Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Rückenwind nach ARD-Reportage
Lokales Oberhavel Rückenwind nach ARD-Reportage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:45 22.02.2018
Nicht zu übersehen: Proteste gegen die geplanten Eierfabriken am Straßenrand zwischen Schmachtenhagen und Zehlendorf. Quelle: Bert Wittke
Anzeige
Zehlendorf

Vier Wochen ist die Ausstrahlung der ARD-Reportage „Eierlüge“ her, die einen Lebensmittelskandal über Deutschlands Grenzen hinweg auslöste (Stichwort: Fipronil). Mittendrin – die Bürgerinitiative „Contra Eierfabrik Oranienburg“ aus Zehlendorf, die den Bau einer Legehennen-Batterie verhindern will.

Das ARD-Team hatte Horst Jäkel und seine Mitstreiter beim Kampf gegen die in Zehlendorf geplante Anlage begleitet. „Wir sind zufrieden mit der Ausstrahlung“, berichtet Jäkel. „Unsere Botschaft wurde gut rübergebracht.“ Direkte Auswirkungen auf die Bürgerinitiative habe die Sendung nicht gehabt („Wir wurden anschließend nicht überrannt“). Doch für die Möglichkeit, ihre Botschaft deutschlandweit auszustrahlen, ist die Initiative dankbar. Jäkel sagt auch: „Was in der Sendung noch alles aufgedeckt wurde, diese Maßnahmen, den Profit weiter zu maximieren, hat mich schockiert. Die Menschen müssen noch viel mehr sensibilisiert werden.“

Anzeige

Gemeinsam mit der Bürgerinitiative will Jäkel, der in Zehlendorf einen Pferdehof bewirtschaftet, den Bau der Anlage für die Haltung von insgesamt 84 000 Hennen („Das Ganze unter dem Bio-Siegel“) verhindern. Er wäre vom Bau direkt betroffen – dieser soll unmittelbar neben dem Pferdehof entstehen. „Die Mitglieder unserer Initiative engagieren sich gegen die industrielle Massentierhaltung in der Region sowie auch überall anders“, berichtet er. Dafür gebe es viele Gründe, wie Tierwohl, Naturschutz und die menschliche Gesundheit.

Aktuell wartet die Initiative auf den Beginn der Öffentlichkeitsbeteiligung. „Sobald diese Phase startet, können Bürger ihre Einwände gegen die Anlage ans Amt übermitteln. Diese werden geprüft und bewertet und anschließend mit allen Beteiligten besprochen“, erklärt Jäkel, der zugleich appelliert: „Grundsätzliche Änderungen können und müssen aus der Politik kommen.“ Immerhin haben sich alle aktuellen Bürgermeisterkandidaten „unisolo gegen die Anlage ausgesprochen“, berichtet Jäkel, der froh ist, dass „zumindest die Kommunalpolitik schon mal auf unserer Seite steht“.

Von Nadine Bieneck

30.08.2017
30.08.2017