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Oberhavel Räuber aus Oberhavel im Hungerstreik
Lokales Oberhavel Räuber aus Oberhavel im Hungerstreik
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15:00 18.02.2015
Quelle: dpa-Archiv
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Oberhavel/Neuruppin

Zwischen April und August 2014 brachen die fünf Männer im Alter von 29 und 51 Jahren in unterschiedlicher Besetzung in Sparkassenfilialen in Oranienburg, Hennigsdorf und Leegebruch und mehrfach in den Netto-Markt in Bötzow ein. Seit dem 28. Januar müssen sie sich nun wegen Bandendiebstahls vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Am ersten Verhandlungstag erschien der 35-jährige Hennigsdorfer Thomas S. nicht. Er kam am Mittwoch. Dafür weigerte sich Karsten J. zunächst, die Vorführzelle im Keller des Gerichtsgebäudes zu verlassen. Er ist der einzige der Angeklagten, der  in Untersuchungshaft sitzt.  

Seine Weigerung sei nicht als Respektlosigkeit gegenüber der Strafkammer zu verstehen, sagte Verteidiger Thomas Penneke. „Er  will ein Zeichen setzen.“ Sein Mandant sei am vergangenen Freitag unerwartet von der Justizvollzugsanstalt Wulkow nach Brandenburg/Havel verlegt worden. Weder sei er als Verteidiger darüber informiert worden, noch habe Karsten J. ihn benachrichtigen dürfen. Auslöser für die Verlegung sei, so mutmaßt Penneke, ein Schreiben seines Mandanten an den RBB, das am 13.Februar gefunden wurde. Hintergrund ist laut Penneke folgender: KarstenJ. hat in Wulkow eine Kommission gegründet, um auf Missstände und Ungerechtigkeiten innerhalb der Gefängnismauern aufmerksam zu machen. Er habe mehrere Schreiben an den Petitionsausschuss gerichtet, die nicht weitergeleitet worden seien. Deshalb habe er an den RBB geschrieben, um das Ganze öffentlich zu machen. Dieses Schreiben wurde gefunden. Karsten J. sitzt seitdem in Brandenburg. Jedenfalls glaubt er, dass seine Aufmüpfigkeit der Grund dafür ist.

Die offizielle Begründung sei, so Penneke, dass Karsten J. Mithäftlinge bedroht haben soll. Das wurde auch dem Gericht auf Nachfrage  bestätigt.  Karsten J. befindet sich seitdem im Hungerstreik und kündigte an,  auch das Trinken einzustellen, bis sich alles aufgeklärt habe. Gestern wurde nicht weiter verhandelt. Die Prozessbeteiligten wollten sich über einen möglichen Deal verständigen. Für den 25. Februar sind die  Einlassungen der Angeklagten angekündigt.

Von Dagmar Simons

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