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Oberhavel Ortsmitte: Alles auf Anfang gesetzt
Lokales Oberhavel Ortsmitte: Alles auf Anfang gesetzt
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12:54 19.02.2018
Blick auf die Mitte von Birkenwerder. Jetzt wird neu Anlauf genommen, um diese zu gestalten.
Blick auf die Mitte von Birkenwerder. Jetzt wird neu Anlauf genommen, um diese zu gestalten. Quelle: Enrico Kugler
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Birkenwerder

Zum vierten Mal seit 1993 wird in Birkenwerder das Thema Ortsmitte in Angriff genommen. Diplom-Ingenieur Siegfried Reibetanz von der Gruppe Planwerk stellte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend die Eckpunkte eines Wettbewerbs für die Planung und Gestaltung vor. Sein Büro ist damit beauftragt, den zweistufigen Wettbewerb vorzubereiten und zu betreuen. Erklärtes Ziel ist es, einen Bildungs- und Kulturcampus für eine zukunftsfähige Schul-und Hortausstattung der Gemeinde sowie ein Angebot für weitere soziokulturelle Bedarfe und Wohnen im Herzen von Birkenwerder zu entwickeln – dies alles im Kontext mit einer städtebaulichen, funktionalen, räumlichen, landschaftlichen und gestalterischen Aufwertung der Ortsmitte. Basis dafür ist ein Beschluss der Gemeindevertretung vom März 2016.

Im Fokus stehen dabei fünf explizit aufgeführte Flächen: das Schul-und Obermühlengelände, der Alte Krugsteig, das Rathausquartier, das Bahngelände zwischen Gleisen und Unter den Ulmen sowie die Erich-Mühsam-Straße 14. Am Rande benannt wird zudem die Fläche des Postgebäudes gegenüber dem S-Bahnhof.

Die erste Stufe des Wettbewerbsverfahrens umfasst nach den Worten von Siegfried Reibetanz den städtebaulichen Ideenwettbewerb für ein Gesamtkonzept. Stufe zwei beinhaltet einen Realisierungswettbewerb für den Bildungs-und Kulturcampus auf einem oder mehreren Grundstücken. Grundlage für den zweiten Schritt sollen die Ergebnisse des städtebaulichen Ideenwettbewerbs sowie ein Bebauungsplanverfahren sein. Auf diese Weise sollen Rahmenbedingungen, Ziele, Programm und Wettbewerbsaufgabe des Realisierungswettbewerbes abgestimmt werden.

Eine Zweistufigkeit empfiehlt Reibetanz, damit Teilnehmer und Preisgericht fach- und aufgabenspezifisch zusammengesetzt sind. Maximal 40 Prozent der teilnehmenden Büros oder Bürogemeinschaften können gesetzt werden – die übrigen Teilnehmer würden im Rahmen eines öffentlichen Teilnahmewettbewerbs ermittelt. Auch ein ausreichend hohes Preisgeld müsse einkalkuliert werden. Zu den vorbereitenden Arbeitsschwerpunkten zähle es, das Plangebiet noch genau zu definieren.

Das Büro

Der Ideenwettbewerb für die Ortsmitte von Birkenwerder wurde in die Hand der „Gruppe Planwerk“ gegeben.

Das 1980 gegründete Berliner Büro beschäftigt 14 Ingenieure und Stadtplaner und hat bereits Erfahrungen mit Gestaltungs- und Realisierungswettbewerben. Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist die Rathauserweiterung in Hohen Neuendorf.

Die Aufgabenstellung lautet, einen Bildungs- und Kulturcampus in Birkenwerder zu entwickeln.

Als Projektleiter tritt Siegfried Reibetanz auf, Gründungsmitglied und geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe Planwerk.

Während seines Vortrages stellte Reibetanz bereits einen vorläufigen Zeitplan vor. Danach soll bis März dieses Jahres der Ist-Zustand erfasst und fotodokumentiert werden. Außerdem soll für die geplante Bürgerbefragung der Entwurf eines Fragebogens erstellt werden. Ziel solle es sein, den Bedarf für Veranstaltungsräume oder ein Heimatmuseum zu ermitteln. Bereits bis April könnte die Befragung ausgewertet werden. Einen Monat später könnte Phase drei beginnen – das Versenden der Wettbewerbsunterlagen an die Teilnehmer. Wenn die Abgabe auf Juli terminiert wird, ließe sich der Ideenwettbewerb im August bis September abschließen. Weniger optimistisch äußerte sich Bauamtsleiter Jens Kruse: Auch das Jahresende sei dafür ein annehmbarer Zeitpunkt.

Den schon vor Jahren diskutiert Bürgerpark vermisste Werner Lindenberg (SÖB) in den Ausführungen. Sollte der Krugsteig drin bleiben, obwohl bereits ein Beschluss über barrierefreies Wohnen gefasst wurde, hinterfragte Peter Ohme (Fraktion Birke). Und für Peter Ligner (Linke) beinhaltet das Verfahren zu viel Technokratie und zu wenig Dialog mit den Bürgern. Am Ende schien mancher Gemeindevertreter sogar überrascht zu sein, das der gesamte Gestaltungsprozess für die Ortsmitte noch mal auf Anfang gesetzt worden war.

Von Helge Treichel