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10:00 16.01.2018
Lea Viereck beim MAZ- Gespräch. Quelle: Robert Roeske
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Sachsenhausen

Freitags, am Nachmittag, ist Lea Viereck immer ausgebucht. Dann ist die 21-Jährige garantiert im Christlichen Jugendzentrum (CJO) in der Rungestraße anzutreffen. Steht im Jugendcafé hinterm Tresen. Singt in der Band. Ehrenamtlich hilft sie hier seit Jahren. Denn hier sei sie auch ein Stück weit groß geworden. Ihre Eltern gehören zu den Mitbegründern des CJO vor inzwischen 27 Jahren. „Ich habe selbst das Jugendcafé besucht, die Angebote für Kinder und Jugendliche. Irgendwann habe ich angefangen, mitzuhelfen.“

Lea Viereck hat ihr Abi am Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg gemacht. Inzwischen studiert sie an der Humboldt-Uni in Berlin Englisch und Bio, um Lehrerin zu werden. Im nächsten Semester steht der Bachelor an, und dann geht es weiter. „Eigentlich wollte ich Sängerin werden. Zwischendurch Kindergärtnerin.“ Aber nach einem Praktikum habe sie gewusst: Das ist es nicht. „Und wenn Schule, dann möchte ich die Großen unterrichten in der Sek II. Ich erkläre gern und vermittle. Dabei habe ich gemerkt, offenbar auch verständlich.“ Der Lehrerberuf war ihr Traumjob sozusagen auf den zweiten Blick.

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Ihre eigentliche Liebe gehört dem Gesang. „Meine Schwester Anna (19) und ich haben zu Hause immer gesungen, in der CJO-Gemeinde. Wir sind da so reingewachsen.“ Schon lange gehören sie zur Jugendband, die sechs bis sieben Mitglieder zählt und zu Jugendgottesdiensten, zum Adventssingen und anderen Veranstaltungen auftritt. Das erste Mal habe sie in der 8. Klasse bei einem Konzert in der Schule auf der Bühne gestanden. Danach jedes Jahr. „Bei unserer A-Capella-Truppe haben wir tolle Sachen einstudiert.“ Auch bei Hochzeiten und Geburtstagen von Freunden hat sie schon gesungen. Und gern erinnert sie sich an ihren Auftritt, als sie beim großen Festumzug zur 800-Jahr-Feier von Oranienburg 2016 mit auf dem Festwagen des CJO stand.

Was sie am liebsten singt? „Lobpreislieder, aber nichts Langweiliges. Die sind alle cool und es geht Richtung Pop.“ Vorbilder sind zum Beispiel „Hillsong“ und „Jesus Culture“. Tolle Bands gebe es in den USA, Irland, aber auch in Deutschland. Aber auch selbst Geschriebenes trägt sie vor. „Im Zentrum steht für mich, Gott zu ehren.“ Wenn mir ein Lied gefällt, singe ich es. Vor allem Balladen.“ Natürlich sei sie vor Auftritten auch mal aufgeregt: „Hoffentlich vergesse ich den Text nicht, treffe den Ton.“ Aber sie sei dann doch schnell entspannt. Mit sechs Jahren nahm sie Klavierunterricht, „aber ich habe nie gern geübt“, gesteht sie. „Ich kann keinen Beethoven vom Blatt. Theorie ist nicht meins. Aber ich kann mich gut auf dem Klavier begleiten.“ Sie überlegt, im Lehrerstudium noch die Ausbildung in „Darstellendem Spiel“ draufzusatteln. Das würde ihr Spaß machen.

In der Freizeit liegt ihr das CJO am Herzen: „Hier habe ich mich selbst für Jesus entschieden, hier habe ich mein zweites Zuhause, will für Teens und Jugendliche da sein, denen es nicht so gut geht. Ich habe meine Freunde hier und ich liebe diese „Loft-Sessions“. Ich habe keine stimmliche Ausbildung, aber ich singe mit ganzem Herzen“, sagt Lea Viereck. Im Jugendcafé. Immer wieder freitags.

Von Heike Bergt

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