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Oberhavel Vaters tiefer Blick
Lokales Oberhavel Vaters tiefer Blick
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07:31 01.07.2014
Lebhafte Erinnerungen an den Vater: Uwe-Karsten Groß und seine Schwester Christine. Quelle: Ulrike Gawande
Oranienburg

Ernst Barlach, der wie mein Vater 1908 einen Studienaufenthalt in der Villa Romana in Florenz gewonnen hatte, hielt es nur zwei Wochen im Süden aus, dann ging er zurück ins klare, kühle Norddeutschland“, erinnert sich Uwe-Karsten Groß. Anders als Ernst Barlach genoss Groß’ Vater Wilhlem seine Zeit in Italien. Drei Jahre insgesamt verbrachte Wilhelm Groß, einer der größten deutschen Meister expressiver Sakralkunst, in südlichen Gefilden. Er feierte mit seinen Modellen auf den Dörfern, nahm sich Michelangelos grandiose Kunst zum Vorbild und schuf ein Frühwerk, das mit seinem späteren, ausschließlich christlich geprägtem Werk wenig gemein hat.

Wilhelm-Groß-Schau im Kreismuseum Oberhavel. Quelle: Ulrike Gawande

Am Sonntagnachmittag erzählte Uwe-Karsten Groß in Oranienburg aus dem Leben seines Vaters, der 1919 mit seiner Familie über Berlin nach Oranienburg-Eden gekommen und geblieben war. Seinen Tod vor 40 Jahren nahm das Kreismuseum in diesem Jahr zum Anlass, eine Sonderausstellung im Kreismuseum zu zeigen. Mit der quantitativ größten Zusammenstellung von Groß´ Kunst würdigt man einen Künstler, der zu Lebzeiten wenig Wertschätzung erfahren hatte. Groß wirkte zeitlebens im Stillen, teilweise sogar im Verborgenen. Im Dritten Reich wurde sein Werk als „entartet“ diffamiert. In der DDR blieb er unbeachtet. Seine Auftraggeber fanden sich nahezu ausschließlich in kirchlichen Kreisen. Erschüttert durch die Grausamkeiten der beiden Weltkriege hatte Wilhelm Groß Halt im christlichen Glauben der „Bekennenden Kirche“ gefunden. Die Bibel diente ihm als Inspirationsquelle für sein Schaffen. „Kunst als Verkündigung“ – so auch der Titel der Ausstellung. Die Kunst diente Groß fortan als Mittel zur Darstellung seiner „Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies“.

Kunst als Verkündigung

In Eden erinnern die Wilhelm-Groß-Straße (seit 2005) und der Wilhelm-Groß-Platz (seit 2004) sowie sein Atelier, die sogenannte „Strohkirche“, an den Künstler, der seit 1919 in Oranienburg-Eden lebte und dort 1974 starb. Wilhelm Groß war Bildhauer, Druckgrafiker und seit 1945 Prediger der Bekennenden Kirche.
Wilhelm Groß hatte Kontakt zu den Künstlern Max Liebermann, Ernst Barlach und Max Beckmann und zu den Pfarrern Kurt Scharf und Martin Niemöller.

Die „Gethsemane-Gruppe" kam 2009 anlässlich der Oranienburger Landesgartenschau von Utrecht zurück in die Oranienburger St. Nicolaikirche. 1934 war die Plastik auf dem Pariser Platz in Berlin ausgestellt und gelangte von dort auf Umwegen ins rettende Exil nach Utrecht.
Die SonderausstellungWilhelm Groß - Kunst der Verkündigung“ ist noch bis 2. November im Kreismuseum in Oranienburg zu besichtigen – geöffnet von dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.

„Vater zitierte gerne Luther“, erzählt Uwe-Karsten (84), jüngstes von sechs Kindern. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Werk seines Vaters. Aus der Kindheit ist ihm die liebevolle Mutter in Erinnerung geblieben, die „Vater immer auch kritisch zur Seite stand und uns Geschwister vor öffentlichen Ressentiments zu schützen versuchte“. Zugleich schirmte die Mutter die Arbeit des Vaters ab. „Unser Vater arbeitete viel im Atelier“, bestätigt auch Christine Groß (96), die dem Vortrag ihres in Braunschweig lebenden Bruders lauschte.

Mit seinem Vater, der sich selbst das Klavierspiel beigebracht hatte, verband Uwe-Karsten Groß die Liebe zur sakralen Vokalmusik von Heinrich Schütz oder den Chorälen von Johann S. Bach. Beide Komponisten hat Groß als Büsten verewigt, ebenso wie auch Pfarrer Martin Niemöller. In den letzten Lebensjahren entstanden hauptsächlich Gemälde. „Auch wir Kinder wurden porträtiert. Man hatte stets das Gefühl, dass Vater mit seinem tiefen Blick in die Seele blicken und uns durchschauen konnte.“

Uwe-Karsten Groß ist besonders von der 1909 gefertigten „Emmaus-Begegnung“ berührt. Ursprünglich für einen römischen Mäzen gefertigt, wurde sie wegen einer den Marmor durchziehenden Erzader abgelehnt. Heute schmückt sie das Grab der Eltern in Oranienburg.

Von Ulrike Gawande

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