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Oranienburg Ritterkämpfe und mehr: Das war das Schlossfest in Oranienburg
Lokales Oberhavel Oranienburg Ritterkämpfe und mehr: Das war das Schlossfest in Oranienburg
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16:46 10.06.2019
Das Publikum kam schon am Sonnabend zahlreich auf das Festgelände. Die Kinder konnten mit Rittern kämpfen. . Quelle: FOTOS: Robert Roeske/Robert Tiesler
Oranienburg

Noch bis zum gestrigen Pfingstmontag herrschte auf dem Oranienburger Schlosshof Mittelalterflair. Schon am Sonnabend gab es beim Schlossfest einen regen Andrang – gerade für die Kleinsten hatte das Ritterfest aufregende Momente zu bieten. Eine Gruppe Kinder stand gestandenen Rittern gegenüber. Die Aufgabe, die die Knirpse bekommen haben: die Ritter umzustoßen. Doch der erste Angriff gelang ihnen nicht. „Wie ihr gerade gelernt habt, hat das nicht funktioniert“, rief ihnen der Lehrmeister zu. Das Gegenmittel: schreien! Das mussten die Kinder zunächst üben, und sie hatten sichtlich Spaß daran. Beim zweiten Versuch rannten die Kinder also schreiend auf die Ritter zu, und die fielen nun reihenweise auf den Boden. Triumph für die Kinder.

Auf dem Schlosshof in Oranienburg fand am Pfingstwochenende das Schlossfest statt. Organisator Gerd Schulz wünscht sich, auch den Schlosspark nutzen zu können, kann sich mit der Idee bei der Stadt nicht durchsetzen, sagt er.

Es ist ein Jubiläum: Denn das historische Schlossfest findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. „Wir kommen immer wieder gern zu Pfingsten“, sagte Gerd Schulz. Er ist Organisator von historischen Festen wie dem in Oranienburg. Seine Firma veranstaltet im Jahr neun bis zehn Feste, zwei davon in Oranienburg. Das zweite ist im Herbst, dann als klassisches Ritterfest. „Dann haben wir auch andere Künstler und Gaukler da.“

Das Publikum kam zahlreich. Quelle: Robert Roeske

Dass das so gut funktioniere, liege aus seiner Sicht daran, dass die Leute das Bodenständige mögen. „Wir haben da ein festes Publikum“, sagt Gerd Schulz. Es gehe darum, aus dem Alltag rauszukommen und sich rein ins Ritterleben zu begeben.

So gibt es für die Gäste des Festes eine Ritterschänke, an der es Getränke gibt, am Stand gegenüber Kartoffelspieße, einen Suppentopf sowie viele Stände mit Kunsthandwerk. An einem dieser Stände sitzt Stephanie Hoock. „Ich bin bei allen Märkten dabei“, erzählte sie am Sonnabendmittag. Sie verkauft unter anderem Ritterspielzeug. „Hier herrscht immer eine besondere Stimmung“, sagte sie. „Die Ritter sind ja immer ein bisschen verrückte Leute. Die Musik ist auch besonders. Wobei es überall anders ist.“ In Oranienburg sei das Schlossfest urban und städtisch. Sie macht das bereits seit 24 Jahren. „Das kommt durch meine Eltern.“ Anfangs verkaufte die Familie Met und Honig. Das Ritterspielzeug, das sie jetzt verkauft, stammt von einer Schreinerei aus Bayern, einem Familienbetrieb. „Und wir kümmern uns darum, die Sachen unter die jungen Ritter zu bringen“, erzählte sie.

Kinder kämpfen gegen Ritter. Quelle: Robert Tiesler

Die Leute beobachteten unterdessen einen Ritterkampf. Vor der Bühne zeigten die Ritter-Darsteller immer wieder kleine Schaukämpfe. „Die Kinder sind begeistert“, sagte Kathrin Mundt. Die Berlinerin kam mit der Familie am Sonnabend zum Fest nach Oranienburg. „Die Kinderanimation hier ist top. Nun sind wir am überlegen, was wir hier essen.“ Die Ritteraufführung kam bei der Familie ebenfalls gut an.

„Weil mein Sohn besessen von Rittern ist“, antwortete eine andere Mutter auf die Frage, warum sie zum Fest gekommen sind. Auf der Facebook-Seite der MAZ Oberhavel gab es allerdings Kritik am Eintrittspreis, der bei 8 Euro liegt.

Mittelaltermusik gab es auch. Quelle: Robert Roeske

Für Oranienburg findet Festorganisator Gerd Schulz gute Worte, aber auch kritische. „Das Schloss in Oranienburg hat genau die richtige Größe und eine historische Optik“, sagte er. „Auch wenn es nicht direkt ins Mittelalter passt.“ Er würde auch gern in den Schlosspark, um dort ein richtiges, historisches Mittelalterfest zu feiern. „Aber es führt nicht wirklich ein Weg rein.“ Es bestehe seitens der Stadt kein großes Interesse daran, glaubt Gerd Schulz. „Wir würden es wagen, ein richtig großes Turnier zu veranstalten, aber dazu bräuchten wir eben einen großen Bereich.“ Sein Unternehmen kenne sich damit gut aus und würde sehr sensibel mit dem Park umgehen. Gebrauchsspuren würden wieder entfernt. Gerd Schulz bedauert es, dass diese Idee nicht umgesetzt werden könne.

Von Robert Tiesler

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