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Oberhavel Polizisten geben Ratschläge gegen Einbrüche
Lokales Oberhavel Polizisten geben Ratschläge gegen Einbrüche
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16:16 05.04.2017
Der Tätertyp habe sich geändert, warnen die Polizisten. Einbrecher würden nicht mehr davor zurückschrecken, Widerstand zu brechen. Quelle: dpa
Hohen Neuendorf

Die Stadt Hohen Neuendorf sei aus Sicht von Einbrechern „ein Paradies“, sagt Michael Heider. Er sitzt für die CDU in der Stadtverordnetenversammlung und ist Polizeibeamter. Und so weiß er, worauf Täter achten: einen guten Fluchtweg. Der sei mit der Bundesstraße und den Autobahnen vorhanden. Der Kommunalpolitiker hatte zwei gestandene Berliner Polizisten eingeladen, die viele praktische Tipps parat hatten (siehe Kasten).

Fast 60 Gäste lauschten den Ausführungen, als die Hohen Neuendorfer CDU-Fraktion am Montagabend zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Einbruchsprävention“ in die Aula der Grundschule Niederheide eingeladen hatte. Allerdings hatten die Zuhörer auch konkrete Anmerkungen und Fragen auf dem Herzen.

Klarer Favorit: die Polizeipräsenz auf der Straße. Die könnte größer sein, was nach den Worten von Bürgermeister Steffen Apelt aber Landessache sei. Zudem sollten sich die Kollegen in der Stadt besser mit Streifenfahrten befassen als Temposündern aufzulauern, hieß es. „Polizeiarbeit umfasst eine ganz große Bandbreite“, sagt Bodo Pfalzgraf, Berliner Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft. Und spätestens, wenn ein Familienmitglied bei einem Unfall getötet wird, ändere sich die Sichtweise. „Wo Licht ist, ist kein Verbrechen“, antwortet Pfalzgraf auf die Frage nach einem Bewegungsmelder. Kameras dagegen brächten nur etwas, wenn auch Gesichter zu erkennen sind. Und bei Stacheldraht und Glasscherben sei zu beachten, dass auch Rettungskräfte behindert werden könnten.

Polizistentrio im Podium (v. l.) Michael Heider sowie Boris Novak und Bodo Pfalzgraf von der Berliner Polizeigewerkschaft. Quelle: Helge Treichel

Die Einbruchszahlen im Landkreis Oberhavel haben 2016 einen Höchststand der vergangenen fünf Jahre erreicht: 564 Wohnungseinbrüche wurden laut Polizeistatistik angezeigt, 2015 waren es 411. Die Aufklärungsquote stieg immerhin von 13,1 auf 14,7 Prozent. Wir haben die wichtigsten Tipps und Ansprechpartner der Polizei einmal zusammengefasst.



Grundregel eins: Das A und O ist eine gute Nachbarschaft. Fremde Personen und Fahrzeuge fallen auf, man sieht gegenseitig nach dem Rechten.




Standardmäßig eingebaute Fenster und Türen bieten meist keinerlei Einbruchsschutz und können mit einem Schraubenzieher in wenigen Sekunden geöffnet werden.




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Aber: Einbrecher geben nach drei bis vier Minuten auf, in ein Gebäude zu kommen. Bei Neubauvorhaben nicht am falschen Ende sparen. Wirksame Schutzvorrichtungen würden bewirken, dass mittlerweile rund 40 Prozent der Taten im Versuchsstadium stecken bleiben.




Wichtig: Haustüren, Fenster und Terrassentüren sollten mechanisch gesichert sein, auch Rollläden. Die Polizei berät dazu. Ansprechpartner ist Dirk Collin, 03301/20 70 54 20. Die KfW-Bank fördert Investitionen ab 500 Euro.



Nähere Informationen sind via Internet im Netzwerk „Zuhause sicher“ abrufbar – „eine Initiative Ihrer Polizei“. Die Adresse lautet:
www.zuhause-sicher.de.



Wertgegenstände und wichtige Dokumente nicht im Sockenfach aufbewahren, sondern im Bankschließfach oder Tresor. Gegenstände fotografisch dokumentieren und ordentlich versichern.



Nicht den Helden spielen! Einbrecher sind häufig bewaffnet und wehren sich. Also nicht auf Angriff gehen. Pfefferspray ist meist unpraktisch und stellte ein hohes Risiko der Selbstgefährdung dar. Besser ist ein Taschenalarm – ein kleines Gerät für die Hosen- oder Jackentasche.



Wenn es tatsächlich einmal ernst wird, schnellstmöglich den Polizeinotruf 110 wählen. Ruhig konkrete Angaben machen.



Die häufigsten Irrtümer lauten: Bei mir wird nicht eingebrochen. Bei mir ist nichts zu holen. Ich habe alles gut versteckt. Ungeprüfte Sicherheitstechnik ist auch okay.

Von Helge Treichel

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