Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Verspätete Bescherung
Lokales Oberhavel Oranienburg Verspätete Bescherung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 27.12.2019
Beim Auspacken der Geschenke vom MAZ-Wunschbaum in der Borgsdorfer Wohngruppe. Der Fotograf und Redakteur übernahmen die Rolle der Weihnachtsboten. Quelle: Robert Roeske
Borgsdorf

Manuel (11) programmiert sogleich den Code für seinen Tresor, Evelyn (10) testet den winzigen Quadrokopter und Mike (12) funkt seine Schwester über das neue Walkie-Talkie an: Im Borgsdorfer „Großen Schmetterlingshaus“, einer Außenwohngruppe des Trägervereins Alep, war am Freitag nach Weihnachten noch einmal Bescherung.

Erzieherin Ineka Henning hatte sich darum gekümmert, dass die Wünsche ihrer Schützlinge rechtzeitig an denWunschbaum in der Oranienburger MAZ-Geschäftsstelle angebracht werden konnten – und unsere Leser haben den Kindern liebevoll Geschenke eingewickelt, um diese Wünsche zu erfüllen und mit Süßigkeiten zu garnieren. Herzlichen Dank dafür! Insgesamt wurden acht Päckchen und Pakete gepackt sowie ein weiteres und besonders großes für alle zusammen.

Evelyn setzt in ihrer Fernbedienung für den Quadrokopter die Batterien ein. Quelle: Helge Treichel

Acht Kinder im Alter von 7 bis 18 Jahren leben aktuell in der Borgsdorfer Wohngruppe in der Berliner Straße 60, wo Familien die so genannte „Hilfe zur Erziehung“ gewährt wird. Die Kinder und Jugendlichen würden seit mindestens 2,5 Jahren in der Einrichtung betreut, sagt Erzieher Robert Woltag, wenn manche auch mit Unterbrechung. Auch über die Weihnachtsfeiertage war die Wohngruppe vom 24. bis zum 26. Dezember nicht belegt – alle waren in ihren Familien. Aus diesem Grund konnten die Geschenke erst verspätet und auch erst zur Hälfte an ihre Adressaten übergeben werden.

Das jedoch tat der Freude bei den Beschenkten keinen Abbruch. Sofort wurden die Spielzeuge in Betrieb genommen. Zum Glück hatte Robert Woltag genügend Batterien in allen erforderlichen Größen vorrätig. Nur der kleine Quadrokopter durfte nicht sofort in die Luft steigen. Flugversuche gestattete der Erzieher wegen der Kollisionsgefahren nicht in der guten Stube – dazu wurde extra ein Spaziergang geplant. Das gab zugleich Gelegenheit, das milde Wetter zu genießen und alle nötigen Akkus aufzuladen.

Manuel öffnet sein Geschenk – einen Spielzeugtresor der „drei ???“. Quelle: Helge Treichel

Über das Fluggerät mit den vier Propellern freute sich Evelyn. Ein Mitbewohner hatte so einen fernsteuerbaren Quadrokopter zum Geburtstag bekommen, sagt sie – und da hatte sie sich eben auch einen gewünscht. „Es macht Spaß, damit herumzufliegen“, sagt die Zehnjährige. „Cool“ sei, dass die Spielzeugdrohne beim Fliegen in allen möglichen Farben leuchtet.

Ihr Bruder Mike freute sich über ein Walkie-Talkie-Funkgerät. Damit könnten er und seine Schwester nun auch über eine gewisse Distanz geheime Botschaften austauschen, sagt er und montiert fachmännisch die Batterien: „Das ist manchmal sehr praktisch.“

Manuel ist nun stolzer Besitzer eines Spielzeug-Tresors der „drei ???“ („drei Fragezeichen“). Er liebt die Geschichten der drei Detektive und liest gerade zwei Bücher mit Kriminalgeschichten. Die hatte ihm Mitbewohner Mike ausgeliehen. „Das hat mich dazu inspiriert, einen Tresor zu wollen“, sagt er. Und das sei „voll spannend“.

Redakteur Helge Treichel überbrachte am Freitag die Geschenke der MAZ-Leser. Quelle: Robert Roeske

In den übrigen Päckchen befanden sich ein ferngesteuerter Monstertruck, zwei Schleich-Tiere, ein Computer-Headset und ein Amazon Gutschein.

Die größte und schwerste Kiste kommt der gesamten Wohngruppe zugute. Dieser Wunsch war zusätzlich geäußert worden, obwohl er den Wert von 20 Euro bei weitem übersteigt: eine Heißluftfritteuse. Eine Oranienburger Geschäftsfrau hatte sich dieses Wunsches angenommen. „Wenigstens Ihr wollen wir zum Dank einen Brief schreiben“, sagt Robert Woltag: „Wir sind aber sehr dankbar gegenüber allen Spendern“, so der 30-Jährige. „Es ist schön, dass es Menschen gibt, die anderen eine Freude machen, ohne sie zu kennen.“

Robert Woltag ist seit acht Jahren in der „Hilfe zur Erziehung“ als Erzieher tätig – nachdem er ein knappes Jahr in einer Kita gearbeitet hatte. „Das macht mir mehr Spaß“, sagt er mit Blick auf die familienähnliche Wohnform und die geringe Zahl an Kindern. So hat er auch den Schweinebraten zubereitet, der am Freitag zum Mittag serviert wurde. Dank der fettlosen Fritteuse wurde spontan entschieden, dass es keine Kartoffeln, sondern Pommes dazu gibt – sehr zur Freude aller Altersgruppen. „Die Heißluftfritteuse läuft super“, bilanziert der Erzieher den ersten Einsatz des Gerätes. Allen habe es prima geschmeckt.

Der 16-jährige Jeremy, der an diesem Tag etwas später zur Gruppe dazustieß, freute sich übrigens über einen weiteren Amazon-Gutschein. Den will er allerdings nicht für sich selber einlösen. Er möchte damit ein Geschenk für seine Freundin kaufen.

Mike macht seine Walkie-Talkies startklar. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist am Wochenende mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

27.12.2019

Zahlreiche Oberhaveler sorgten in den Dezemberwochen dafür, dass für kleine und große Mitbürger Herzenswünsche in Erfüllung gingen. Diese hatten sie am MAZ-Wunschbaum im Kundencenter in Oranienburg aufgehangen in der Hoffnung, dass Menschen mit einem großen Herz die Wünsche wahr werden lassen.

27.12.2019

Zwei Startup-Gründer haben einen intelligenten Kühlschrank erfunden. Jetzt wurde sogar der Schwedische Marktführer Convini darauf aufmerksam. Er will die Unternehmer unterstützen und mit ihnen gemeinsam den deutschen Markt erobern.

27.12.2019