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Oranienburg Die Waage spiegelt das Wetter wider
Lokales Oberhavel Oranienburg Die Waage spiegelt das Wetter wider
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13:36 11.12.2019
Stefan Gürgen ist Landwirt in dritter Generation in Zehlendorf. Quelle: Robert Roeske
Zehlendorf

Die vergangenen zwei, drei Jahre waren eher magere. Zumindest was den Ertrag beim Anbau von Futterpflanzen wie Gras auf seinen Flächen angeht, erzählt Stefan Gürgen. Der Zehlendorfer betreibt gemeinsam mit seiner Frau Mandy einen Hof in Zehlendorf, hat sich auf die Produktion von Rindfleisch nach Bio-Standards spezialisiert. Rund 70 Tiere zählt die Rinderherde jetzt zum Jahresende.

Tiere, die fressen wollen. Nicht nur zwischen Frühling und Herbst, Jahreszeiten, die sie auf den Weiden und Wiesen verbringen. Auch im Winter.

Dann serviert ihnen Gürgen ebenfalls vornehmlich Gras. Entweder getrocknet als Heu oder als Grassilage. „Wir müssen bisher kaum dazu kaufen“, erzählt er. Transparente Futtermittelproduktion ist eines der Kriterien, um Produkte wie Rindswurst und -fleisch als „Bio“ ausweisen zu können.

Kalbfleisch gibt es nicht

Zweimal hat er in den beiden vergangenen Monaten schlachten lassen. Jeweils einen Ochsen und eine Färse, jeweils knapp drei Jahre alt. Die witterungsbedingt mageren Futterjahre – Jahrhundertregen 2017, Jahrhundertsommer 2018, durchwachsen 2019 – sah man an der Waage. Die Kühe brachten trotz ihres für Schlachtvieh hohen Alters nur rund 300 Kilogramm auf die Anzeige.

Stefan Gürgen führt einen Bauernhof mit eigener Zucht, Schlachtung und Vermarktung Quelle: Robert Roeske

Kalbfleisch gibt es übrigens nicht im Hofladen der Gürgens. „Wir schlachten keine Babys“, sagt die Frau des Hauses, Mandy Gürgen, bestimmt. Die Tiere sollen ein vernünftiges Leben haben, ehe sie als Rouladen, Hackfleisch und Roastbeef den Hof verlassen. Namen gibt es jedoch keine für sie.

Dass zuvor keine – oft mit Stress verbundene – Reise nötig ist, liegt am eigenen Schlachthaus auf dem Hof. Hier erfolgt auch die Weiterverarbeitung, beispielsweise zu Schlagwurst.

Ausverkauft nach nur drei Stunden

Wie beliebt diese bei den Kunden ist, zeigte der letzte Verkaufstag im November. Lediglich eine halbe Wurst war am Abend noch übrig. „Und wir essen die auch sehr gerne“, schmunzelt Bauer Gürgen, während Mandy zustimmend nickt.

„Auch von den übrigen Produkten war nicht viel übrig geblieben. Etwa Suppenfleisch, ein bisschen Gehacktes“, so Mandy Gürgen, die den Verkauf im Hofladen übernimmt. Gestartet waren sie mit Fleisch und Produkten im mittleren dreistelligen Kilogrammbereich in die Verkaufstage. Als erstes waren die Rouladen alle. Ausverkauft nach nur drei Stunden.

Dass die Kunden im Hofladen dafür klaglos 30 Minuten und mehr anstehen, spricht für die Qualität. Und ein wenig auch für die kleinen Räume – es passen nicht viele an den Tresen. Zwei Verkäuferinnen, drei bis vier Kunden – im Freien stehen muss jedoch niemand. Der Vorraum ist beheizt, wer mag, sieht sich bei den bunten und duftenden Arrangements von Stephanie Scharein um, die hier zu finden sind.

Am 14. Dezember ist der Hofladen ab 10 Uhr geöffnet

Die Blumenbinderin, die ihr Geschäft nur einige hundert Meter entfernt betreibt, gehört an den Verkaufstagen zum Team. Das gilt auch für Sabine Wichmann mit ihren Leinenwaren und Monika Lange mit Honig und anderen Imkereiprodukten. Für weitere Ergänzungen an den Verkaufstagen wären die Gürgens offen. „Ein wenig Platz haben wir noch“, schmunzelt Stefan Gürgens.

Und einen Termin gibt es in diesem Jahr auch noch. Am kommenden Sonnabend, 14. Dezember, ist der Hofladen ab 10 Uhr in der Wensickendorfer Straße 13 geöffnet. Für die besten Stücke gilt wie immer: so früh wie möglich da sein!

Einen Namen haben die Kühe nicht. Quelle: Robert Roeske

Geschlachtet werden die Rinder einige Tage zuvor. Nach der Fleischbeschau mit einem Tierarzt werden die Tiere in küchenfertige Portionen zum Braten und Schmoren zerlegt und die Wurst gemacht. Am Sonnabend selbst läuft dann nur noch der Fleischwolf – Hackfleisch muss immer frisch sein. „Meine Hauptbeschäftigung an diesem Tag“, lacht Bauer Gürgen.

Wer mehr erfahren möchte, kann sich auf der Internetseite des Bauernhofes, www.bauer-guergen.de, umsehen.

Von Björn Bethe

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