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Oberhavel Stadt beantragt abgespeckte Tempo-30-Zonen
Lokales Oberhavel Stadt beantragt abgespeckte Tempo-30-Zonen
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10:04 22.02.2018
So sieht die abgespeckte Variante für Tempo-30-Zonen in Oranienburgs Innenstadt aus. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Oranienburg

Am Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen in der Innenstadt wird weiter festgehalten. Aber die Chancen, dass alle Wünsche der Stadtverordneten realisiert werden, haben sich arg verringert. Bei Vorgesprächen mit der Straßenverkehrsbehörde hat sich herausgestellt, dass per se nicht auf allen Straßenabschnitte Tempo 30 Km/h angeordnet werden kann. Das geben die Straßenverkehrsordnung und die rechtlichen Grundlagen gar nicht her.

Tempo 30 im Innenstadtbereich von Oranienburg ist nicht so einfach anzuordnen. Quelle: Enrico Kugler

Eine Temporeduzierung von 50 auf 30 Km/h sei nur dann vertretbar, „wenn die Verkehrssicherheit dies erfordert, Lärmschutzgründe vorliegen oder sich in der Straße eine Schule, ein Kindergarten oder ein Altenheim befindet“, so die Begründung der Kreisbehörde. Diese Richtlinien sind zum Teil auch für das Stadtplanungsamt neu. Um überhaupt Erfolgschance zu haben, wurden jetzt weniger Straßenabschnitte beantragt (siehe Infokasten).

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Die beantragten Abschnitte für Tempo 30

Die Stadt Oranienburg hat folgende Abschnitte beantragt:

Bernauer Straße zwischen Sachsenhausener Straße und Schlossbrücke sowie vom Schlossplatz bis Kreisel Kremmener Straße. Die Berliner Straße vom Schlossplatz bis Adolf-Dechert-Straße.

Die Sachsenhausener Straße von Bernauer Straße bis Rungestraße. Die Lehnitzstraße von der Bernauer Straße bis Willy-Brandt-Straße.

Die Stralsunder Straße zwischen Bernauer Straße und Bahnhofsplatz.

Die Stadtverordneten wollten ursprünglich auch die Walther-Bothe-Straße, die Straße der Einheit, das Aderluch, die Bernauer Straße noch bis zur Bahnunterführung, die Rungestraße, die Lehnitzstraße bis zur Saarlandstraße und die komplette Stralsunder Straße auf Tempo 30 setzen. Doch in diesen Bereichen werden die Lärmgrenzwerte von 70 Dezibel vermutlich nicht erreicht.

Genaue Zahlen müssen nun Lärmgutachten für alle Abschnitte ans Licht bringen. Dafür ist der Baulastträger zuständig. Die Stadt wird ihrerseits aber erst mal mit Verkehrszählungen in „Vorleistung“ gehen.

Für Lehnitz wurden vorerst keine Geschwindigkeitseinschränkungen beantragt. „Wir haben uns erst mal auf die Innenstadt konzentriert“, sagt Sven Dehler vom Stadtplanungsamt.

Auf der Bernauer Straße zwischen Bahnunterführung und Sachsenhausener Straße bestehen wenig Chancen auf Tempo 30. Quelle: Enrico Kugler

In der Mitteilungsvorlage, die im Bauausschuss am 30. Januar diskutiert wird, taucht Lehnitz gar nicht auf. In der selben Sitzung stellt allerdings der Ortsbeirat von Lehnitz einen Antrag, die Tempo-30-Zone sogar zu erweitern. Die Lehnitzer möchten nicht nur ihre Friedrich-Wolf-Straße und den Birkenwerder Weg als Tempo 30 ausweisen. Der Ortsbeirat stellt sogar noch den Antrag, zusätzlich die Magnus-Hirschfeld-Straße und den Mühlenbecker Weg mit aufzunehmen.

Von Andrea Kathert