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Oberhavel Die Löwen sind gebändigt
Lokales Oberhavel Die Löwen sind gebändigt
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20:42 31.01.2019
In der Schule der Löwen wussten die Schülerinnen und Schüler gestern die Jury mit tollen Auftritten zu überzeugen. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Ein Zwölfjähriger hat am Donnerstag sieben Löwen gebändigt. Johann Eger hatte in seiner Präsentation die richtigen Worte gefunden. „Mein Projekt heißt: Licht ins Dunkel – Beschäftigung für Demenzkranke und Hilfen für deren Angehörige und Pflegenden“, erzählt Johann, der als Zweiter auf die Bühne musste. „Meine Großmutter hatte neun Jahre Demenz. Und sie ist 2017 verstorben. Mit einer Puppe im Arm, die ich für sie gemacht habe. Mit meiner Ur-Oma war ich in sehr engem Kontakt und sehr oft zusammen“, erklärt der Hennigsdorfer Junge. „Deshalb habe ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt und diesen Vortrag gemacht. Ich kenne auch viele Menschen und es ist blöd zu sehen, wie die Menschen dann vergessen. Einfach vergessen, wer ich bin.“

Schule der Löwen: Auch der Moderator war begeistert. Quelle: Enrico Kugler

Worte, die die Jury und das Publikum im Oranienburger Oranienwerk beeindruckten. Johann Eger hat vor, ein Großpuzzle für die Erkrankten zu bauen, eine Decke zu entwerfen und eine Nestelschürze zu kreieren. „Es wäre schön, wenn wir gemeinsam mit den Löwen diese Dinge gemeinsam jetzt angehen.“ Das ließen sich die Löwen nicht zweimal sagen. „Ich bin dabei“, sagte Rico Rückstadt (44) von der Firma „Energieinsel GmbH“ in Vehlefanz. „Ich helfe dir dabei. Sag, was du haben willst. Ich unterstütze dich.“ Auch Erik Brandenburg (28) aus Nassenheide, der eine eigene Tischlerei direkt neben der Straßenmeisterei hat, war vom Auftritt beeindruckt. „Ich bin begeistert und helfe dir.“

Schule der Löwen: Thijs (12) und Wim (10) Hennig aus Lehnitz. Quelle: Enrico Kugler

Doch nicht nur Johann Eger hat seine Sache gut gemacht. Insgesamt zehn Projekte wurden am Donnerstag bei der Premiere der „Schule der Löwen“ – einem Projekt der Wirtschaftsjunioren Oberhavels – vorgestellt. „Wir wollen jungen Leuten eine Plattform geben, ihre Ideen zu präsentieren“, sagt Jens Stein (33) aus Germendorf, der seit sechs Jahren die Automobilberatung „Dabag“ führt und das Projekt über die Wirtschaftsjunioren Oberhavel anschob. „Wir sind alle sehr begeistert, was uns hier gezeigt und präsentiert wird.“

Als Allererster musste Erik Dubs auf die Bühne. „Eigentlich stand ich als Zweiter drauf. Doch plötzlich wurde das umorganisiert“, berichtet der 19-Jährige vom Oranienburger Runge-Gymnasium. „Am Anfang war ich wie in einem Tunnel. Ich habe nicht wirklich realisiert, was ich da eigentlich mache. Um so länger ich auf der Bühne stand, umso besser wurde es. Es hat Spaß gemacht, die Löwen zu überzeugen.“

Schule der Löwen: Johann Eger hatte in seiner Präsentation die richtigen Worte gefunden. Quelle: Enrico Kugler

Erik Dubs präsentierte der Jury eine App für die Organisation von Veranstaltungen. „Pared“ – so heißt die App – hat mehrere Funktionen, ist einfach zu bedienen, soll den Alltag weniger kompliziert machen und für eine „gigantische Erleichterung“ sorgen. „Ich denke, dass ich 10 000 Euro brauche“, forderte er die Jury auf, mitzumachen. Und die war begeistert: „Ich würde gleich weltweit denken und die auf Englisch programmieren“, meinte Stefan Junge (31) aus Borgsdorf, der das Sagen bei der Print Royal GmbH in Oranienburg hat.

Der 17-jährige Marten Ilgeroth aus Borgsdorf möchte YouTube Konkurrenz machen. Der Runge-Schüler präsentierte sich mit der Idee für eine Videoplattform mit Lehrvideos für Freestyle-Sportarten. Als er elf Monate in Australien war, trainierte er Parkour. Dabei fiel ihm auf, dass gute Erklärvideos kaum verfügbar sind. So entstand die Idee, ein eigenes Filmangebot mit einem Blog und einem Forum zu kombinieren. Seine Forderung an die Löwen: Erfahrung, Kontakte und 2750 Euro. Die Geschäftsidee stieß auf große Begeisterung und fand gleich mehrere Unterstützer.

Schule der Löwen: Tolle Ideen gab es zu sehen. Quelle: Enrico Kugler

Anders die Brüder Thijs (12) und Wim (10) Hennig aus Lehnitz: Ihnen schwebt ein Lieferservice für Lebensmittel und transportable Güter vor – damit nicht jeder einzeln mit dem Auto zum Bäcker fährt, würden sie Sammelbestellungen aufnehmen. Sie sollten ihre Idee ausprobieren, reifen lassen – und im nächsten Jahr wiederkommen, so die Löwen-Empfehlung. 

Johann Eger war am Ende glücklich. „Ich habe ein richtiges Kribbeln im Bauch gehabt“, verrät er. „Es war unglaublich und total schön. Der beste Moment war, als die Löwen sagten, dass sie mich unterstützen wollen und mein Projekt toll finden.“

Von Sebastian Morgner

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