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Oberhavel Pilotprojekt Gartenstraße 4
Lokales Oberhavel Pilotprojekt Gartenstraße 4
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16:27 06.06.2018
Woba-Prokuristin Birgit Wehner, Geschäftsführer Bernd Jarczewski, Sozialpädagoge Guido Allert mit Geschäftsführerin Gabriela Wolff (v. l.) vom MSV, der die Betreuung im Auftrag der Woba übernommen hat. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

22 Wohnungen beherbergt das Haus in der Gartenstraße 4. Das Haus mit den markanten, roten Geländern. An den Briefkästen eine Mischung von Namen aus vieler Herren Länder. Im Juni letzten Jahres war bei ebenso strahlend blauem Himmel wie am Mittwoch der Richtkranz über dem Rohbau aufgezogen worden. Ein Pilotprojekt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Woba) mit dem Ziel: In den elf Ein-Raum-, fünf Zwei-Raum- und sechs Drei-Raum-Wohnungen Menschen mit geringen oder gar keinem Einkommen aus der Stadt Wohnraum zu geben, aber auch Flüchtlinge unterzubringen, sie alle zu unterstützen und bei der Integration zu helfen. Sieben der Wohnungen sind an Flüchtlinge vergeben worden, davon zwei an Familien, so Woba-Prokuristin Birgit Wehner. Aktuell sind noch vier Wohnungen frei, drei davon aber schon vergeben, nur eine Drei-Raumwohnung hat noch keinen Mieter gefunden.

Eingezogen, so Woba-Geschäftsführer Bernd Jarczewski, ist eine bunte Mischung aus Menschen, von einer jungen Frau von 19 Lenzen bis zu einem Ehepaar über 70. Beim „Tag der offenen Tür“ hatten sich Hunderte für die Wohnungen interessiert, doch es sollte vor allem denen geholfen werden, die auf einen Wohnberechtigungsschein angewiesen sind. Dem entsprechend ist auch der Quadratmeterpreis. Die Baukosten für den Neubau: 2,6 Millionen Euro.

Die Wohnungen sind zwischen 29 und 44 Quadratmeter groß. Gerade Einraumwohnung seien aber von der Landesförderung ausgeklammert, weil für zu klein befunden. Für Bernd Jarczewski nicht nachvollziehbar, denn gerade die würden gebraucht. Und der derzeitige Trend zu großen Wohnungen werde sich bei steigenden Energiepreisen bald umkehren, prophezeit er. Realistisch sei, davon auszugehen, was der Staat an Mietkosten für Bedürftige übernimmt und auch die wachsende Altersarmut sei nicht zu unterschätzen. „Gerade Frauen ohne Witwenrente, die auf sich gestellt sind, können mehr als ein Zimmer gar nicht bezahlen“, kennt MSV-Geschäftsführerin dieses Problem nur allzu gut.

Für den Märkischen Sozialverein hat der erfahrene Pädagoge und Familientherapeut Guido Allert aus Leegebroch am Montag die Betreuung der Wohnanlage und seiner Mieter übernommen. Gerade ist er beim „Klinkenputzen“, um sich allen vorzustellen und von ihnen Erwartungen zu erfahren, wobei sie Hilfe benötigen und in wiefern sie sich einbringen können. Denn es gibt einen Gemeinschaftsraum, „in dem wir zum Beispiel einmal die Woche gemeinsam frühstücken könnten“, schlägt Guido Allert unter anderem vor. Fest steht aber auch, der Pädagoge will Anschubhilfe geben, nicht nur für soziale Kontakte im Haus, sondern darüber hinaus im gesamten „Kiez“ rund um den Bötzower Platz. Hier sind weitere zehn Flüchtlingsfamilien untergebracht und leben auch andere Menschen, vom Schicksal gebeutelt und allein, weiß Birgit Wehner. „Das Projekt soll aus der Isolation holen, schöne Außenanlagen und kurze Wege sind das eine, soziale Kontakte kann das alles nicht ersetzen“, so Allert.

„Wir wollen jetzt mit dem Projekt Erfahrungen sammeln. Daraus wird sich ergeben, ob wir den Weg weitergehen“, so Jarczewski. In Blickweite befindet sich ein weiteres Woba-Grundstück in der Gartenstraße. Dort hätte ein zweites Haus Platz.

Von Heike Bergt

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