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Oranienburg Stau-Lärm von April bis September: Inoffizielle B 96-Umleitung sorgt für Unmut
Lokales Oberhavel Oranienburg Stau-Lärm von April bis September: Inoffizielle B 96-Umleitung sorgt für Unmut
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10:44 11.09.2019
Manja Lünser und Maik Putze sind regelmäßig genervt von der Blechlawine vor ihren Fenstern. Quelle: Stefanie Fechner
Nassenheide

Hupkonzerte, Motorengeräusche, genervte Autofahrer und Anwohner: In den Sommermonaten, vor allem zur Zeit der Sommerferien und am Wochenende, mutiert die Bundesstraße 96 in Nassenheide zur Staufalle. Der Verkehr trifft vor allem die Anwohner im Bereich der Straßen Am Dorfanger und Oranienburger Chaussee. Auch die Bewohner der Teschendorfer Straße müssen mit erhöhtem Verkehr klarkommen.

Einfädeln führt zu Stau

Der Stau hat zwei Hauptursachen. Zum einen führt die B 96 ab Teschendorf einspurig nach Nassenheide, wird aber ab dem Bereich über den „Soldatengraben“ auf zwei Spuren verbreitert und führt so bis in den Ort hinein, um sich dann an der Einmündung Liebenwalder Chaussee Ecke Oranienburger Chaussee wieder auf eine Spur zu verengen.

Dann müssen sich zum einen die Pkws der linken Spur wieder einordnen. Zum anderen muss auch der Verkehr aus Liebenwalde kommend in Richtung Oranienburg an dieser Stelle auf die Spur eingefädelt werden.

Wenn dann an den Sonntagen die Rückreisewelle von der Ostsee beginnt, wird es in Nassenheide regelmäßig eng. Hinzu kommt, dass viele Navigationsgeräte eine Umleitung durch den Ort vorschlagen.

Diese führt dann auf Höhe der Q1- Tankstelle auf die Teschendorfer Straße weiter auf die Straße Am Dorfanger und mündet auf Höhe des Ortseingangs wieder auf die B96, wo sich die Fahrzeugführer dann wieder in den Verkehr einfädeln müssen. Dies führt innerorts zu oft massiven Belästigungen durch Lärm und Abgase.

„An manchen Tagen kann man nicht mal die Straße überqueren

Manja Lünser (48) und Maik Putze (42) aus Nassenheide sind genervt. Sie sind Anwohner der Straße Am Dorfanger und erleben das sonntägliche Staugeschehen direkt vor ihrer Haustür. Seit 2017 wohnt Manja Lünser in der Wohnung, ihr Lebensgefährte verbringt oft die Wochenenden bei ihr. „Wir fühlen uns durch den Verkehr massiv belästigt“, erklärt das Paar.

Sie haben den Lärm von zwei Seiten. Einmal führt die Bundesstraße auf der rückwärtigen Seite des Grundstücks entlang, zum anderen staut es sich auch auf der Straßenfront. Dazu kommt, dass die Straßen Am Dorfanger und Teschendorfer Straße zum größten Teil mit Kopfsteinpflaster versehen sind, was den Geräuschpegel zusätzlich erhöht. „Es muss sich in jedem Fall etwas ändern“, sagt die Nassenheiderin. „So ist das auf Dauer nicht erträglich. An manchen Tagen kann man nicht mal die Straße überqueren.“

Der Stau reicht oft bis in die Teschendorfer Straße zurück. Quelle: Stefanie Fechner

Stau von Mittags bis Abends, von April bis September

Den gleichen Ton schlägt auch Detlef Wobst an. Der 62-Jährige ist ebenfalls Anwohner der Straße Am Dorfanger. „Ich bin wirklich genervt von der Situation“, gibt er unumwunden zu. „Die Motoren laufen trotz Stau dauerhaft, was auch mit einer enormen Geruchsbelästigung verbunden ist“, erklärt er. Das führt dazu, dass es für ihn und seine Frau oftmals unmöglich ist, am Sonntagnachmittag im Garten zu sitzen, der nur durch einen Fuß- und Radweg von der Straße getrennt ist.

„Das geht hier von April bis September so. Das macht wirklich keinen Spaß mehr“, zeigt er sich genervt. Verständnis für die Autofahrer hat er trotzdem . „Die folgen ja auch nur ihren Navigationsgeräten.“ Und natürlich hilft er auch, wenn Not am Mann ist. „Neulich sind hier einem Autofahrer die Bremsen heiß gelaufen, da habe ich die natürlich mit dem Wasserschlauch gekühlt.“

Auch der Fachbereichsleiter Bau und Ordnung des Löwenberger Landes, Manfred Telm, kennt dieses Problem. „Endgültig wird sich die Problematik erst mit dem Bau der neuen B96 beheben lassen“, erklärt er. Zusätzlich zum normalen Verkehrsaufkommen würden auch die Bauarbeiten für die neue Bushaltestelle auf Höhe der Sprint- Tankstelle zum Stau beitragen. „Die sollen aber bis Ende September abgeschlossen sein“.

Kommt das Verkehrsschild „Durchfahrt verboten“?

Kurzfristig strebt das Löwenberger Land als mögliche Entlastung der innerörtlichen Straßen ein Verkehrsschild „Durchfahrt verboten“ mit dem Zusatz „Anlieger frei“ an der Einfahrt zur Teschendorfer Straße auf Höhe der Q1-Tankstelle an. Die Anwohner bezweifeln allerdings, dass das die Autofahrer tatsächlich davon abhalten würde, in die Straße einzufahren. „Dann müsste das natürlich auch mal kontrolliert werden“, sagt Maik Putze.

Detlef Wobst ist ebenfalls Anwohner der Straße Am Dorfanger. Seinen Garten kann er an Sonntagen kaum nutzen. Quelle: Stefanie Fechner

Auch vom Landesbetrieb Straßenwesen heißt es, dass eine endgültige Entschärfung der Situation nur mit dem Neubau der Bundesstraße möglich ist. Dies wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen. „Wir hatten viele Einwendungen aus den betroffenen Gebieten, die wir jetzt nach und nach abarbeiten“, erklärt Hans-Jürgen Otte vom Landesbetrieb Straßenwesen. Der Planfeststellungsbeschluss soll voraussichtlich im Sommer 2020 fertig sein. Vor dem tatsächlichen Baubeginn müssen dann noch naturschutzrechtliche Maßnahmen getroffen werden, die auch mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen werden.

Wann die Nassenheider mit einer tatsächlichen Verbesserung ihrer Situation rechnen können, darüber kann nach jetzigem Stand keine genaue Aussage getroffen werden. Also werden sich die Fahrzeuge auch im nächsten Jahr wieder durch den Ort quälen und ihre Straße als Schleichweg nutzen, wenn mal wieder Stau auf der B 96 ist.

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Von Stefanie Fechner

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