Schrittweise Schulöffnung: Für Schüler und Familien aus Risikogruppen gelten Sonderregelungen
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Oberhavel Schrittweise Schulöffnung: Für Schüler und Familien aus Risikogruppen gelten Sonderregelungen
Lokales Oberhavel Schrittweise Schulöffnung: Für Schüler und Familien aus Risikogruppen gelten Sonderregelungen
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16:58 29.04.2020
Für Schüler aus Risikogruppen und deren Familien gelten besondere Regeln im Zuge der schrittweisen Schulöffnungen. (Symbolbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa
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Oranienburg

“Man fühlt sich als Elternteil doch sehr im Stich gelassen“, sagt die zweifache Mutter. Sie selbst, ihr Ehemann und ihr zwölfjähriger Sohn gehören aufgrund chronischer und schwerer Vorerkrankungen zu den gegenwärtig geltenden Corona-Risikogruppen. Eine Infektion mit dem Virus könnte für sie folglich ganz besonders schwere Folgen haben. Aller Voraussicht am 11. Mai solle ihr Sohn nach den aktuellen Informationen, die ihr vorliegen, wohl wieder zur Schule gehen. „Meine Sorge ist: da er einen Herzfehler hat, sehe ich seine Gesundheit besonders gefährdet.“ Auf den Pressekonferenzen, die es zur schrittweisen Wiederöffnung der Schulen gebe werde über Schüler und Eltern aus Risikogruppen nicht gesprochen. „Die Lehrer wollen sich beraten und besprechen, aber auch für sie ist es ja ebenso wie für uns eine neue Situation, in der keiner so richtig weiß, wie es weiter geht.“ Im Stich gelassen fühle sie sich eben.

Entscheidung über Schulrückkehr liegt laut Bildungsministerium bei den Eltern

Die MAZ-Nachfrage beim Landkreis Oberhavel sowie beim zuständigen Schulamt in Neuruppin machte schnell deutlich, dass in dieser Frage nur das Brandenburgische Bildungsministerium weiterhelfen könne. Tatsächlich erklärte Antje Grabley, stellvertretende Pressesprecherin des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport: „Bei Schülerinnen und Schülern, die selbst oder bei denen Haushaltsangehörige einer Risikogruppe angehören, entscheiden die Eltern über den Schulbesuch.“ Damit obliegt es folglich den Eltern der betroffenen Schüler, eine Entscheidung über ein weiteres Homeschooling zu treffen. Bei der Definition der Risikogruppen hält sich das Ministerium an die Aussagen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demnach zählen unter anderen Personen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, chronischen Lungenerkrankungen, chronischen Lebererkrankungen, Diabetes-Patienten, Patienten mit Krebserkrankungen oder auch Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung mit Immunschwächen oder regelmäßiger Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können) dazu.

MAZ-Leserin lobt ihre Kinder: „Homeschooling klappt sehr gut“

Für die MAZ-Leserin heißt dies im Umkehrschluss, dass sich an ihrer selbst auferlegten Isolation seit Ausbruch der Pandemie auch nach der schrittweisen Öffnung der Schulen nichts ändert. „Seit der Schulschließung sind meine Kinder in häuslicher Isolation. Hände waschen, alles desinfizieren ist mittlerweile unser Hobby geworden“, sagt sie. Aufgrund ihrer Langzeiterkrankung sei sie auch selbst daheim. „Wir machen somit Homeschooling, was auch sehr gut klappt“, sagt sie und lobt ihre Kinder, einen Fünft- und eine Sechstklässlerin.

Sonderregeln gelten auch für Schüler mit Erkältungssymptomen

Diese Situation wird sich für die junge Familie offenbar so schnell auch nicht ändern. Das Bildungsministerium hat sich indes nicht nur Gedanken über Familien aus Risikogruppen gemacht, sondern auch grundsätzliche Regeln für alle Schüler aufgestellt, die Erkältungssymptome aufweisen, wie Antje Grabley erklärt. Für sie gelte bis auf Weiteres ebenfalls die Homeschooling-Regelung. Zu den betreffenden Symptomen gehören unter anderem Husten, Fieber, Schnupfen und Halsschmerzen. Kinder mit diesen Krankheitsanzeichen „bleiben bitte solange zu Hause, bis sie wieder vollständig symptomfrei sind“, so Grabley.

Von Nadine Bieneck