Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg So lebt es sich mit vier Nackthunden
Lokales Oberhavel Oranienburg So lebt es sich mit vier Nackthunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 19.08.2019
Elisa Scherr mit ihren vier Hunden: Ari, Bonito, Bibi und Jimbo (v.l.n.r.). Quelle: Fotos: Annika Jensen
Friedrichsthal

Jimbo freut sich. Er wird gestreichelt. Mit Genuss schließt der sechsjährige Rüde seine Augen und streckt die Nase Richtung Himmel. Für Menschen, die Jimbo das erste Mal streicheln, ist es allerdings erstmal kaum ein Genuss, mit der Hand über seinen Körper zu fahren. Es ist vielmehr sehr gewöhnungsbedürftig. Der freundliche Vierbeiner hat nämlich kein Fell. Er ist vollkommen nackt. Berührt man ihn, fühlt es sich ein wenig so an, als würde man einen Radiergummi streicheln.

Er gehört zur Rasse der American Hairless Terrier. Genau wie seine Mitbewohnerin Bibi (2). Außerdem leben sie mit zwei Chinesischen Schopfhunden zusammen, Ari (9) und Bonito (11). Auch sie haben kein Fell, sondern nur Körperrestbehaarung. Die einzigen Vierbeiner in ihrem Haus, die ein dichtes und langes Fell haben, sind die beiden großen Maine-Coon-Katzen.

Die vier Nackthunde leben in Friedrichsthal. Quelle: Privat

Die vier Nackthunde und zwei Katzen gehören Elisa Scherr. Sie lebt mit ihrem Mann und den drei Töchtern in Friedrichsthal in einem Haus mit Garten und viel Platz zum Rumtoben für Mensch und Tier. Um die Ecke ist ein Wald. „Die Leute hier kennen die Hunde mittlerweile. Da werden wir nicht mehr so komisch angesehen“, sagt Elisa Scherr. „Anders ist es in der Stadt.“ Dort werde sie nur selten direkt angesprochen. „Es ist eher Getuschel, Sätze wie ’Frieren die nicht’ oder ’Verbrennen die sich nicht’.“

Sie vermeidet es, mit den Hunden in der Stadt zu sein, möchte nicht negativ auffallen. „Es gibt genug Menschen, die keine Hunde mögen. Das möchte ich nicht noch provozieren.“ Aber fragen Menschen sie doch einmal direkt nach ihren Hunden, erzähle sie gerne über ihre Lieblinge und die Rasse.

Die 34-Jährige hat schon in ihrer Kindheit ihr Herz an die Chinesischen Schopfhunde verloren. „Ich hatte in einem Kinderlexikon geblättert“, erinnert sich die Tierarzthelferin. „Leider durfte ich als Kind nie Hunde haben. Aber dieses Buch habe ich nie vergessen.“ Als es soweit war und sie Hunde aufnehmen konnte, informierte sie sich intensiver über die Rasse. Dabei entdeckte sie die American Hairless Terrier und verliebte sich auch in sie.

Süß... Quelle: Annika Jensen

„Die Chinesischen Schopfhunde sind sensibel, super Familienhunde und ziemlich intelligent“, schwärmt Scherr. „Die American Hairless Terrier sind sehr wild, haben einen leichten Jagdtrieb und sind sehr gut zu erziehen. Besonders im Welpenalter, aber auch später noch, muss man aufpassen, denn sie bearbeiten alles mit dem Mund. Da kann man schon mal gezwickt werden.“

Der Pflegeaufwand ist bei den Chinesen größer als bei den Amerikanern, erzählt Elisa Scherr, wegen der Körperrestbehaarung. Wie ein Fingerabdruck hat jeder Schopfhund eine unterschiedlich stark ausgebildete Behaarung. Während Bonito einen durchgehenden Haarschleier hat und Scherr ihn nur um die Augen herum rasiert, entfernt sie bei Ari mehr Haare. Bei ihr wachsen sie unregelmäßig. „Ich rasiere sie, damit sie optisch dem Rassestandard entspricht.“

Bei so viel nackter Haut wird es in den kalten Monaten unangenehm. „Die Klamotten mögen sie nicht so sehr, deswegen ziehe ich sie nur an, wenn wir in den Wald gehen und dann möglichst kurz“, erzählt sie. Ansonsten laufen die vier Hunde auch im Winter im Garten ohne Mäntel.

Elisa Scherr lebt mit ihren vier Hunden Ari, Bonito, Jimbo und Bibi in Friedrichsthal. Quelle: Annika Jensen

Die Hunde kamen nicht alle auf einmal ins Haus. „Es kam ein Hund, dann ein Kind, ein Hund, ein Kind und so weiter“, sagt sie und lacht. „Zum Schluss kam ein Hund.“ Das war Bibi, die seit zwei Jahren Teil der Familie ist. Sie ist schüchterner als die anderen drei Hunde. Betritt man das Haus, ist zwar erstmal Radau und Bibi mischt kräftig mit, aber sie bleibt auf Abstand und schaut skeptisch durch ihre beiden Knopfaugen, um die sich ihre nackte Haut spannt. Anders als Jimbo ist sie hautfarben mit vielen braunen Punkten. Beide bringen den Besucher regelmäßig zum Lachen, wenn sie ihren Kopf schütteln. Denn das Geräusch, wie ihre nackten Ohren gegen ihre nackte Kopfhaut klatschen, ist urkomisch.

Von Annika Jensen

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist am Dienstag wieder mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

19.08.2019

Eine 72-Jährige aus Birkenwerder überraschte am frühen Sonntagabend zwei Jugendliche in ihrer Wohnung. Die Einbrecher konnten unerkannt flüchten.

19.08.2019

Weil ein Charterbootführer sein Boot während des Schleusens nicht richtig gesichert hatte, stieß er in der Schleusenkammer mit dem Sportboot eines 56-Jährigen zusammen.

19.08.2019