Start. „Das ist ähnlich wie beim Rodeln, wer oben Zeit verliert, hat eigentlich schon verloren“, so der 32-Jährige. Enganliegende Badehosen seien zudem wichtig, so Krüger weiter: „Man kann auch normale Bermudashorts tragen, aber die stoppen ein wenig. Zudem ist es immer von Vorteil, wenn man ein wenig mehr an Körpergewicht mitbringt.“ Bis zu 130 000 Kilometer fährt der Oranienburger im Jahr, um zu Wettkämpfen in ganz Deutschland zu gelangen. Geld verdienen kann Krüger damit allerdings nicht. „In Deutschland wird unsere Szene zwar stetig größer, aber nicht zu vergleichen mit den skandinavischen Ländern, da gibt es teilweise richtig große Sponsoren. Ich mache es, weil es mir großen Spaß macht.“

Unter die Top fünf in Deutschland als persönliche Zielvorgabe

Eine „normale“ Rutschfahrt ist für Jörg Krüger auf den Wasserrutschen in Deutschland nicht mehr möglich. „Ich sehe jede Rutsche schon als Wettkampfstrecke und versuche immer dann auch so schnell wie möglich runterzurutschen.“ Und das macht Jörg Krüger auch sehr erfolgreich. Im Vorjahr landete der 32-Jährige auf Platz zwei bei den Brandenburger Meisterschaften. „Mein Ziel ist es, schon in den kommenden Jahren unter die Top fünf in Deutschland zu kommen“, so Krüger ehrgeizig. Seine Lieblingsstrecke ist dabei die „Black Hole Röhrenrutsche“ in Bad Pyrmont. „Die macht großen Spaß und ist sehr anspruchsvoll“, so Krüger. Als idealste Zeit zum Rennrutschen sieht der Oranienburger die Wintermonate an. „Wenn es draußen sehr warm ist, werden die Rutschen im Inneren trockener und das ist dann natürlich nicht ideal um schnell zu sein.“ Ein eigenes Team gibt es in Oberhavel noch nicht, wobei Jörg Krüger dennoch in einem Team involviert ist. „Ich trete für die Rutschgranaten an, ein Team, wo Leute aus ganz Norddeutschland mit dabei sind.“

Oranienburger Rutschmeisterschaft am 16. Februar

Die Wettkampfsaison der Rennrutscher geht in Deutschland von Februar bis November und macht in bis zu 30 Städten bundesweit Station. Dabei wird in drei Kategorien gerutscht – Männer, Frauen und Kinder bis 15 Jahre – können an den Start gehen. Am Sonntag, 16. Februar, macht die Rutsch-Karawane dann auch in Oranienburg halt, wenn die Oranienburger Rutschmeisterschaft auf dem Programm steht. „Da freuen wir uns natürlich alle schon riesig darauf und wollen natürlich den Siegerpokal bei uns behalten.“ Bei der regionalen Rutschmeisterschaft kann jeder Badegast ab 6 Jahren mitmachen. Die Teilnehmer absolvieren zwei Rutschläufe auf der im Oktober neu eröffneten „Double Racer-Rutsche“, eine Doppelrutsche zum zeitgleichen Rutschen. Gerutscht werden muss in Rückenlage oder Sitzposition mit den Füßen voraus.

Veranstaltung anlässlich des 18. Geburtstages

In der Zeit von 12 bis 13 Uhr werden die Anmeldungen für den Cup im Erlebnisbad der Turm Erlebnis-City entgegengenommen. Von 13 bis 16 Uhr hat dann jeder Teilnehmer die Möglichkeit, seine beiden Rutschdurchgänge zu absolvieren. Die jeweils schnellsten zwei Teilnehmer/innen der Wertungsklassen Herren und Damen können sich für das große Finale im November qualifizieren. Die Veranstaltung findet anlässlich der 18. Geburtstages der Turm-Erlebniscity statt

Von Knut Hagedorn

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