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Oranienburg Tiergarten ohne Wahllokal
Lokales Oberhavel Oranienburg Tiergarten ohne Wahllokal
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18:08 14.05.2019
In der „Gaststätte Tiergarten“ wurde viele Jahre lang gewählt. Quelle: Stefan Blumberg
Oranienburg

Es war das kleinste Wahllokal Oranienburgs. Die Betonung liegt auf war. In Tiergarten wird niemand mehr die Chance haben, seine Stimme(n) vor Ort abzugeben. „Ja, das Wahllokal gibt es nicht mehr“, sagt Oranienburgs Wahlleiterin Sylvia Holm. „Wir sind angehalten, einigermaßen gleich große Wahlbezirke festzulegen. Tiergarten ist das Wahllokal mit den wenigsten Wählern.“ In Zahlen ausgedrückt: Bei der Wahl 2014 erschienen 122 Einwohner aus Tiergarten, um ihre Wahlzettel in die Urne zu werfen. „In anderen Wahllokalen sind es mehr als eintausend Wähler gewesen“, so Sylvia Holm. Das   sei  nicht  gerechtfertigt. Grund dafür sei das Wachstum der Stadt.

Wahllokal drei Kilometer entfernt

Weil es dieses Ungleichgewicht gibt, wurden die Zuschnitte der Wahlbezirke auf den Prüfstand gestellt. „Wir haben sie leicht verändert“, so Sylvia Holm. Für die Tiergartener ist das traditionelle Wahllokal – die „Gaststätte Tiergarten“ – am Wahlsonntag nun kein Anlaufpunkt mehr. Sie müssen nunmehr in die drei Kilometer entfernte Orangerie gehen beziehungsweise fahren. Dort befindet sich für sie jetzt das Wahllokal. Während das für die Tiergartener jetzt wegfällt, werden in Germendorf, Lehnitz und Oranienburg-Süd drei zusätzliche Wahllokale eröffnet.

Fahrgemeinschaft eine Alternative

„Ich habe darauf aufmerksam gemacht, dass es in Tiergarten auch ältere Menschen gibt, die nicht so gut zu Fuß oder gar nicht motorisiert sind“, sagte Karl-Heinz Grollmisch, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates Oberhavel. „Deshalb hatte ich vorgeschlagen, dass ein Bus eingesetzt wird, um die Wähler bis zur Wahlurne zur Orangerie zu fahren.“ Die Stadt habe sein Ansinnen geprüft. Grollmisch erhielt die Auskunft, „dass sich die Verwaltung gegen einen Transfer“ ausgesprochen habe, weil dies auch in anderen Wahlbezirken Begehrlichkeiten wecken könnte. Dies könne die Stadt nicht leisten. „Ich habe auch erklärt, dass am Wochenende gar kein Bus nach Tiergarten fährt. Aber das war kein Argument“, so Karl-Heinz Grollmisch. Sylvia Holm appellierte unter anderem an die Nachbarschaftshilfe, die sich durch die Bildung von Fahrgemeinschaften zeigen könne. Und eine Alternative sei auch noch die Briefwahl.

„Dann fällt die Wahlbeteiligung noch niedriger aus“

Eine Einwohnerin von Tiergarten, die ihren Namen nicht sagen wollte, wusste noch nichts von der Verlegung des Wahllokals in die Orangerie. „Ich habe noch gar nicht nachgesehen. Aber es ist irgendwie typisch. Jetzt haben wir nicht mal mehr ein Wahllokal. Dann wird es mich auch nicht wundern, wenn am Ende die Wahlbeteiligung noch niedriger ausfällt als sonst. Es war ja so schon schwierig genug, die Einwohner in das Wahllokal zu bekommen.“ Für sie sei es vergleichbar mit der Taktung des Busses: Er fahre nur dreimal am Tag. „Dabei leben wir in der Kreisstadt, aber irgendwie doch in einem Dorf.“

Tiergartener meistens die schnellsten

So ganz neu ist das Thema Verlegung des Wahllokals in Tiergarten nicht. Bereits vor zwei Jahren habe es Überlegungen gegeben, das Mini-Wahllokal einzusparen, „aber die Stadtverordneten haben darauf bestanden, dass es für Leute in Tiergarten erhalten bleibt“, begrüßte im Herbst 2017 Detlef Krage. Er bildete gemeinsam mit Nadine Grapenthin und Kerstin Plackties seit Jahren ein eingespieltes Team im Wahllokal. Sie stemmten schon mehrere Wahlen in dem kleinsten Wahllokal der Kreisstadt. Der Vorteil: Die Tiergartener sind abends beim Auszählen immer die Ersten. Bei der Bürgermeisterwahl vor gut anderthalb Jahren schlossen die Wahllokale um 18 Uhr. Um 18.11 Uhr war der Stimmbezirk ausgezählt.

Von Stefan Blumberg

Die Inhaberin der Schloß-Parfümerie wird nur 59 Jahre alt. Ihr Geschäft in der City, das sie seit 1991 führte, gilt als Anker unter den Läden.

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