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Oberhavel Streuobst für den Klostergarten
Lokales Oberhavel Streuobst für den Klostergarten
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02:20 15.04.2018
Nur wenige Pachtgärten bleiben auf dem Klostergelände erhalten. Quelle: ANDREAS RÖHL
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Zehdenick

Das Areal wird ab Frühjahr 2014 zu einer Streuobstwiese mit Wegen, Bänken und nur noch wenigen Pachtgärten umgewandelt, so der Plan. Auf dem sogenannten Havelhang, der bislang in 50 Gartenparzellen aufgeteilt war und heute recht verwildert ist, können später mal Besucher spazieren gehen. Im Zuge der Arbeiten ist beabsichtigt, die alte, zugewachsene Klostermauer wieder freizulegen und den früheren Friedhof, an dessen Rand vor dem großen Stadtbrand von 1803 die Klosterkirche stand, zu einem Ort der Einkehr werden zu lassen. Laut Stiftsamtfrau Gabriele Pielke wird das Projekt finanziell allein von der Flächenagentur Brandenburg getragen. Der Naturschutzdienstleister kompensiert mit seinen Investitionen die Versiegelungen an anderer Stelle im Land. Die Kosten liegen nach ersten Schätzungen bei einer Million Euro.

27 Gartenpächtern musste das Klosterstift zum Ende des Jahres kündigen. Einige gingen in Widerspruch, doch die Streitigkeiten seien jetzt ausgeräumt, sagt Gabriele Pielke. Viele Gärten waren schon zuvor nicht mehr verpachtet worden, die Flächen verwildert. Zeugnisse dessen sind die vielen Buden, Beetumfassungen und Zaunreste. Teilweise befindet sich auf dem Gelände sogar noch Asbest. "Seit Jahren bereitete uns die Fläche große Sorgen", sagt Gabriele Pielke. "Wegen der Belastung mit giftigen Abfällen und der notwendigen Neugestaltung haben wir uns an einen Gartenarchitekten gewandt." Für das Stiftskapitel war das ein Glück. Selbst hätte es die immensen Kosten nicht tragen können. Der Gartenarchitekt Christian Filter aus Altreetz half, die Ideen zu sortieren und nach ihrer Umsetzbarkeit einzuordnen. Künftig werden nur noch drei Gartenparzellen innerhalb der Klostermauern und zwei außerhalb ganz am Rand der Flächen von Pächtern weitergenutzt werden können.

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Das Klosterareal war früher von einer flachen Mauer durchzogen. Im Inneren des Geländes befand sich im Mittelalter die Garten- und Kleinfeldwirtschaft der Nonnen. Laut Gabriele Pielke gab es dort ganz sicher auch Obstbäume, allerdings eher außerhalb der Mauern, wie auch die Weinstöcke auf dem Zehdenicker Weinberg. "Eine Streuobstwiese entspricht also dem Charakter der Klosterwirtschaft und bietet die Möglichkeit, den Havelhang unaufdringlich zu gestalten", sagt die Stiftsamtfrau. "Unser Ziel ist es, einen gut gegliederten Garten mit alten Obstarten, also mit hohen Bäumen, zu schaffen, der für die Eintretenden Ruhe zum Verweilen bietet." Die Denkmalbehörde hat grünes Licht gegeben. Das bedeutet auch, dass es vom Klosterhof einen Durchbruch zum Friedhof geben darf. Dieser Zugang ist vor vielen Jahren geschlossen worden, weil der Friedhof als solches nicht mehr genutzt wurde. Auch dieses Gelände soll gestaltet werden.

Das Obst, hauptsächlich Äpfel, wird auf dem Klostergelände natürlich nicht nur wachsen, sondern später auch geerntet. Die Idee, daraus vielleicht einen Klosterschnaps zu machen, steht im Raum. Es gebe Interessenten, die das Obst für das Klosterstift verwerten wollen. Schon jetzt hat ein Imker seine Kästen dort zu stehen. Auch Bänke sollen aufgestellt werden. Hier hofft das Stiftkapitel auf Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft.

Zu der Vielzahl an Ideen gehört es, den Klosterhof zu beleben. Das wird aber eine Aufgabe sein, die erst in einem zweiten und dritten Schritt realisiert werden kann.

Von Andreas Röhl

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