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Oranienburg „Barbies und Puppen gehen immer“
Lokales Oberhavel Oranienburg „Barbies und Puppen gehen immer“
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11:47 30.08.2019
Bürgermeister Alexander Laesicke (2.v.l.) schaute sich am Donnerstag bei der Oranienburger Kleiderkammer in der Albert-Buchmann-Straße um. Quelle: Nadine Bieneck
Oranienburg

Der Strom an Menschen reißt am Donnerstagmorgen in der Albert-Buchmann-Straße 15 in Oranienburg nicht ab. Ab 8 Uhr nehmen dort ehrenamtliche Helfer die Spenden entgegen, die von Oranienburgern und Bewohnern umliegender Orte und Gemeinden in der Kleiderkammerabgegeben werden. Punkt 10 Uhr öffnet dann die Ausgabestelle ihre Pforten, in der sich Bedürftige bis zu einem bestimmten Limit kostenlos mit Kleidung, Schuhen, aber auch Haushaltswaren versorgen können. Darüber hinaus können sie weitere Teile gegen eine kleine Spende erwerben. „Die ersten stehen oft schon um 9 Uhr vor unserer Tür und warten auf den Einlass“, weiß Angelika Voigt. Die 67-Jährige leitet seit drei Jahren die Kleiderkammer in der Kreisstadt, die vom Oranienburger Kleiderkammer e.V. betrieben wirdund behält auch im größten Gewusel den Überblick über Mitarbeiter, Kunden, Spender und mitunter auch Gäste, die den Weg in den Flachbau direkt gegenüber der Torhorstschule finden.

Als solch ein Gast entpuppte sich in dieser Woche Bürgermeister Alexander Laesicke. Ausschließlich am Donnerstag öffnet die Oranienburger Kleiderkammer ihre Türen. Von morgens bis abends wird dann geschafft und geschuftet, in zwei Schichten, berichtet Angelika Voigt: „Wir sind jeweils zehn bis zwölf Leute, die in einer Früh- und in einer Spätschicht im Einsatz sind.“

Vor allem Anzüge für schlanke Männer sind im Herrensegment Mangelware und werden dringend gebraucht. Quelle: Nadine Bieneck

Die seien auch notwendig, um all das zu schaffen, was an solch einem Donnerstag anfällt, vom Entgegennehmen der Spenden über das Sortieren, die Weiterverteilung, die Ausgabe der gespendeten Teile an die Kunden bis hin zur Verwaltung und Organisation der Kundschaft. Dass all dies wie am Schnürchen läuft, ist laut Angelika Voigt vor allem ihren Kollegen zu verdanken: „Unser Team ist prima und wie eine Familie. Ohne unseren Zusammenhalt würde das nicht funktionieren“, sagt sie. „Hier tätig zu sein, bereichert enorm und gibt einem noch einmal einen ganz anderen Blick auf viele Sachen“, findet auch Martina Kleiner. Die Glienickerin ist seit einem Jahr in der Kleiderkammer tätig, nachdem sie aktiv nach einer Möglichkeit gesucht hatte, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das Spendenaufkommen sei in den vergangenen Jahren mehr geworden, kann unterdessen Angelika Voigt berichten. „Die Menschen haben ein Interesse daran, dass gut erhaltene Sachen weiter genutzt werden.“ Auch wenn nicht alles, was in der Kleiderkammer abgegeben werde, tatsächlich auch wirklich noch nutzbar sei. „Mitunter müssen wir durchaus etwas aussortieren, was in einem Zustand ist, der nicht mehr geht.“ Ebenfalls nicht nachlassen würde jedoch auch die Zahl der Bedürftigen. Zu tun gibt es für das eingeschworene Team der Kleiderkammer daher mehr als genug.

Seit 2001 gibt es die Kleiderkammer in Oranienburg bereits. Quelle: Nadine Bieneck

Bevor an diesem Donnerstag ab 10 Uhr der Kundenansturm in die einzelnen Warenräume beginnt, nutzt Bürgermeister Alexander Laesicke die Gelegenheit, sich genau umzuschauen und auch nachzufragen. „Wir haben uns vor geraumer Zeit auf einem privaten Termin getroffen“, berichtet Angelika Voigt. Dabei habe sie den Bürgermeister eingeladen, sich ein Bild von der Einrichtung zu machen, die wöchentlich von rund 40 bis 55 Bürgern und Familien aufgesucht wird. Dauerbrenner sei neben Kinderbekleidung auch Spielzeug: „Barbies und Puppen gehen immer“, verrät Angelika Voigt lachend.

Angelika Voigt, Leiterin der Kleiderkammer. Quelle: Nadine Bieneck

Alexander Laesicke ist beeindruckt. Vor allem von dem großen ehrenamtlichen Engagement und davon, „wie breit die soziale Szene in Oranienburg tatsächlich ist. Es gibt viele, viele gute Geister, denen es ein Bedürfnis ist, Gutes für andere zu tun, ohne dies groß vor sich her zu tragen“, so der Bürgermeister. „Ich bin sehr dankbar für diesen Einblick.“ Er sei sicher, dass man die anstehenden Herausforderungen hinkriegen würde und trifft damit auf offene Ohren bei Angelika Voigt. „Vor drei Jahren erklärte man uns, dass unser Gebäude möglicherweise abgerissen werden muss, um eine Turnhalle für die benachbarte Schule zu errichten. Mir war wichtig, dass der Bürgermeister die Gegebenheiten hier vor Ort persönlich kennt. Vor allem wenn es darum geht, dass wir neue Räume benötigen.“ Was ihr sonst noch auf den Nägeln brenne? „Vielleicht ein, zwei zusätzliche männliche Helfer, die beim Tragen der schweren Sachen helfen können. Da haben wir schon etwas Mangel“, sagt sie. Zudem hofft sie, noch mehr Leute mit dem Angebot erreichen zu können: „Es steht auch Senioren oder Alleinerziehenden offen, die wenigsten wissen jedoch davon.“

Mehr Informationen zur Kleiderkammer in Oranienburg sowie Kontaktmöglichkeiten für weitere ehrenamtliche Helfer gibt es unter www.oranienburger-kleiderkammer.de.

Von Nadine Bieneck

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