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Oberhavel Schmuddelfassade in der Wäsche
Lokales Oberhavel Schmuddelfassade in der Wäsche
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20:53 06.11.2017
So sah der Block vor der Wäsche aus ...
So sah der Block vor der Wäsche aus ...
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Schulzendorf

Schön sah er nicht mehr aus, der große Wohnblock in der Straße des Friedens von Schulzendorf. Die Fassade war von Algen befallen und wandelte die einst helle, gelbe Farbe zusehends in ein Grau bis Schwarz um. „Absolut hässlich!“, hatte noch zu Beginn des Jahres Ortsvorsteher Carsten Dräger gesagt. Und: „Wer dieses Haus sieht, will doch dort nicht einziehen. Wir schrecken mögliche Mieter damit nur ab!“ Der Fassade neue Farbe zu verpassen, lehnte die Gewo als Eigentümerin zunächst ab, auch deshalb, weil die Algen nicht gesundheitsgefährdend sind und zudem aus wirtschaftlichen Gründen. Wohl auch aus diesem Grund habe, so Carsten Dräger, sein Amtsvorgänger die Bemühung aufgegeben, die Fassade liften zu lassen. „Es herrschte Resignation. Für mich stand es als eines der vordergründigsten und zugleich am schwierigsten zu realisierenden Projekte mit ganz vorn.“

... und so ist der Anblick nach der Wäsche. Quelle: Stefan Blumberg

„Es ist ein Versuch“

Jetzt gab es eine Lösung, die vor Monaten noch niemand auf dem Zettel hatte: die Reinigung der Fassade. „Wir haben geguckt, welche Alternativen sich zu einer neuen Farbgebung anbieten“, sagte Marion Schönberg, Geschäftsführerin der Gewo. Die Fassadenreinigung galt als eine. Und als ein Versuch. Ein Vertreter einer Reinigungsfirma demonstrierte den Gewo-Mitarbeitern die Handhabung. „Dann entschlossen wir uns dazu, ihm den Auftrag für den Block in Schulzendorf zu geben.“ Anfang Oktober begann die Firma aus Trebbin (Die Fassadenreiniger) damit, die Algen mit einer Art Kärcher zu entfernen. Mit der Vorderseite des 18-WE-Blocks ging es los. Ein Mitarbeiter war zwei Tage lang damit beschäftigt. Es handelt sich um eine Fassadenwäsche, die besteht aus drei Arbeitsschritten besteht. „Eine Fassadenreinigung muss gründlich und schonend durchgeführt werden, um nachhaltigen Erfolg gewährleisten zu können“, heißt es von Seiten der Trebbiner Firma. Wichtig ist, die Oberfläche nicht zu beschädigen. Mit der speziell entwickelten Technik wurden bereits mehr als eine Million Quadratmeter Fläche von Algen und Pilz befreit. Die Algen und Pilze werden vorbehandelt, um sie anschließend sanft abzuspülen. Zuletzt wird der Fassadenschutz aufgetragen, um nachhaltig vor erneutem Befall zu schützen.

„Deutlich verbesserte Wohnqualität“

Inzwischen ist die Fassade des Blocks komplett gereinigt. „Den Originalzustand bekommt man nicht mehr hin. Aber ich muss sagen, der Anblick des Blockes ist nun sehr erfreulich“, freut sich Carsten Dräger. Die Vorderseite sei besonders betroffen gewesen. Sogar der Experte habe gesagt, dass er ein Wohnhaus mit einem solchen Befall noch nicht gesehen hätte. Seit der Komplettsanierung in den 90er-Jahren sei, so Carsten Dräger, an dem Block nichts mehr gemacht worden. „Nach 20 Jahren Dornröschenschlaf gab es in kurzer Zeit eine Lösung, wofür insbesondere der Gewo Gransee und deren Geschäftsführerin Marion Schönberg der Dank gebührt. Eine deutlich verbesserte Wohnqualität und sichtbare Verschönerung des Dorfbildes sind spürbar. Mir liegt das Haus sehr am Herzen“, so der Ortschef, dessen Eltern und Familie Spring vom ersten Tag (1965) in einer der Wohnungen leben. Momentan seien die Wohnungen fast alle belegt.

Die Fassadenreinigung ist wirtschaftlich wesentlich günstiger als eine neue Farbgebung. Wenn die Methode auch von Nachhaltigkeit ist, wäre sie für die Gewo auch bei anderen Objekten als Alternative denkbar.

Von Stefan Blumberg