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Oberhavel Sechs Wochen rollt kein Zug zwischen Hennigsdorf und Kremmen
Lokales Oberhavel Sechs Wochen rollt kein Zug zwischen Hennigsdorf und Kremmen
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00:21 11.06.2018
Eine Regionalbahn im Bahnhof Schwante – sechs Wochen ruht der Bahnverkehr zwischen Kremmen und Hennigsdorf.
Eine Regionalbahn im Bahnhof Schwante – sechs Wochen ruht der Bahnverkehr zwischen Kremmen und Hennigsdorf. Quelle: Robert Tiesler
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Unabhängig von den technischen Problemen, die der Prignitz-Express jetzt schon hat, wird es im Sommer für Fahrgäste noch viel schwieriger. Sechs Wochen lang wird die Strecke zwischen Neuruppin und Berlin unterbrochen. Fast die gesamten Ferien über, vom 7. Juli bis 19. August, fahren zwischen Kremmen und Hennigsdorf keine Züge.

Zwischen Wittenberge und Kremmen werden in dieser Zeit weiter Bahnen pendeln, auch zwischen Hennigsdorf und Berlin-Spandau. Dazwischen richtet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Und die brauchen deutlich länger als die Züge jetzt. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hatte schon vor einigen Wochen über die Streckensperrung informiert. Damals schon war aber noch nicht klar, was das für die Fahrgäste tatsächlich bedeutet. Für viele Berufspendler wird es in dieser Zeit unmöglich sein, den Zug zu benutzen. Statt rund einer Stunde dauert die Fahrt laut Bahn dann von Neuruppin nach Spandau rund drei Stunden, teilweise auch länger – in eine Richtung.

RE 6: Beliebter Ausflugszug

Vor allem am Wochenende ist der RE 6 eine beliebte Route bei Ausflüglern aus Berlin. Viele Züge sind so voll mit Radfahrern, dass die Bahnmitarbeiter nicht garantieren können, dass alle Platz finden.

Das dürfte sich im Sommer deutlich ändern. Nicht nur, dass die Fahrt von Berlin nach Neuruppin dann mehr als ­doppelt so lange dauert – Fahrräder können in den Bussen zwischen Kremmen und Hennigsdorf gar nicht mitgenommen werden. „Die Auswirkungen werden verheerend sein“, fürchtet Peter Krause vom Tourismusverband Ruppiner Seenland, und meint damit Berufspendler wie Touristen. Immer mehr Menschen hätten gar kein Auto und seien zwingend auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen.

Besorgnis in Neuruppin

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde will sich zusammen mit dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin ans Land wenden, um prüfen zu lassen, ob es nicht doch eine Lösung für Radfahrer gibt. Immerhin gibt es Busse, die Fahrräder transportieren können. Die müssen aber auch bestellt werden – und bezahlt. Golde fürchtet allerdings auch, dass Neuruppin die Zusatzkosten zahlen soll, wenn die Stadt Plätze für Fahrräder fordert. Doch für ihn ist das eine Aufgabe, um die sich eindeutig die Bahn kümmern muss. das sich an den langen Fahrtzeiten im Sommer etwas ändern lässt, glaubt er allerdings nicht.

Grund für die Unterbrechung der Linie sind Arbeiten im Bahnhof Velten. Dort soll der mittlere Bahnsteig erneuert werden, sagt Bahnsprecherin Schwelgin. Gleichzeitig lässt die Bahn zwei Gleise neu verlegen und andere abschleifen.

Erst am Mittwoch hatte die Bahn massive Probleme mit ihren Triebwagen eingeräumt. Nun kommen die Pro­bleme durch den Bau an der Strecke hinzu. „Wir erwarten, vor allem mit Blick auf die Pendler, dass sich der Zustand beim Prignitz-Express spätestens bis zum Herbst ­entscheidend verbessern muss“, sagt Britta Avantario, die Sprecherin des Kreises Ostprignitz-Ruppin.

Von Reyk Grunow