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Oberhavel Prignitzexpress sorgt weiter für Ärger
Lokales Oberhavel Prignitzexpress sorgt weiter für Ärger
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13:55 16.08.2017
Montagabend auf dem Kremmener Bahnhof: Mal wieder fällt ein Zug aus.
Montagabend auf dem Kremmener Bahnhof: Mal wieder fällt ein Zug aus. Quelle: Robert Tiesler
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Kremmen

Der Ärger über den Prignitzexpress ist wohl mit am größten, wenn es darum geht, über Mobilität und Verkehr in der Kremmener Region zu sprechen. Die Linke hatte am Montagabend in das „Altstadtstübchen“ geladen – zu einer Mitmachwerkstatt zum Thema Mobilität. Vor Ort waren 19 Gäste, der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold und die Landtagsabgeordnete Anika Tack. Motto: „Mitdenken – Mitreden – Mitentscheiden“.

Harald Petzold (stehend) und Anita Tack (links neben ihm) von den Linken hörten sich die Probleme der Kremmener an. Quelle: Robert Tiesler

Werner Rosenberg, der sich seit zwei Jahrzehnten mit dem Prignitzexpress befasst, wies darauf hin, dass es schon 1993 den Plan gab, zwischen Kremmen und Wall ein zweites Gleis zu bauen, damit sich die Züge dort begegnen können – dies sei jedoch nie geschehen. „Nichts ist erfüllt, nichts ist erreicht“, so Rosenberg. Die Schwierigkeiten würden stattdessen immer größer.

Renate Pantel aus Sommerfeld stimmte ihm zu. „Wir wären ja schon froh, wenn der Zug pünktlich ist“, sagte sie. „Die ständige Verspätung ist das Schlimmste.“ Hinzu kommt, dass oft nur ein Zugteil auf der Strecke fahre. „Freitags ist es manchmal so voll, dass die Leute nicht mehr rein kommen. Viele sagen schon: Lieber schlecht stehen, als nicht wegkommen.“ Hinzu kommen fehlende Informationen an der Strecke, in Hennigsdorf müssten die Leute oft raten, wo der Zug heute los fahre. Es gebe keine Ansagen, selbst die Zugführer seien oft genervt.

Der Bahnhof in Kremmen. Quelle: Robert Tiesler

Konkrete Aussagen zu den Erzählungen der Kremmener machte Anita Tack von den Linken nicht. Der Schienenverkehr sei wichtig, man sei abhängig von der Deutschen Bahn AG, und das Land könne Geld zurückverlangen, wenn Züge unpünktlich seien. „Ich möchte keine falschen Hoffnungen wecken“, ergänzte der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold, „aber ich möchte, dass Menschen über ihre Möglichkeiten informiert sind, wie sie sich einmischen können.“ Zum Beispiel über Initiativen oder indem Politiker angesprochen werden. Oder dass die Leute künftig „anders wählen“ – womit Anita Tack einen Seitenhieb auf den aktuellen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) machte. Im Zuge des Landesnahverkehrsplanes, der im Herbst fertig gestellt werde, könnten sich die Leute vorher noch einmischen.

Nicht nur der Prignitzexpress war am Montag Thema. Es ging auch um fehlende Busverbindungen von Kremmen nach Oranienburg – gerade in den Abendstunden. Angesprochen worden ist auch der immer noch fehlende zweite Zugang zum Oranienburger Bahnhof. Vom Parkplatz aus sei der Weg sehr weit, sagte ein Besucher der Veranstaltung. Kremmens Ortsvorsteher Eckhard Koop (parteilos) wies noch einmal auf die Radwegschäden an der L 170 in Orion hin. Anita Tack versprach, sich diesbezüglich an Koop zu wenden.

Schild statt Reparatur am Radweg in Orion. Quelle: Robert Tiesler

Nicht bei allen kam die Veranstaltung gut an. „Wir müssen uns nicht wundern, dass die Leute politikmüde sind“, sagte die Gastwirtin Elfi Schwanke. Es gebe keine konkreten Aussagen, monierte sie. Eine Kritik, die sowohl Tack als auch Petzold durchaus traf, aber die sie zurückwiesen.

Von Robert Tiesler

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