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Oranienburg Verkehrstote: Wie vermeidet man tödliche Motorradunfälle?
Lokales Oberhavel Oranienburg Verkehrstote: Wie vermeidet man tödliche Motorradunfälle?
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06:35 22.02.2019
Die ersten Motorräder sind schon enstaubt und auf den Straßen unterwegs. Quelle: picture alliance/dpa
Oranienburg

Die ersten haben schon ihre Runden gedreht. Getestet, ob das eigene Fahrzeug noch rollt. Obwohl der offizielle Saisonstart Anfang April noch auf sich warten lässt, drehen Zweiradfans schon mal am Gashahn.

Der tragische, tödliche Unfall am vergangenen Wochenende rief unmissverständlich in Erinnerung: die Motorradfahrer sind wieder da. „Die meisten haben zwar ein Saisonkennzeichen, aber das ist ja keine Pflicht“, sagt Jens-Peter Schultze, Niederlassungsleiter der Dekra in Oranienburg, zu den Frühstartern. „Wenn die Temperaturen es zulassen, spricht nichts dagegen, schon mal loszufahren.“ Es ist aber eine gefährliche Zeit. Insofern sollte der Sicherheit große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Da wäre die Ausrüstung:

Helm ist wichtigster Ausrüstungsgegenstand

Helm: Er ist bei der Ausrüstung am wichtigsten für den Motorradfahrer; weil Kopfverletzungen so leicht und schnell passieren und besonders schwerwiegende Auswirkungen haben. „Der Helm muss die Europanorm ECE R22.05 haben“, sagt Jens-Peter Schultze. Die Norm gewährleistet, dass der Helm ein Mindestmaß an Sicherheit bietet. Im Detail sind dies Größe und Form der Dämpfungsschale, chemische Resistenz der Außenschale, Stoßdämpfungswerte, Belastbarkeit des Kinnriemens -verschlusses, Größe des Sichtfeldes, Durchdringungswiderstand und Tönung des Visiers. Der Helm sollte nicht älter als sechs Jahre sein. Es ist Pflicht in Deutschland, mit Helm zu fahren.

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Schuhe sollen bis über den Knöchel reichen

Schuhe/Stiefel: Die Motorradschuhe sollten auch die Knöchel schützen. Richtige Biker-Stiefel haben auch eingearbeitete Verstärkungen im Bereich des Schienbeins und der Sohle.

Großflächige Polsterung für die Wirbelsäule

Kombi (Ein- oder Zweiteiler): Leder ist der wirkungsvollste Schutz bei einer Schlittertour auf dem Asphalt. Aber auch spezielle Textilbekleidung aus reißfestem Material ist geeignet. Hier werden Schultern, Ellenbogen, Unterarme und Knie durch eingearbeitete Protektoren geschützt. Und eine großflächige Polsterung – zum Beispiel im Bereich des Beckens und mittlerweile auch zum Schutz der Wirbelsäule – verhindert schwerwiegende Verletzungen oder ein Durchscheuern im Falle eines Sturzes.

Schleifschutz für die Handflächen

Handschuhe: Bei einem Sturz greift der Mensch automatisch mit den Händen nach Halt. Deshalb sollten Motorradhandschuhe auf alle Fälle über einen Schleifschutz auf den Handflächen und über eine Polsterung der Außenseite der Finger verfügen. „Wir verlangen diese Ausrüstung – Helm, Kombi, Handschuhe, Schuhe – von den Fahrschülern, wenn sie bei uns ihre Prüfung machen wollen. Wenn die Prüflinge nicht alles von dem vorweisen können, geht es nicht los“, so der Oranienburger Niederlassungsleiter der Dekra.

Hilfe im Ernstfall

Verbandspäckchen: Der gehört – im Gegensatz zum Auto – nicht zur Pflichtausrüstung für Motorradfahrer. Im Ernstfall muss aber auch ein Biker in der Lage sein, sich selber und anderen zu helfen. Daher ist es für jeden Biker jedoch ratsam, ein gut gewartetes Verbandspäckchen mit an Bord zu haben. In das Verbandspäckchen gehören unter anderem eine Heftpflasterrolle, ein Pflasterset, Wundschnellverbände, Verbandspäckchen, Verbandstücher, Kompressen, Fixierbinden.

Warmlaufphase im Frühjahr

Zur Sicherheit – insbesondere in den ersten Wochen nach dem Winter – gehört aber noch weit mehr als die Ausrüstung. Das ist vor allem die Art und Weise, wie sich die Motorradfahrer im öffentlichen Straßenverkehr bewegen. „Empfehlenswert ist, das Frühjahr als Warmlaufphase zu betrachten“, sagt Jens-Peter Schultze. Er hält das für einen wichtigen Aspekt. „Das ist für beide Seiten gut – Motorradfahrer und die anderen Verkehrsteilnehmer.“ Der Motorradfahrer müsse sich erstmal wieder an die Bedingungen gewöhnen. Hinter ihm liegen Monate, in denen er das Motorrad zu Hause eingemottet hatte. Und dann von Jetzt auf Gleich wieder auf die Straße – das sei nicht so einfach. „Ich kann nur jedem raten, in den ersten Wochen extrem vorsichtig zu fahren. Das ist für beide Seiten das Beste – für den Motorradfahrer und für die anderen Verkehrsteilnehmer.“

Fahrsicherheitstraining empfehlenswert

Der Motorradfahrer müsse davon ausgehen, dass die Witterungsbedingungen im Februar, März oder April noch nicht so gut sind wie bei sommerlchen Temperaturen. Es könne durchaus sein, dass die Fahrbahn noch mit Reif überzogen ist. Auch das Motorrad selbst müsse – nachdem es monatelang in der Garage stand – wieder „auf Betriebstemperatur“ kommen. Das langsame, vorsichtige Fahren der Motorradfahrer sei zudem auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer von Vorteil. „Sie müssen sich erst wieder an das Zweirad-Bild gewöhnen. „Das Schwierige ist ja, dass Motorradfahrer in manchen Situationen nur sehr schwer zu erkennen sind.“ Jens-Peter Schultze begrüßt es, wenn die Biker ein Fahrsicherheitstraining absolvieren.

Gedrosselter Motor bei Fahranfängern

Bei den Fahranfängern ist es so, dass sie in den ersten zwei Jahren nach der Fahrprüfung nur mit gedrosselten Motoren fahren dürfen (maximal 35 kW, Klasse A2). Erst danach – mit genug Erfahrung – ist es ihnen erlaubt, die technischen Möglichkeiten ihres Krades zu nutzen. Jens-Peter Schultze ist selbst Biker. Was er nicht braucht, ist der Geschwindigkeitsrausch.

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