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Oranienburg Tafel gerät in Not: Fahrer fehlen
Lokales Oberhavel Oranienburg Tafel gerät in Not: Fahrer fehlen
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16:41 02.01.2019
Lebensmittel en gros werden in der Strelitzer Straße in Oranienburg sortiert (von links): Viola Knerndel, Nicole Walter-Mundt, Thomas Steinbrecher. Quelle: Stefan Blumberg
Oranienburg

Der Tourenplan für die Fahrer und Helfer der Oranienburger Tafel ist ein kleines Meisterwerk. Die DIN-A4-Seite ist gespickt mit vielen Namen, vielen Zeitfenstern, Orten und Wochentagen. Die handgeschriebene Liste ist eng beschrieben. Und es sind einige Lücken enthalten, wo keine Namen stehen. Diese Touren sind nicht besetzt. Das Problem wird schnell deutlich: „Wir haben zu wenige Fahrer. Wir brauchen neue, die uns unterstützen“, macht Viola Knerndel klar. Sie weiß es genau, sie leitet die Tafel und prognostiziert, dass ab Februar/März ein mittlerer Notstand herrschen wird. Ein Kollege muss sich einem operativen Eingriff unterziehen, ein anderer wird auch längere Zeit ausfallen. Der Bundesfreiwilligendienst eines weiteren Helfers endet Ende Januar. Feste Stellen gibt es beim Arbeitslosenverband dreieinhalb. „Mehr werden es auch nicht“, sagt Viola Knerndel. Also ist die Tafel auf „Ein-Euro-Jobber“, von denen derzeit zwölf existieren, sowie Menschen im Bundesfreiwilligendienst und auf Ehrenamtliche angewiesen. Hier schwankt die Zahl zwischen 15 und 20. Insgesamt sind 28 Frauen und Männer auf ihre Art und Weise bei der Tafel beschäftigt.

„Die Arbeit ist ziemlich hart“

Einer von den Ehrenamtlichen ist Thomas Steinbrecher. Er sitzt einmal in der Woche am Steuer eines der drei Fahrzeuge. Er ist seit zwei Jahren dabei. „Ich hatte mir die Arbeit anders vorgestellt. Sie ist ziemlich hart.“ Die Helfer schwärmen um 8 Uhr aus und steuern die Lebensmittelmärkte beziehungsweise die Großlager in der Region (bis Berlin) an, um von dort die Lebensmittel abzuholen. „Um 12 Uhr muss die Ware in Oranienburg sein. Dann wird sie sortiert und zu den Tafeln gebracht“, erklärt Thomas Steinbrecher. Um 13 Uhr soll die Ware schon wieder in Oranienburg, Velten, Hennigsdorf und Liebenwalde verteilt werden. Da hat man gut zu tun, das ist Stress.“ Von Montag bis Freitag geht das so. Auch bei der schwierigen Verkehrssituation.

Rentenpunkte für ehrenamtliche Arbeit

Thomas Steinbrecher gehört zu den etwa 100 Kandidaten, die sich vor etwa zwei Jahren bei der Tafel meldeten. „Von denen sind nur noch wenige hier“, sagt Viola Knerndel. Es würden kaum Leute gefunden, die das (körperlich) können oder den Aufwand auf sich nehmen wollen. Ein Problem, denn Arbeit sei da. Die Oranienburger Stadtverordnete und Landtagskandidatin Nicole Walter-Mundt (CDU) hilft im Schnitt einmal im Monat mit. „Ich glaube, das mangelnde Interesse zur Mitarbeit liegt mit daran, dass das Ehrenamt nicht genug gewürdigt wird. Ich werde das Thema ansprechen“, sagte sie am Mittwoch. Ihr Vorschlag für die große Politik: „Dass es für ehrenamtliche Arbeit Rentenpunkte gibt.“ Thomas Steinbrecher denkt auch, dass das Ehrenamt mehr Wertschätzung erfahren sollte, auch wenn er persönlich „auf den feuchten Händedruck verzichten kann“. Er fährt jeden Freitag ehrenamtlich für die Tafel. „Ich arbeite den Tag heraus, bleibe dafür manchmal bis 21 Uhr im Büro“, so der Beschäftigte bei der Justiz. Er ärgert sich darüber, dass es so viele Leute gibt, die bei der Tafel helfen könnten, „aber einfach keine Lust haben“. Er meint damit auch Empfänger von Lebensmitteln an der Tafel. Kritisch beäugt er zudem, „dass der Landkreis bedürftige Menschen zur Tafel schickt, weil die – zumindest vorübergehend – keine Leistungen bekämen und ohne  Geld dastünden. Steinbrecher  ist mittlerweile  so in das „System Tafel“ involviert, dass er Ortsvorsitzender der Oranienburger  Mitglieder  des Arbeitslosenverbandes ist und im Verbandsrat des Arbeitslosenverband mitarbeitet. Wer sich für die ehrenamtliche Arbeit bei  der Oranienburger Tafel oder andere Projekte des Arbeitslosenverbandes interessiert, kann sich gern an Viola Knerndel  wenden (per Telefon  03301/53 54  25 oder per E-Mail unter ase.oranienburg@alv-brandenburg.de).

Von Stefan Blumberg

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