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Oberhavel Protest mit bunter Kreide
Lokales Oberhavel Protest mit bunter Kreide
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00:39 06.05.2018
Die Kinder der Integrationskita brauchen einen zweiten Behindertenparkplatz und haben diesen schon mal mit Kreide eingezeichnet. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Die Erzieher haben die Faxen jetzt dicke: „Wir sind die einzige Integrationskita im Umkreis von 70 Kilometern“, sagt Heilerziehungspädagogin Nelly Kanz. 254 Mädchen und Jungen besuchen täglich die Kita „Am Schlosspark“ in der Kanalstraße, 25 von ihnen sind körperlich beeinträchtigt, sitzen im Rollstuhl oder brauchen einen Rollator. Ihre Eltern bringen sie aus Wensickendorf, Hohen Neuendorf, Leegebruch oder Lehnitz. Hier werden die Kinder von acht Fachleuten betreut, sind aufgeteilt in fünf Integrationsgruppen.

Vor der Tür in der Kanalstraße gibt es einen Behindertenparklatz. Doch der ist morgens und am Nachmittag zu wenig. Ein zweiter wurde vor einem Jahr, mit Schreiben vom 9. März 2017, durch die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises genehmigt, „doch die Stadt war bisher nicht in der Lage, ihn auszuzeichnen“, so Kerstin Kausche, Verwaltungschefin des Jugend- und Sozialwerks (JuS) als Kita-Träger. Sie habe mehrfach im Tiefbauamt der Stadt nachgefragt. Dabei müsste lediglich auf das Schild mit dem Hinweis für den einen Behindertenparkplatz eine Zwei aufgebracht werden beziehungsweise aufs Pflaster ein Rollstuhlsymbol geklebt oder gemalt werden.

Das haben bei einer Protestaktion am Donnerstagvormittag die Kinder der Kita übernommen. Mit Kreide. Und hatten dazu auch Oranienburgs Behindertenbeautragen Holger Dreher eingeladen. Der fand die Aktion gut: „Man muss sich ja Gehör verschaffen.“ Außerdem gehe es bei den laufenden Aktionswochen um „Inklusion von Anfang an“. Und am Sonntag, 5. Mai, ist auch in Oranienburg „Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“. Das passe doch. Er will das Problem in der Stadt ansprechen und ist überzeugt, „dass da schnell eine Lösung gefunden ist“.

Das hofft auch Heike Hälbig. Die langjährige Zahnarzthelferin, hatte vor acht Jahren in der Kita umgeschult und ist nun ab 1. Juni neue Kitaleiterin: „Wir haben Kontakt zum Bürgermeister gesucht, aber es ist uns bisher nicht gelungen. Es sind die kleinen Dinge, die unseren Alltag zusätzlich schwer machen und die doch eigentlich so leicht zu ändern wären“, beklagt sie. Es fehlt nicht nur der zweite Behindertenparkplatz, auch die Eingangstür zum Gelände ist nur mit zwei Händen zu öffnen. Das sei für Mütter mit einem Kind auf dem Arm ein Hindernis. „Ein Summer würde helfen.“ Es fehle zudem ein Unterstand für die großen Spazierwagen für die Krippenkinder und eine Rampe hinterm Haus, denn die zwei Stufen in den Garten sind für die behinderten Kinder unüberwindbar.

Am 15. Mai, so Kausche, sei ein Termin zwischen JuS und Bürgermeister vereinbart. Dort soll auch die Sanierung der Kita besprochen werden. Die Erzieher befürchten, dass sie erneut verschoben wird – bis 2024. „Wir können uns ein paar Verbesserungen in kleinen Schritten vorstellen“, so Daniela Hemp.

Von Heike Bergt

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