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Oranienburg Alles ein bisschen verhext
Lokales Oberhavel Oranienburg Alles ein bisschen verhext
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19:10 05.06.2019
Die Teilnehmer des Rezitationswettbewerbs in der Stadtbibliothek Oranienburg. Quelle: FOTOS: Enrico Kugler
Oranienburg

Die Hexe als Zutat war am Mittwoch offenbar ein Erfolgsgarant. Denn die Siegerinnen beim ersten Rezitationswettbewerb der Grundschulen im Kreis Oberhavel wählten Titel aus, die keinen anderen Schluss zuließen: „Das verhexte Telefon“ von Erich Kästner und „Die kleine Hexe“ von Otfried Preussler. Und eine große Prise Gransee spielte auch noch eine Rolle: Beide Siegerinnen des ersten Kreisentscheids – Frieda Behm und Johanna Beil – kommen von der Stadtschule Gransee. „Ich bin richtig glücklich“, sagte eine strahlende Johanna Beil, nachdem Landrat Ludger Weskamp ihren Triumph verkündet und ihr herzlich gratuliert hatte. Sie hatte zwar gehofft, dass sie gut abschneiden würde, aber ausgehen konnte sie davon nicht. „Denn ich habe in der Schule den zweiten Platz belegt. Aber heute lief es ganz gut“, sagt die Fünftklässlerin. „Dabei hatte ich vorher gar nicht soviel geübt.“

Frieda Behm (l.) und Johanna Beil. Quelle: Enrico Kugler

Nicht viel anders erging es Frieda Behm in Sachen Vorbereitung. „Ich habe mir das Gedicht gemeinsam mit meiner Mutti ausgesucht, es gefiel mir am besten. Ich las es mir zweimal durch. Dann konnte ich es.“ Verfeinert wurde der Auftritt dann in der Schule. Ganz offensichtlich mit Erfolg. „Aber die Knie haben mir ganz schön gezittert, als ich das Gedicht aufsagte“, so die Neunjährige aus der dritten Klasse.

Johanna trägt ihr Gedicht bei der Siegerehrung nochmal vor. Quelle: Enrico Kugler

Die beiden Mädchen brachten ihre Gedichte sehr ausdrucksstark rüber, sie arbeiteten mit ihren Stimmen, wurden lauter und leiser, brachten die jeweilige Stimmungslage auf den Punkt. Aussprache, Tempo, Betonung, Sicherheit – das waren die Dinge, mit denen sie bei den fünf Jurymitgliedern punkten mussten. Das ist ihnen gelungen. „Ich bin total stolz“, sagte Lehrerin Cornelia Stöckel. „Das haben alle sehr gut gemacht.“

21 Mädchen und Jungen waren am Mittwoch erstmals angetreten, um die besten Rezitatoren des Landkreises Oberhavel zu ermitteln. „Wir haben in einem etwas kleineren Rahmen angefangen“, sagte Jennifer Bonk, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek Oranienburg, die den organisatorischen Hut auf hatte und weitere Bibliothekare aus der Region an ihrer Seite wusste. Kinder aus Fürstenberg, Gransee, Vehlefanz und Kremmen stellten sich bei der Premiere der Konkurrenz; in der Kategorie der ersten bis dritten Klassen sowie in der Kategorie der vierten bis sechsten Klassen. „Das Blümchen“, „Da schau nur einer den April“, „Mitten auf der Wiese“ oder „Ausflug der Wale“ waren nur einige Gedichte, mit denen die Kinder in den Räumen der Oranienburger Stadtbibliothek starke Auftritte hinlegten.

Frieda in „Action“. Quelle: Enrico Kugler

„Die Platzierung ist am Ende nicht wichtig, am Ende soll es einfach Spaß machen“, sagte der Leiter der Oranienburger Stadtbibliothek, Daniel Fehlauer.

„Das ist hier ein ganz tolles Niveau von allen. Die Kinder konzentrierten sich sehr, hatten eine prima Aussprache und brachten den Inhalt gut rüber“, sagte Margot Deetz, Bibliothekarin aus Vehlefanz. Sie hatte die Initialzündung für den Wettbewerb gegeben. „Bevor ich am Jahresende in den Ruhestand gehe, wollte ich mit dafür sorgen, dass es solch einen Wettbewerb auf Kreisebene gibt“, sagte sie am Rande der Veranstaltung. Der war für sie die Veränderung, Verknappung der Sprache. „Wir haben einen großen Sprachreichtum, davon wird aber immer weniger Gebrauch gemacht. Das finde ich erschreckend. Die Sprache verflacht zusehends.“ Margot Deetz würde sich freuen, wenn mit diesem Wettbewerb ein bisschen gegengesteuert werden kann.

Der erste Kreisausscheid soll erst der Anfang sein. Im nächsten Jahr sollen möglichst mehr Schulen mitmachen. Die Auftaktveranstaltung war dafür eine gute Werbung. „Die Kinder waren grandios. Sie trafen eine tolle Auswahl an Gedichten. Und die Art und Weise, wie sie sie vortrugen, diese Leidenschaft, gefiel mir bestens. Das Zuhören machte Spaß“, sagte Jennifer Bonk.

Und Margot Deetz beschrieb es bei der Siegerehrung  mit  leuchtenden Augen  so:  „Ich  bin endlos begeistert.“

Von Stefan Blumberg

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