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Oranienburg Vom Atlantik in den Lehnitzsee: 72 000 Glasaale eingesetzt
Lokales Oberhavel Oranienburg Vom Atlantik in den Lehnitzsee: 72 000 Glasaale eingesetzt
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15:50 06.02.2020
Auch in diesem Jahr setzen wieder die Angler vom Kreisanglerverband junge Aale im Lehnitzsee aus. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

In weißen Kisten verpackt standen die neuen Bewohner am Donnerstagmorgen auf dem Gelände des Kreisangelverbandes Oberhavel. Frisch aus Nordfrankreich exportiert tummelten sich knapp 72000 Glasaale in den Behältern, die kurze Zeit später in die Gewässer eingesetzt wurden.

Auch in diesem Jahr setzen wieder die Angler vom Kreisanglerverband junge Aale im Lehnitzsee aus. Quelle: Enrico Kugler

Am 6. Februar wurden im Rahmen des Besatzprogrammes „Europäischer Aal“, gefördert aus der Fischereiabgabe des Landes, etwa 1,1 Millionen Glasaale in Brandenburger Gewässer entlassen. Dieser Beitrag, den die Angler dort zur Erhaltung des Aal-Bestandes leisten, ist enorm. Ziel des Besatzes ist die nachhaltige Förderung des Aalbestandes. Auch in Oberhavel wurden über 70 000 Glasaale eingesetzt. „Der Aalbestand ist durchaus gefährdet, gerade der Schwarzmarkt wird immer größer und gefährdet unseren Bestand“, beschreibt Andre Stöwe, Geschäftsstellenleiter des Kreisangelverbandes, die Situation um den beliebten Fisch. Um den Bestand auch langfristig zu sichern, versucht man seitens des Kreisangelverbandes seit knapp zehn Jahren die Bestände aufzufrischen. „Wir würden solche Aktionen natürlich gerne mehrmals im Jahr machen, aber der Aufwand ist immens groß und auch die Kosten natürlich“, erklärt Andre Stöwe.

Auch in diesem Jahr setzen wieder die Angler vom Kreisanglerverband junge Aale im Lehnitzsee aus. Quelle: Enrico Kugler

Der Europäische Aal pflanzt sich im Atlantik, in der sogenannten Sargassosee vor Mittelamerika fort, überquert dann den Atlantik Richtung der europäischen Küsten und lebt schließlich als ausgewachsener Aal (Blankaal) in den Flusssystemen Europas, um sich dann zur Fortpflanzung wieder auf die Reise über den Atlantik in sein Laichgebiet zurückzubegeben. Die jungen Aale, die im Frühjahr an den Atlantikküsten ankommen, sind durchsichtig, daher auch ihr Name und dann bereits seit drei Jahren unterwegs. In Oberhavel angekommen, werden sie nun in die Fließgewässer ausgesetzt, wie der Oder-Havel-Wasserstraße oder in den Vosskanal. „Die Glasaale kommen alle in Gewässer, die schlussendlich in die Elbe fließen“, so Andre Stöwe. Allerdings seien die Kosten für solche Aktionen schon immens, wie der 35-jährige Geschäftsstellenleiter aus Nassenheide bemerkt. „Die Preise für Aale sind extrem schwankend. Wenn man Glück hat bezahlt man circa 380 Euro pro Kilo, wenn man Pech hat werden auch bis zu 1000 Euro pro Kilogramm aufgerufen.“ Problem für den Aal bereiten zudem bauliche Veränderungen, wie Stöwe mitteilt: „Aufgrund der zahlreichen Querverbauungen der Flüsse in den letzten Jahrzehnten, hat sich die Lebensdauer der Aale leider sehr negativ entwickelt. Wasserkraftanlagen stellen zudem ein unüberwindbares und tödliches Hindernis für die wandernden Aale dar.“

Auch in diesem Jahr setzen wieder die Angler vom Kreisanglerverband junge Aale im Lehnitzsee aus. Quelle: Enrico Kugler

Finanziert wurden die Neuankömmlinge über Mitgliedsbeiträge des Kreisangelverbandes. Rund 7000 Mitglieder umfasst aktuell der Kreisverband Oberhavel, in ganz Brandenburg sind es mehr als 80 000 Angler. „Wir hoffen, den Bestand des Aales wieder stabilisieren zu können“, hofft Andre Stöwe für die nahe Zukunft.

Von Knut Hagedorn

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