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Oranienburg Stadt lässt eine günstigere Verkehrsanbindung der Gedenkstätte untersuchen
Lokales Oberhavel Oranienburg Stadt lässt eine günstigere Verkehrsanbindung der Gedenkstätte untersuchen
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15:36 25.06.2018
Viele Reisenbusse fahren täglich zur Gedenkstätte Sachsenhausen, was etliche Anwohner als unzumutbare Belastung empfinden.
Viele Reisenbusse fahren täglich zur Gedenkstätte Sachsenhausen, was etliche Anwohner als unzumutbare Belastung empfinden. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Vor dem Hintergrund stark gestiegener Besucherzahlen wird seit 2016 kontrovers über die Lenkung der Besucherströme und die ÖPNV-Anbindung der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen diskutiert. Die unterschiedlichen berechtigten Interessen der verschiedenen Beteiligten haben in der Vergangenheit zu ganz unterschiedlichen Vorschlägen geführt, wie die Verkehrsführung zur Gedenkstätte gestaltet werden könnte.

Beschluss des Hauptausschusses

Um zu versuchen die unterschiedlichen Interessen und Lösungsansätze zu einer Gesamtlösung zu vereinen, wird die Stadt Oranienburg nun eine konzeptionelle Untersuchung in Auftrag geben, die unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten prüfen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Gedenkstätte aufzeigen soll. Dies haben die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadt am 18. Juni einstimmig empfohlen.

Zuvor hat auf Einladung des Oranienburger Bürgermeisters Alexander Laesicke (parteilos) ein Arbeitsgespräch stattgefunden, bei dem Vertreter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, des Landkreises Oberhavel, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, des Finanzministeriums, der Fachhochschule der Polizei, des Brandenburgischen Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen sowie der Anwohnerinitiative einvernehmlich die Aufgabenstellung für die Untersuchung abgestimmt haben.

Bürgermeister ist optimistisch

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, mit allen Beteiligten an einen Tisch zu kommen“, erklärt der Alexander Laesicke. „Die konstruktive Atmosphäre in der Runde macht mir Hoffnung, dass wir hier gemeinsam die Grundlage für einen Prozess legen konnten, an dessen Ende ein Gesamtkonzept von Maßnahmen gefunden wird, mit dem alle Beteiligten gut leben können.“

Nach dem endgültigen Beschluss der Aufgabenstellung für die Untersuchung durch die Oranienburger Stadtverordnetenversammlung am 2. Juli soll die Untersuchung, die auch Workshops mit allen Beteiligten beinhalten wird, schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden.

Besucherzahlen steigen kontinuierlich

Die Gedenkstätte Sachsenhausen hat seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Besucherzahlen zu verzeichnen. Wurden in den ersten Jahren nach ihrer Neugestaltung im Jahre 1993 lediglich 180 000 Besucher registriert, suchen mittlerweile rund 700 000 Besucher jährlich die Gedenkstätte auf.

Besucheranreise derzeit über Straße der Nationen

Derzeit erfolgt die Erschließung der Gedenkstätte für die offizielle Besucheranreise über die Straße der Nationen. Die Zuwegung ist wichtiger Bestandteil der didaktischen Konzeption der Gedenkstätte, da sie die historische Verbindung von Stadt, Konzentrationslager und den Wegen, auf denen die Häftlinge getrieben wurden, nachdrücklich zu veranschaulichen hilft. Im Eingangsbereich der Gedenkstätte mündet die Zuwegung in das Besucherinformationszentrum. Dort werden die Besucherinnen und Besucher zu Beginn des Rundgangs mit wichtigem Informationsmaterial versorgt. Es sollte daher unbedingt aufgesucht werden.

Von MAZonline