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Oberhavel Reisehusten vor dem Urlaub
Lokales Oberhavel Reisehusten vor dem Urlaub
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13:29 22.08.2017
Wilfried Hildebrandt mit seinem 2016 erschienen Buch „Reisehusten“ Quelle: Marion Bergsdorf
Hohen Neuendorf

Reisebeschreibungen sind nicht meine Sache, obwohl ich gerne reise. Entsprechend lustlos ging ich ans Lesen dieses Buches. Schon nach der ersten Geschichte entpuppte sich „Reisehusten“ von Wilfried Hildebrandt als amüsante Abendunterhaltung.

Der Hohen Neuendorfer Hobbyautor Wilfried Hildebrandt (69) schrieb schon zu DDR-Zeiten kleine lustige Begebenheiten für das Magazin „Der Eulenspiegel“ und die Rundfunksendung „Spaß am Spaß“. Er füllte damit die Langeweile aus, die ihn als Lagerchef einer PGH befiel. Nach der Wende hatte er dafür keine Zeit mehr, arbeitete als Dozent für Programmierer einer Umschulungseinrichtung und als EDV-Verantwortlicher einer Bundesbehörde. Mit 67 ging er in Rente und hatte wieder Lust zu schreiben. Warum nicht „über unsere vielen Reisen“, beratschlagte er mit seiner Frau. Denn war er schon zu DDR-Zeiten mit seiner Frau und den beiden kleinen, später größeren Söhnen viel in die Länder gereist, in die man eben reisen durfte, befriedigte er seinen Nachholebedarf nach der Wende mit drei bis vier Reisen pro Jahr. Doch was er erzählt, sind mehr als Beschreibungen von Orten, Ländern und Sehenswürdigkeiten. Er beschreibt detailgenau, wie die Reisen vorbereitet wurden und abliefen. Dass man zum Beispiel Tüten voller Geld für die einzelnen Länder mitnehmen musste, weil es keine Kreditkarten gab. Wie es war, ohne Handy, Navigation und Klimaanlage im Auto zu reisen.

Schon lange vor dem geplanten Urlaub hatten die Eltern den Kindern davon erzählt. Hildebrandts Frau fragte die Kinder einmal, ob sie schon Reisefieber hätten. Doch die wussten gar nicht, was das war. Als der vierjährige Sohn einmal eine Erkältung hatte, sagte er: „Mutti, ich glaube, jetzt habe ich Reisehusten.“ Seit dieser Zeit hatte man in Familie Hildebrandt immer „Reisehusten“, wenn man vor einer Reise aufgeregt war. Deshalb erhielt das Buch diesen Titel. Notizen hatte sich der Autor während der Reisen nie gemacht. Er und seine Frau könnten sich gut erinnern, sagt er.

Amüsant sind die Schilderungen der Zeltplätze in Polen oder anderen sozialistischen Ländern, von denen einige ohne Toiletten ausgestattet waren und es nirgendwo Klopapier zu kaufen gab. Lösungen fand die Familie immer und ließ sich die gute Laune nicht verderben. Soziale und technische Veränderungen in den Ländern werden anhand der Beschreibungen von Menschen und Umfeld deutlich. Hildebrandt nimmt seine Leser mit auf Reisen von 1958 bis 2012, in Regionen von Wenigerode bis in die Rocky Mountains nach Kanada. Er schildert humorvoll Freuden und Probleme von Urlaub jenseits des Pauschaltourismus. „Ich bin absolut begeistert, selten hat mich ein Buch so zum Lachen gebracht“, heißt es in einer Kundenrezension auf Amazon. Hoffentlich schreibe der Autor noch mehr Bücher, meint eine andere Leserin.

Das hat Wilfried Hildebrandt vor. Sein 2. Band Reisegeschichten über Urlaube im indischen Ozean und in der Karibik ist fast fertig. Danach hat er neue Pläne. Es sei jetzt an der Zeit, mal „lustige Sachen“ aus der Bundesbehörde zu erzählen, bei der er bis zur Pensionierung gearbeitet hatte.

Von Marion Bergsdorf

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