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Oranienburg Wasserstoff für die Eisenbahn: Was Enertrag in Oranienburg plant
Lokales Oberhavel Oranienburg Wasserstoff für die Eisenbahn: Was Enertrag in Oranienburg plant
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18:27 25.09.2019
Im Februar stellte die Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft den ersten, ausschließlich mit Wasserstoff betriebenen Zug in Basdorf (Barnim) vor. Quelle: dpa/Bernd Settnik
Oranienburg

Entsteht vor den Toren Oranienburgs demnächst ein Wasserstoff-Werk? Geht es nach der Firma Enertrag, dann auf jeden Fall. Das aus der Uckermark stammende und im Bereich der erneuerbaren Energien tätige Unternehmenwar am 8. August mit seiner Projektidee bei Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke vorstellig geworden. Konkret interessiert sich Enertrag für eine Fläche zwischen den Ortsteilen Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf, die gegenwärtig landwirtschaftlich genutzt wird.

Das Unternehmen, das sich vor allem auf die Stromgewinnung durch Windkraft spezialisiert hat und 762 Windanlagen mit einer Jahresstromproduktion von vier Terawattstunden betreibt, möchte dort eine Anlage zur Herstellung von Wasserstoff errichten. Hintergrund ist offenbar die Umstellung der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft (NEB) von Zügen auf Wasserstoffbetrieb.

Die Ortsbeiräte wissen Bescheid

„Die Ortsbeiräte von Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf wurden über diese Investorenpläne informiert“, berichtet Schmachtenhagens Ortsvorsteherin Katrin Kittel. Es habe anschließend ein erstes Treffen mit der Firma Enertrag gegeben. „Ob diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, ist noch völlig offen. Uns ist es dennoch enorm wichtig, alle Informationen und Planungen den Bürgern zeitnah zukommen zu lassen“, sagt Katrin Kittel. Am 23. Oktober gibt es daher für alle interessierten Anwohner der drei betroffenen Ortsteile eine Informationsveranstaltung der Firma Enertrag im Bauernmarkt Schmachtenhagen (Beginn: 18.30 Uhr).

Das Unternehmen selbst hält sich mit konkreten Informationen aktuell noch bedeckt. „Das Projekt und die Planungen sind noch ganz frisch“, sagt Pressesprecherin Nadine Haase und bestätigt lediglich, dass im Rahmen des Heidekrautbahn-Projekts geplant sei, vor Ort Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Die geplante Informationsveranstaltung Mitte Oktober solle dazu genutzt werden, den Bewohnern der anliegenden Ortsteile das Projekt näher vorzustellen. Dort werde es dann auch ausführlichere Informationen geben.

Im Februar präsentierte die NEB erstmals den mit Wasserstoff betriebenen Zug. Quelle: dpa/Bernd Settnik

Im Oranienburger Rathaus steht man dem Projekt offen gegenüber: „Gerade unter dem Aspekt des Klimaschutzes klingt das nach einem interessanten Pilotprojekt“, sagt Pressesprecher Gilbert Collé. Mit Errichtung und Betrieb einer solchen Anlage ginge neben rechtlichen Rahmenbedingungen auch ein Genehmigungsverfahren einher, das durchlaufen werden muss.

Bürger hätten in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, Einwendungen zu äußern, die in dem Verfahren dann mitbedacht würden, so Collé. Tatsächlich ist der aktuelle Stand der Planungen so weit jedoch noch lange nicht. „Wir reden über einen Zeitablauf von zwei bis drei Jahren“, sagt Collé. Zunächst müsse ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden, anschließend die Bau- und Betriebsgenehmigung beantragt und geprüft werden. Gegenwärtig ist der Investor laut Gilbert Collé „noch dabei, mit allen Beteiligten im Vorfeld Gespräche zu führen.“

Testfahrt von Berlin nach Basdorf

Die NEB hatte erst im Februar in Basdorf (Barnim) den zusammen mit Hersteller Alstom entwickelten ersten Wasserstoff-Zug „Coradia iLint“ vorgestellt, der ausschließlich mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird. Diese erzeugt die für den Antrieb des Zuges benötigte elektrische Energie, der komplett emissionsfrei und geräuscharm fährt und lediglich Wasserdampf und Kondenswasser abgibt. Im Linienbetrieb sind die Züge in Deutschland seit September 2018 nur zwischen Buxtehude, Bremerhaven und Cuxhaven unterwegs.

Bei dem von der NEBkoordinierten Pilotprojekt soll ausschließlich „grüner“ Wasserstoff zum Einsatz kommen, der in der Region durch Windenergie gewonnen wird. Laut NEB-Projektleiter Marcus Badow wird der Einsatz der Züge ab 2023 angestrebt, jedoch sei „noch nichts in Sack und Tüten. Das Thema hängt jedoch bei uns ganz oben. Wasserstoff ist wichtig, die Wasserstoffzüge sind ein zukunftsträchtiges Projekt.“

Die Wasserstoff-Anlage wäre nicht das erste Großprojekt, welches Investoren in die Oranienburger Ortsteile bringen wollen. Die Errichtung einer Legehennenanlage bei Zehlendorf und Wensickendorf sowie einer Klärschlammverbrennungsanlage bei Germendorf hatten zuletzt keine Akzeptanz bei den Anliegern gefunden. Gerade vor dem Hintergrund der dabei entstandenen Bürgerinitiativen liegt es Ortsvorsteherin Katrin Kittel „sehr am Herzen, die Bürger von Anfang an an den Plänen teilhaben zu lassen“.

Von Nadine Bieneck

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