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Oranienburg Das große Flattern in Oberhavel
Lokales Oberhavel Oranienburg Das große Flattern in Oberhavel
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20:49 13.01.2020
Viele Amseln starben an der Usutu-Epidemie. Die noch ausstehende Auswertung der Zählaktion wird zeigen, wie es um den Bestand steht. Quelle: Bernd Gartenschläger
Oberhavel/Oranienburg

Mit Luchsaugen haben die Oberhaveler die Gegend vor ihrer Haustür gescannt – sie waren auf der Suche nach Vögeln. Motto: Das große Flattern in Oberhavel. Zu der bundesweiten Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“ hatte der NABU zum zehnten Mal aufgerufen. Mit Auswertung der Daten will der Naturschutzbund den aktuellen Vogelbestand ermitteln.

„An der Spitze der Zählung liegt der Hausperling nahezu uneinholbar vor Kohlmeise, Blaumeise und Feldsperling“, sagt NABU-Naturschutzreferentin Manuela Brecht.

Wie eh und je – der Spatz, alias Haussperling flattert immer vorneweg. So registrierten die fleißigen Vogelbeobachter aus Oberhavel in 254 Gärten über 2400 Spatzen. Quelle: Nabu

So registrierten die fleißigen Vogelbeobachter aus Oberhavel in 254 Gärten 2409 Spatzen (Stand: 13. 1., 15 Uhr), die man auch Haussperling nennt.

Die Kohlmeise mit ihrem grün/gelben Federkleid und dem schwarz-weißem Kopf wurde in 254 Gärten 1544 Mal gezählt, die Blaumeise 969 Mal (Stand Montag 14.30 Uhr).

Grünfinken wurden 308 Mal gesichtet. Aber der Vogel aus der Unterfamilie der Stieglitzartigen hat bundesweit Federn gelassen. Denn die Art hatte mit der Parasitenkrankheit Trichomoniasis zu kämpfen, die für erkrankte Vögel tödlich endet.

Merkliche Rückgänge um 20 Prozent gebe es auch bei den Buchfinken. „Möglicherweise sind in diesem Winter weniger Buchfinken aus dem Norden und Osten zu Gast“, sagt die Expertin. Auch Zeisige sowie Hänflinge seien im Bundesdurchschnitt seltener als üblich.

Ein Eichelhäher holt auf – hier verdrückt er eine Erdnuss. Foto: Georg Wendt/dpa Quelle: dpa

Quasi ins Auge gestochen ist den Oberhaveler Vogelfreunden der rotbraune Eichelhäher mit seinen leuchtend blauen Flügelspitzen und dem schwarzen Schwanz. 287 der Singvögel aus der Familie der Rabenvögel wurde in 254 Gärten Oberhavels gesichtet. „Die Zahl der beobachteten Häher hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Er wurde in fast jedem zweiten Garten gesehen“, sagt Manuela Brecht. Hauptgrund sei, dass Wintergäste wie er schon im September aus dem Norden und Osten einflogen.

Der Seidenschwanz holt auf – bei der Zählung 2020 wurden mehr Vögel entdeckt als im Vorwinter. Quelle: dpa

Auf dem Vormarsch sei auch der Seidenschwanz (OHV: 23 Vögel in 254 Gärten). Der Singvogel wurde deutlich mehr entdeckt als im Vorwinter. Die bunten Vögel brüten in Skandinavien und Sibirien und es dränge sie im Winter zu uns. Da sie vom Osten und Norden her einfliegen, sind auch dort die Beobachtungen am häufigsten. Im Osten liegen Seidenschwanz-Meldungen aus weiten Teilen Brandenburgs wie in Oberhavel und Sachsens von der Prignitz über den Raum Berlin bis in den Spreewald und nach Bautzen und Görlitz vor.

Auch die Ringeltaube ist immer mehr im Anflug (OHV: 441 Tiere in 254 Gärten). Pro Jahr seien es bundesweit 3,6 Prozent mehr. „Das liegt zum einen am steigenden Brutbestand, aber auch an der immer geringeren Neigung der Art aus Deutschland wegzuziehen“, sagt die Expertin. Auch bei anderen Teilziehern wie der Heckenbraunelle (OHV: 5 Vögel/254 Gärten) sind die Zahlen in diesem Jahr besonders hoch, ebenso wie die der Kurzstreckenzieher alias Hausrotschwanz (OHV: 6/254) und Bachstelze (OHV: 4/254). Der Zuzug sei ganz klar Auswirkung des milden Winters.

Unter den mäßig häufigen Arten stechen Grünspecht (OHV: 29/254) und Haubenmeise (OHV: 71/254) positiv hervor. Auch typische Kurzstreckenzieher wie Bachstelze, Zilpzalp und Hausrotschwanz treten vermutlich wegen des milden Winters nun häufiger auf. Sie haben keinen Bock, die Flatter zu machen.

Auch die Ringeltaube holt auf. In 254 Gärten in Oberhavel wurden über 400 Tiere gezählt, bundesweit soll sich der Bestand pro Jahr um 3,6 Prozent erhöhen. Quelle: NABU

Die Zahl der Amseln wird zeigen, ob sich die Bestände der auch „Schwarzdrossel“ genannten Art nach der Usutu-Epidemie des Sommers 2018 wieder erholt haben (OHV: 626 Vögel in 254 Gärten). Insgesamt hatten sich bundesweit über 80 000 Vogelfreunde beteiligt und zwei Millionen Vögel gezählt.

Achtung: Die Zahl der gezählten Vögel kann sich noch ändern, da man online noch bis 20. 1. 2020 Meldung machen kann.

Infos: www.nabu.de (Stichwort: Tiere/Pflanzen/Aktionen/Projekte).

Von Jeannette Hix

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