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Oranienburg Tränen der Reue beeindrucken auch die Richterin
Lokales Oberhavel Oranienburg Tränen der Reue beeindrucken auch die Richterin
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20:00 26.09.2019
In Oranienburg ist jetzt ein Vorfall aus dem Februar 2017 neu verhandelt worden. Quelle: dpa/Uli Deck (Symbolbild)
Oranienburg

Der Prozess gegen eine Frau aus Oberkrämer, in dem sie sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten sollte, war schon einmal im Frühjahr angesetzt gewesen. Die angeklagte Martina W. war damals nicht erschienen, sodass das Gericht die Sache mit einem Strafbefehl entschieden hatte. 100 Tagessätze lautete das Urteil. Dagegen legte die 57-Jährige Einspruch ein und somit musste am Donnerstag vor dem Amtsgericht Oranienburg nun doch verhandelt werden. Martina W. räumte zwar reumütig die Tat ein, wollte jedoch die Tagessatzhöhe vermindert sehen. Deshalb ihr Einspruch, den ihr Verteidiger mit der „Redlichkeit und Geständigkeit“ seiner Mandantin begründete.

Frau mit Fäusten ins Gesicht geschlagen

Die Angeklagte gab zu, am 28. Februar 2017 ihren Enkelsohn mit ihrem Pkw zu der Hennigsdorfer Wohnung ihres Sohnes gefahren zu haben. Dort wollte die Lebensgefährtin des Sohnes, die Zeugin E., das Kind in Empfang nehmen, was die Oma verweigerte. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung. Als die Zeugin E. durch das offene Fenster nach dem Kind griff, schlug die Angeklagte der Frau mit ihren Fäusten ins Gesicht und klemmte deren Arme mittels Fensterheber ein, gab Gas und schleifte die Geschädigte etwa 60 Meter in die Schönwalder Straße. Erst hier konnte sich das Opfer befreien, das erhebliche Schmerzen und Verletzungen davontrug.

Staatsanwalt über mildes Urteil überrascht

Der Staatsanwalt war bei der Verhandlung am Donnerstag überrascht über die „nur“ 100 Tagessätze aus dem Strafbefehl. „Ein Fahrzeug auf diese Art und Weise einzusetzen, das hat schon was“, zeigte er sich erstaunt. Dass die Angeklagte überhaupt noch eine Fahrerlaubnis besitzt, verwundere ihn, fuhr der Ankläger fort. Bei der Schwere der Tat wäre seiner Meinung nach eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten angemessen.

Angeklagte zuvor nie mit Gesetzt in Konflikt geraten

Der Verteidiger plädierte auf 90 Tagessätze, um eine dauerhafte Vorbestrafung seiner Mandantin zu verhindern. Die „Schallmauer“ wäre bei 100 Tagessätzen durchbrochen. Er führte dabei die innerfamiliären Spannungen ins Feld, die zu diesem Ausrasten der Angeklagten geführt hätten. Sie sei geständig und bisher nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten, immer berufstätig und anständig durchs Leben gegangen. Außerdem liegt die Tat zweieinhalb Jahre zurück – alles Gründe, die für eine milde Bestrafung sprechen, so der Anwalt.

Richterin empfiehlt eine Entschuldigung und Schmerzensgeld

Auch die Richterin, beeindruckt von den reumütigen Tränen der Angeklagten, tendierte zu dem Antrag des Verteidigers. Sie empfahl der Angeklagten, doch freiwillig über eine Entschuldigung verbunden mit einem Schmerzensgeld gegenüber der Geschädigten nachzudenken. Ihr Urteil: 90 Tagessätze zu je 40 Euro, also 3600 Euro Geldstrafe.

Die Verurteilte und der Staatsanwalt zeigten sich mit dem Urteil einverstanden. Es ist rechtskräftig.

Von Helmut Schneider

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