Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Von Verständnis bis Enttäuschung
Lokales Oberhavel Oranienburg Von Verständnis bis Enttäuschung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 03.10.2018
Hans-Joachim Laesicke. Quelle: Foto. Enrico Kugler
Anzeige
Oranienburg

Überraschend kam der Austritt von Oranienburgs Alt-Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke aus der SPD (MAZ berichtete) für Burkhard Wilde nicht. „Wir kennen uns 20 Jahre, sind auch freundschaftlich verbunden. Er hat mich damals begeistert, in die SPD einzutreten“, erinnerte sich Wilde, der heute auch Vorsitzender des Bauausschusses ist. Den Entschluss, den Sozialdemokraten den Rücken zu kehren, habe Laesicke schon mal vor einigen Jahren gefasst, „damals hatte ihn Matthias Platzeck überzeugt, seinen Weg bei der SPD weiterzugehen. Es ist natürlich seine persönliche Entscheidung, die ich akzeptieren muss“, so Wilde, „aber es macht es auch schwer für uns im Wahlkampf.“ Laesicke ginge ja wegen des Berliner Politikstils, das könne er nachvollziehen, „aber uns geht es um die Stadt und seine Ortsteile“. Er bedauert Laesickes Parteiaustritt.

Auch für Matthias Hennig, einer der Stellvertreter der Partei in der Stadt, war Hans-Joachim Laesicke „ein Grund, in die Partei einzutreten.“ Er sei überzeugt, „dass solche Urgesteine wie Hansi die Partei braucht. Mit ihm gehen Wissen, Erfahrung, Herzblut und Bindung, die wir brauchen. Ich bedauere das sehr. Ich bin natürlich enttäuscht“, so der Lehnitzer Ortsvorsteher.

Anzeige

Auch Laesickes Sohn trat aus der SPD aus

Für Sohn Alexander Laesicke, Oranienburgs Bürgermeister, kam der Austritt des Vaters aus der SPD nicht überraschend: „Ich kann die Gründe meines Vaters vollkommen nachvollziehen“, so Laesicke-Junior, der einst selbst aus der Partei ausgetreten war. Um die SPD mache er sich Sorgen, immerhin gehe es dabei um die Zukunft einer demokratischen Volkspartei.

Ortsvereins- und Fraktionschef Dirk Blettermann, der gerade aus dem Urlaub kam, als ihn die öffentliche Nachricht ereilte, hofft, „dass ich ihn bald sehe und sprechen kann. Aber das wird ihn nicht umstimmen“. Er sei schon ein wenig enttäuscht: „Wir haben ihm in den 25 Jahren als Bürgermeister immer zu Seite gestanden als Fraktion. Ihn nie im Regen stehen lassen. Jetzt fühlen wir uns ein wenig im Regen stehen gelassen.“

Laesickes Weggang wird bedauert

„Ich bedauere seinen Weggang total. Er ist der Bürgermeister, mit dem ich groß geworden bin, zu dem ich aufgeschaut habe“, so Jennifer Collin, die 2017 für die SPD als mögliche Nachfolgerin Laesickes bei der Bürgermeisterwahl angetreten war. Auf der anderen Seite findet sie seine Entscheidung „nur konsequent: Er möchte Platz machen für die Jungen und damit auch zur Erneuerung der Partei beitragen. Das finde ich gut.“

Von Heike Bergt