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Oberhavel Stromfressern auf der Spur
Lokales Oberhavel Stromfressern auf der Spur
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12:56 31.01.2015
Janina Kieslich (14) und Niels Brandenburg (13) beim „Kommunencheck“ in Mühlenbeck.
Janina Kieslich (14) und Niels Brandenburg (13) beim „Kommunencheck“ in Mühlenbeck. Quelle: Juliane Weser
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Mühlenbeck

Die Achtklässler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck stehen in der rund 70 Quadratmeter großen Ortsbibliothek und notieren fleißig die Anzahl aller sichtbaren Lampen und Elektrogeräte. Niels Brandenburg berechnet die Grundfläche der Räumlichkeiten und Janina Kieslich misst die Raumtemperatur. Die Schüler nehmen an der „Mission Energiesparen“ der EMB Energie Mark Brandenburg teil. Dazu haben sie sich in drei Gruppen aufgeteilt. Es gibt die Strom- und Wärmegruppe und die Visionengruppe.

Wettbewerb in 3 Etappen

Der Wettbewerb, der bereits zum fünften Mal von der EMB durchgeführt wird, gliedert sich in drei Etappen. In der ersten Phase mussten die Jungen und Mädchen zu Hause eine Übersicht mit den elektrischen Geräten erarbeiten, die sich bei ihnen in der Wohnung oder im Haus befinden. Außerdem wurde der Verbrauch der Geräte schriftlich festgehalten. „Bei dieser Aufgabe haben wir über 1000 Punkte erreicht und liegen damit derzeit im guten Mittelfeld, erklärt die Physiklehrerin Ute Winzer.

Nun, in der zweiten Phase des Projektes, steht der sogenannte „Kommunencheck“ an. Dafür wurde von der Gemeinde die Bibliothek an der Hauptstraße ausgewählt. Nicht gerade das optimalste Objekt für diesen Wettbewerb – wie sich später zeigen sollte.

Bestens ausgestattet mit Energiesparlampen

Mit Zettel und Stift bewaffnet halten die Schüler die wichtigen Informationen vom Gemeindevertreter Frank Feldhahn fest: „In diesem Haus haben wir eine Zentralheizung. Der Nachteil dabei ist, dass wir nicht den Verbrauch jedes einzelnen Raumes ablesen können.“ Diese Tatsache stellt die Schüler vor ein Problem, da sie innerhalb des Projektes auch den Verbrauch der Bibliothek ausrechnen sollen. Feldhahn versicherte aber den Schülern, dass die Bibliothek per se über Energiesparlampen verfügt und damit bestens ausgestattet ist. „Ich muss allerdings zugeben, dass es hier in diesem Haus keine Nachtabsenkung gibt, da könnte die Gemeinde Energie und Kosten einsparen“, sagte Frank Feldhahn.

Die mitgebrachten Thermometer zeigen eine Raumtemperatur von 22,2 Grad an. „20 Grad reichen völlig aus“, sagt eine der Achtklässlerinnen. Die Schulleiterin Kathrin Haase stimmt dem zu. Wenn Räume gelüftet werden, dann solle man zuerst die Heizung runter drehen und nicht zu lange lüften. „Die Schüler denken durch das Projekt jetzt viel mehr darüber nach, wie man Energie sparen kann, denn sonst beschäftigen sie sich damit nie“, erklärt die Schulleiterin.

Das Projekt

Als Belohnung winken den sechs Klassen, die es ins Finale schaffen, Preise im Gesamtwert von 7000 Euro. Die Sieger erhalten 3000 Euro.
Unterstützt wird das Projekt von der BUND-Jugend des Landesverbandes Brandenburg des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. sowie dem Energie-Team der ZAB Zukunftsagentur Brandenburg.
Die Schirmherrschaft hat Bildungsminister Baaske übernommen.

Auch dass die Schüler mal „rauskommen“ und das Rathaus oder die Bibliothek kennenlernen und sich zurechtfinden müssen, findet sie ideal: „Sie müssen hier verschiedene Fähigkeiten anwenden und es macht ihnen Spaß, das ist das Wichtigste.“ Dass die Mission nicht in der Schule durchgeführt werden kann, liegt auch daran, dass die Schule mit Energiesparlampen ausgestattet ist: „Außerdem ist das Gebäude sehr gut gedämmt. Es gibt eine Fußbodenheizung und jeder Raum kann einzeln angesteuert werden.“ Kurzum: In der Mühlenbecker Schule gibt es keine „Stromfresser.“ Die Ergebnisse des „Kommunenchecks“ werden nun ausgewertet. Die sechs punktbesten Energiespar-Klassen aus den ersten beiden Etappen kämpfen am 22. April in Potsdam um den Sieg.

Von Juliane Weser

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