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Oberhavel Protest gegen Windräder
Lokales Oberhavel Protest gegen Windräder
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06:08 09.07.2017
Viele Naturschützer und Einwohner waren zur Protestveranstaltung gekommen.
Viele Naturschützer und Einwohner waren zur Protestveranstaltung gekommen. Quelle: Foto: Klaus Michalek
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Kremmen

„Keine Windräder in unserem Wald.“ So stand es auf den Schildern, die jüngst bei einer Protestveranstaltung im Kremmener Scheunenviertel hochgehalten wurden. Auch einsetzender Regen konnte Mitglieder des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch, Naturschützer und Einwohner nicht davon abhalten, ihren Protest gegen die erneute Ausweisung eines Windeignungsgebietes im Wald bei Neuendorf, Hohenbruch und Beetz/Sommerfeld auszudrücken.

„Zerstört diesen naturnahen Wald nicht durch den Bau von Windrädern“, richtete der Vorsitzende des Vereins, Sebastian Partzsch, vor der Museumsscheune seinen Aufruf an die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel. „Für jeden Windradstandort müssen bis zu 500 Bäume gefällt werden. Bei mehr als 20 möglichen Windrädern kommt dies einer Zerstörung und Zerstückelung des Waldes gleich“, verdeutlichte er die Folgen der Planung. Emotionalen Beifall bekam der Vorsitzende, als er den Landkreis Oberhavel aufforderte, seine Waldgrundstücke – der Landkreis ist in dem geplanten Windeignungsgebiet der größte Waldbesitzer – nicht für den Bau von Windrädern zur Verfügung zu stellen.

Betroffen von der Planung ist eine Waldfläche von 452 Hektar. Dieses Gebiet wurde bereits 2016, neben einer weiteren Fläche von 140 Hektar bei Staffelde, von der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel als Windeignungsgebiet ausgewiesen. Mehr als 2000 Stellungnahmen und Eingaben führten aber zu einer Änderung der Planung.

Während jetzt im zweiten Entwurf des Regionalplanes „Freiraum und Windenergie“ das Gebiet bei Staffelde, auch wegen der Nähe des Kranichrastplatzes bei Linum, wegfiel, wurde der Wald bei Neuendorf erneut als Windeignungsgebiet mit der Bezeichnung „EG 34“ ausgewiesen. Bereits im vor­igen Jahr hatte der Landschaftsförderverein in einer Demonstration auf dem Marktplatz in Kremmen fast 800 Unterschriften gegen diese Ausweisung an den damaligen Bürgermeister Sasse übergeben können. Die erneute Planung ist für den Landschaftsförderverein kein Grund aufzugeben.

Das Beteiligungsverfahren der Regionalen Planungsgemeinschaft zum zweiten Entwurf des Regionalplanes läuft noch bis zum 31. Juli. „Es droht die Zerstörung eines hochwertigen Mischwaldes mit alten Eichen- und Buchenbeständen und vielen schützenswerten Vögeln und weiteren Tieren“, begründet der Vorsitzende Partzsch seinen Aufruf zur Beteiligung.

Verbunden war die Protestveranstaltung mit der Eröffnung einer Fotoausstellung zum Thema „Rettet unseren Wald“, die noch bis 13. August in der Museumsscheune Kremmen zu sehen ist.

Von Hartmut Rakow

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