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Oranienburg Vor Ort bei den Wildrettern in Wensickendorf: Positive Signale von Stadt und Kreis
Lokales Oberhavel Oranienburg Vor Ort bei den Wildrettern in Wensickendorf: Positive Signale von Stadt und Kreis
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17:38 19.08.2019
Frank Oltersdorf, Martina Weber, Ludger Weskamp, Björn Lüttmann und Dirk Blettermann besichtigen die Außenanlage der Wildtierretter in Wensickendorf. Quelle: Nadine Bieneck
Wensickendorf

Wohl einen weiteren Schritt voran kamen alle an den Querelen um die Wildtierretter aus Wensickendorf Beteiligten am Montagvormittag. Und rein praktisch mussten sie dafür nicht einmal weit laufen. Denn nur über wenige Meter erstreckt sich da Außengelände im Gärtnerweg, welches Stein des Anstoßes ist und auf dem die Wildtierretter und die Pflegestelle des Gnadenhofes auch zukünftig verletzten Tieren helfen möchten. Um den Weg dorthin weiter zu begradigen, hatte der SPD-Fraktionsgeschäftsführer im Landtag, Björn Lüttmann, am Montag zu einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin mit den Tierschützern, Landrat Ludger Weskamp (SPD) und Oranienburgs Baudezernent Frank Oltersdorf (SPD) eingeladen. „Mir war es wichtig, alle Beteiligten endlich einmal vor Ort zusammenzubringen, so dass man sich auch mal persönlich sieht“, erklärte Lüttmann. „Es macht schließlich einen Riesenunterschied, ob man ein Thema nur aus einer Akte kennt oder aber durch Eindrücke, die man sich selbst persönlich am Ort des Geschehens gemacht hat.“

Die Wellen waren hochgeschlagen im Februar diesen Jahres, nachdem der Landkreis dem im Wensickendorfer Gärtnerweg angesiedelten Tierschutzverein die Nutzung baulicher Anlagen auf dessen Grundstück mit einer Frist bis zum August untersagt, bei Zuwiderhandlung mit einem Zwangsgeld in fünfstelliger Höhe gedroht und damit den Verein in eine existenzbedrohende Situation gebracht hatte. Schon zuvor hatte es immer wieder Differenzen zwischen Tierschützern und Behörden gegeben, so unter anderem beim Neuaufbau eines verrotteten Zaunes, dessen Baugenehmigung das Bauordnungsamt 2018 ablehnte.

Alle Anwesenden hatten viel Redebedarf. Quelle: Nadine Bieneck

Viel passiert sei seit Anfang des Jahres, befand der Vorsitzende der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung, Dirk Blettermann: „Es gibt schon deutliche, positive Veränderungen, auch wenn dafür eine Menge Überzeugungsarbeit nötig war. Die Fristverlängerung der Nutzungsuntersagung ist nicht selbstverständlich. Dass das Genehmigungsverfahren von Stadt und Kreis durchaus positiv begleitet wird, ist ein großer Erfolg“, so Blettermann. Einem positiven Votum des Oranienburger Bauausschusses im März waren wenige Wochen später auch die Stadtverordneten gefolgt, als sie der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes auf dem Gelände in Wensickendorf zustimmten und damit den Weg zur Legalisierung des Geländes und damit der Vereinsarbeit ebneten. „Uns ist es wichtig, ganz klar zu sagen: Wir helfen verletzten und kranken Wildtieren. Die wollen wir hier auf dem Gelände gar nicht alle behalten, sondern sie nach ihrer Versorgung wieder zurück in die Natur bringen oder wenn das nicht möglich ist, an entsprechend verantwortliche Stellen weitergeben“, erklärte Martina Weber, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins. Gleichzeitig räumte sie jedoch auch ein, dass in den vergangenen Jahren auch die Tierschützer Fehler gemacht hätten, man jedoch gewillt sei, diese nun zu beheben.

Begehung des Außengeländes. Quelle: Nadine Bieneck

Sowohl der Landrat als auch der Baudezernent nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild vom Zustand des Grundstücks und insbesondere seiner Außenanlage zu machen, über die seit Monaten diskutiert wird. Ludger Weskamp legte allen Anwesenden nahe, „ordnungsgemäße Planungsunterlagen“ würden im Interesse aller Beteiligten liegen und stellte einen gegebenenfalls notwendigen, weiteren Aufschub der Nutzungsuntersagung in Aussicht. In die gleiche Kerbe schlug auch Frank Oltersdorf. Der Baudezernent machte deutlich, dass die Stadt an geltendes Recht gebunden sei, sandte gleichzeitig jedoch auch positive Signale aus: „Reichen Sie die Unterlagen des Planungsbüros ein, dann schauen wir weiter“, gab er den Tierschützern mit auf den Weg. Einig waren sich am Ende sowohl Landrat als auch Baudezernent, dass das Unterfangen tierschutzrechtlich positiv, planungsrechtlich allerdings nicht ganz einfach sei.

Die zweite Vereinsvorsitzende Martina Weber, Steven Giese vom mobilen Tierrettungsteam und Rechtsanwältin Stefanie Petersdorff. (v.l.) Quelle: Nadine Bieneck

Damit heißt es nun: Warten auf das Planungsbüro, welches das Bauleitverfahren erstellt. „Überhaupt erstmal ein Planungsbüro zu finden, war schwer. Die sind alle ausgebucht“, berichtete Martina Weber. Nach langer Suche, knapp 30 Absagen habe man erhalten, sei man über Empfehlungen letztlich auf das Aachener Planungsbüro Alexander von Frantzius gestoßen, dessen Beauftragung durch die Stadt Oranienburg auch genehmigt wurde. Das erstellt gegenwärtig nun die Unterlagen, die auch Auskunft über die Zufahrt zum Gelände geben sollen. Für Stefanie Petersdorff von der Kanzlei Hartmann & Partner, die den Verein rechtlich vertritt, eine der zu klärenden Hauptfragen des gesamten Verfahrens. Sie drängt zudem darauf, baldmöglichst eine Aussage zur möglichen Erschließung des Geländes zu erhalten. Schließlich „könnten damit Kosten im sechsstelligen Bereich auf den Verein zukommen, über die man sich dann Gedanken machen müsste“.

Auch für die Tiere gab es Mitbringsel. Quelle: Nadine Bieneck

Von Nadine Bieneck

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