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Oranienburg Wieland Förster ist 90! Ein Leben für die Freiheit von Kunst und Kultur
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16:51 12.02.2020
Wieland Förster (M.) mit seiner Frau Angelika, Bürgermeister Alexander Laesicke (l.) und Ortsvorsteher Heinz Ließke. Quelle: Enrico Kugler
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Wensickendorf

Wieland Förster hat es sich zu seinem Ehrentag in seinem Schaukelstuhl bequem gemacht. Der Wensickendorfer Bildhauer, Maler und Autor feierte am Mittwoch seinen 90. Geburtstag, und deshalb kamen am Vormittag auch Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke und seine Begleiter sowie Wensickendorfs Ortsvorsteher Heinz Ließke vorbei – plus Reporter und Fotografen. „Es waren noch nie so viele Leute hier“, sagte Ehefrau Angelika Förster und lächelte.

„Es ist ein Privileg, dass ich hier sein darf“, sagte Alexander Laesicke. Er bezeichnete Wieland Förster als Autorität und Vorbild. „Ich bin dankbar, wie Sie unsere Stadt mitgestaltet haben.“

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Wieland Förster bekam 2009 den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk und 2012 den Verdienstorden des Landes Brandenburg. Geboren worden ist er am 12. Februar 1930 in Dresden. Er ist verantwortlich für Figuren, Denkmäler, er schuf rund 80 Porträts, Landschafts- und Aktzeichnungen sowie Druckgrafiken. Außerdem brachte er Romane heraus, Reisetagebücher, Essays und auch Theaterstücke. Als Bildhauer stellte er weit mehr als 300 Skulpturen her.

Wieland Förster trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Oranienburg ein. Quelle: Enrico Kugler

„Mir geht es gut“, sagte er am Mittwoch kurz und knapp und mit einem zufriedenen Lächeln. Aber er erinnerte sich auch wieder an die schlimmen Zeiten, die er durchgemacht hat. 1940 war er als einziger Junge in seinem Umfeld nicht in die Hitlerjugend eingetreten, wie er erzählte. Das sei ein Spießrutenlauf gewesen. „Ich durfte nicht auf die Mittel- und Oberschule.“ Mehrere Male war er in Straflagern. Später war er einer der Vizepräsidenten der Akademie der Künste, aber auch von der SED habe er sich nicht vereinnahmen lassen wollen – was auch wieder zu Problemen führte, so erzählte er am Mittwoch.

1970 zog er von Berlin nach Summt um, einige Jahre später wurde Wensickendorf seine neue Heimat. Dort lebt er mit seiner Frau Angelika bis heute.

Wieland Försters Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Oranienburg. Quelle: Enrico Kugler

„Was mich beeindruckt, ist, dass Sie eine Lebensgeschichte haben, die kann man sich als junger Mensch gar nicht mehr vorstellen“, sagte Bürgermeister Alexander Laesicke. Krieg, Tod und Schmerzen, habe er erlebt. Da würden heutzutage viele Leute auf hohem Niveau jammern. „Ich habe Sie erlebt als Menschen mit Lebensfreude, ohne Bitterkeit.“

Der Bürgermeister hat am Mittwochvormittag auch das Goldene Buch der Stadt Oranienburg mit in den Ortsteil Wensickendorf genommen. Wieland Förster durfte sich dort verewigen. Geschrieben hat er: „Ich wünsche dem OB Alexander Laesicke von Oranienburg vor allem die Beseitigung der letzten Bombe. Danke, Ihr Wieland Förster, Wensickendorf.“

Viel Besuch beim Jubilar. Quelle: Enrico Kugler

Vor allem die Nennung des Ortsteils sorgte noch mal für Erheiterung, angesichts der Frage, ob sich der Künstler als Oranienburger oder Wensickendorfer sehe. Alexander Laesicke schlug vor, er könne sich ja als Oranienburger/Wensickendorfer betrachten, mit Schrägstrich.

Wieland Förster hat viel zu erzählen aus seinem Leben. Quelle: Enrico Kugler

Einen Glückwunsch erhielt Wirland Förster auch vom Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD). „Ihr Leben und Ihr Werk sind aufs Engste mit der deutschen und europäischen Geschichte und Kunst im 20. und 21. Jahrhundert verwoben: mit den Schrecken von Krieg, Verfolgung und politischer Willkür, mit der Instrumentalisierung und dem Missbrauch der Kunst, mit dem Glück einer langen Friedensperiode, mit der Freiheit von Kunst und Kultur“, schrieb Woidke. „Für Ihre politische und künstlerische Unabhängigkeit haben Sie zu DDR-Zeiten einen hohen Preis bezahlt und dennoch ein beeindruckendes Werk als Bildhauer, Maler und Zeichner, als Schriftsteller geschaffen. Heute zählen Sie zu den Großen der zeitgenössischen Kunst, Ihre Werke berühren und begeistern uns“, so der Ministerpräsident weiter. Es sei eine Ehre für Brandenburg, dass sein künstlerisches Schaffen mit dem Land verbunden sei. Seine „Nike 89“ an der Glienicker Brücke in Potsdam sei zu einem Wahrzeichen der friedlichen Revolution geworden.

Von Robert Tiesler

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