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Oberhavel Pinsel und PS
Lokales Oberhavel Pinsel und PS
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21:00 25.03.2013
Die Künstlerin verfremdet gerne und widmet sich dem Mythos James Dean. Quelle: Fritz Hermann Köser
BERLIN/VELTEN

Seit Jahren bewegt sich die junge Veltenerin, die sich als kommunikativ und offen beschreibt, in der Oldtimer- und Youngtimer-Szene. Kaum ein Treffen lässt sie aus. Ab April sei fast jedes Wochenende etwas los, sagt sie, ob die „Techno-Classica“ in Essen oder die Oldtimer Show in Paaren/Glien. Viele Freunde trifft sie dort, und so manchen Kunden. Letztere lassen gerne chromblitzende Lieblinge, darunter so manchen amerikanischen Benzinfresser mit gewaltigen Heckflossen, von der „Künstlerin aus Leidenschaft“ auf die Leinwand bannen. In Öl, Acryl oder als Aquarell.

„Malen Sie doch mal meinen schwarzen Rolls Royce“, hatte Rolf Eden die Autodidaktin gebeten. Auch der ehemalige Diskothekenkönig und Musiker, eine der letzten Ikonen des alten West-Berlins, als ewiger Playboy berühmt und berüchtigt, gehört zu ihren Auftraggebern. „Herr Eden und ich sind gute Bekannte“, sagt die 29-Jährige.

Es ist ein Mekka für Oldtimer-Fans, das sie für das Gespräch ausgewählt hat: die Classic-Remise in Berlin-Moabit, vielen noch als „Meilenwerk“ bekannt. Hier, in einem ehemaligen Straßenbahndepot, glänzen die Modelle vergangener Jahrzehnte, vom putzigen Messerschmitt-Kabinenroller bis zum rasanten Ford Thunderbird, sie werden von diversen Anbietern verliehen, verkauft oder restauriert. Ihr Favorit steht dort auch, lässig lehnt sich Julia Romana Ehlert, blond, schlank und stolze 1,80 Meter groß, von der Lederjacke bis zu den Cowboystiefeln in modisches Schwarz gewandt, gegen einen Porsche 911.

Hier fand sie schon einige Motive, hier, im Verkaufsraum eines Händlers, zeigt sie Bilder. Auch bei den Oldtimer-Treffen präsentiert sie regelmäßig ihre farbenfrohen Werke. Die verfremdet sie gerne, surreal oder als Collage, sogar den gesamten Prozess einer Restaurierung hat sie bereits künstlerisch umgesetzt, verewigte so ein verrostetes Auto, Ersatzteile sowie den fertigen Wagen zusammen auf der Leinwand.

Ihre Familie wohnt seit Generationen in Velten, sie setzt die Tradition fort. Ihr Vater, ein Automechaniker und Schlosser, werkelte dort in seiner kleinen Werkstatt, gerne sah die Tochter zu, schon als kleines Mädchen interessierte sie sich mehr für Schraubenschlüssel als für Puppen. „Ich bin mit Autos aufgewachsen und habe Benzin im Blut“, sagt sie. Mit einem alten EMW 340 von 1952 war die Familie oft unterwegs.

Derzeit arbeitet die studierte Logopädin in einem Therapiezentrum in Berlin. Sie hilft Kindern, bei denen die sprachliche Entwicklung verzögert ist, aber auch Stotterern, Legasthenikern und Schlaganfall-Patienten. „Alle Altersklassen“, sagt sie.

Die künstlerische Ader ist familiär bedingt, vermutet sie. Mütterlicherseits soll ein Bild von einem Vorfahren sogar in der Dresdner Nationalgalerie hängen. Fritzsche heiße der, mehr sei über ihn nicht bekannt. Ihr Urgroßvater väterlicherseits, ein Schilder-Schriftenmaler im Hennigsdorfer Stahlwerk, sei „im Herzen“ Landschaftsmaler gewesen.

Mit Wiesen, Feldern und Wäldern hatte auch sie angefangen. Nur schade, dass das Licht in Deutschland oft recht diffus ist und die Landschaften eher spröde als spektakulär.

Kräftige Farben, „wunderbare Erdtöne“ und spektakuläre, kontrastreiche Natur, ob nebelige, regenreiche Wälder, ob glühendheiße Wüsten, findet sie in Kalifornien. Immer wieder verbrachte sie mehrere Wochen in dem US-Bundesstaat, ein Teil ihrer Familie lebt im „goldenen Westen“. Reist sie mit Rucksack und Mietwagen den kurvenreichen Highway Number One hoch, liegt der Skizzenblock immer griffbereit. Am Strand sind Pinsel und Farben für die passionierte Wellenreiterin genauso wichtig wie das Surfbrett.

Zugleich bietet die wildromantische Felsenküste südlich von San Francisco, gesäumt von berühmten Golfplätzen, eine grandiose Kulisse für feudale Limousinen, meist seltene Modelle aus der Vorkriegszeit. So ist für Julia Romana Ehlert der „Concours d’Elegance“ im mondänen Pebble Beach eines der schönsten und exklusivsten Events der Oldtimer-Szene.

Im Nachbarort Carmel lebt Clint Eastwood. Den berühmten Darsteller und Regisseur hat sie bisher nicht zu Gesicht bekommen, wohl aber Arnold Schwarzenegger, ausgerechnet am sogenannten „Muscle Beach“ bei Los Angeles, berühmt für seine Muskelprotze. Der Ex-Bodybuilder und Hollywood-Star stemmte jedoch keine Gewichte, sondern spazierte mit seiner Familie gemütlich den Strand entlang.

Zur Arbeit fährt sie in einem „ollen Kombi“, für ihre Ausstellungen bevorzugt sie das MGB Cabrio von 1976, „schlicht und elegant“. Staffeleien und Bilder, die sie hinter den Sitzen verstaut hat, ragen dann heraus.

Für sie ist der Wagen eine Art englischer Porsche 911, bloß preislich etwas günstiger. Jede Bodenwelle merke man auf der Straße, erklärt sie, so hart gefedert sei er. Sie findet das wunderbar: „Beim Fahren ist man eins mit dem Auto.“

www.kunst-webgalerie.com, www.sportwagenklassiker.de (Von Fritz Hermann Köser)

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