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Oranienburg Schock nach extremer Preiserhöhung
Lokales Oberhavel Oranienburg Schock nach extremer Preiserhöhung
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17:22 11.01.2019
In der Kritik: Die hohen Preise, die bei der Abnahme der Gartenabfälle bezahlt werden müssen. Quelle: FOTO: Robert Roeske
Oranienburg/Germendorf

Bei Gerold Lugos kocht das Blut. Als er in dieser Woche seine Gartenabfälle mit dem Auto samt Anhänger nach Germendorf brachte und bezahlen wollte, verstand er die Welt nicht mehr. „Ich habe die selbe Menge hingebracht wie sonst auch“, erzählt er. „Ich musste aber elf statt fünf Euro zahlen.“ Er schätzt die Menge auf etwa einen Kubikmeter, die er immer abgibt. „Tino Christoph ist stellvertretender Centerleiter Vertrieb bei der Awu Velten, die den Kleinanlieferbereich in der Hohenbrucher Straße in Germendorf betreibt: „Wir setzen nur durch, was politisch beschlossen wurde.“

Offensichtlich hat Gerold Lugos sogar weniger Gartenabfälle abgegeben als sonst, denn die seit Anfang des Jahres geltende Gebührenerhöhung fällt wesentlich höher aus. Bislang wurde für die Tonne Gartenabfälle 25 Euro kassiert. Ab dem Jahre 2019 liegt die Höhe bei 79,30 Euro. Der Kreistag hat im Dezember die neue Gebührensatzung für die Abfallentsorgung verabschiedet.

„Entsorgungskosten für den Landkreis sind gestiegen“

Constanze Gatzke, Pressesprecherin des Landkreises Oberhavel, begründet diese Änderung so: „Tatsächlich ergeben sich ab 2019 für Gartenabfälle bei Annahme an den Kleinanliefererbereichen wesentliche Gebührenerhöhungen gegenüber dem Vorjahr. Eine Ursache für die Erhöhung der Gebühr für Gartenabfälle liegt darin begründet, dass die Entsorgungskosten für den Landkreis von 4,25 auf 32,50 Euro je Tonne gestiegen sind.“ Und sie führt noch einen weiteren Grund aus: „Außerdem fiel die Quersubventionierung weg, da es nicht vermittelbar ist, dass Bürger, die weder über ein Grundstück noch über einen Garten verfügen, die Kosten für die Entsorgung von Grünabfällen von Grundstückseigentümern bezahlen sollen.“

Für Gerold Lugos ist das gar kein Argument: „Und weil die keinen Garten haben, sollen wir jetzt mehr bezahlen?“ Er denkt schon an den nächsten Schritt: „Jetzt verraten Sie mir einen Grund, weshalb ich meine Gartenabfälle in Zukunft nicht in den Wald kippen soll? Wie will man mit der Preisgestaltung das wilde Verkippen verhindern? Wenn man was für die Umwelt tun möchte, muss so etwas subventioniert werden. Dafür können ruhig Steuergelder verwendet werden.“

„Annahme von Gartenabfällen ist zusätzlicher Service“

Genau das wollten die Abgeordneten des Landkreises ändern, um es künftig beim Thema Gartenabfälle zu vermeiden. Zudem verweist die Pressesprecherin darauf, dass die Annahme von Grünabfällen durch den Landkreis ein zusätzlicher Service sei. Jeder Grundstücks- oder Garteneigentümer könne seine Grünabfälle auch bei privaten Kompostieranlagen entsorgen. Sie erwähnt auch, dass die Abfallgebühren im Landkreis Oberhavel seit Jahren nahezu konstant, für private Haushalte sogar gesunken seien – trotz allgemeiner Preissteigerungen. So kostete die Entleerung eines 120-Liter-Behälters Hausmüll im Jahre 2015 4,90 Euro, im Jahr 2019 nur noch 4,50 Euro.

Für Gerold Lugos ist der Beigeschmack dieser Preiserhöhung trotz aller Erklärungen sehr bitter. Verständnis dafür entwickelt er nicht. Die exorbitante Erhöhung auf 79,30 Euro findet der Oranienburger völlig unangemessen. Und er sieht auch die Balance zwischen dem hohen Preis und dem Gegenwert als nicht stimmig an.

Von Stefan Blumberg

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