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Oberhavel Süßes und Salziges aus dem Kräutergarten
Lokales Oberhavel Süßes und Salziges aus dem Kräutergarten
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02:18 10.05.2018
Kaffeeklatsch und Wissenswertes über Kräuter aus dem Garten: Bei ihrem Treffen hatten die Frauen des Granseer Klatschcafés viel Freude. Quelle: Christina Koormann
Gransee

„Was sagt euch eure Zunge?“, fragt Manuela Röhken in die Runde. Im Schatten eines Apfelbaumes im Schulgarten der Stadtschule haben sich gerade 13 Frauen schokolierte Blättchen einer Wildpflanze in den Mund geschoben und lassen den Geschmack der Zartbitterschokolade verbunden mit dem Gartenkraut auf sich wirken. „Das schmeckt nach Pfefferminz, wie After Eight!“, rufen mehrere Frauen erstaunt. „Unglaublich, was für einen intensiven Geschmack das Blatt hat“, meint eine weitere.

„Schmeckt wie After Eight“: Ein kleines Gundermannblättchen umhüllt mit Schokolade. Der Pfefferminz-Geschmack passt toll zur Zartbitterschokolade. Quelle: Uwe Halling

Die mit Schokolade umhüllten Süßigkeiten sind winzige Blätter der Gundermannpflanze, die auch Gundelrebe oder Soldatenpetersilie genannt wird. „Jeder kennt Gundermann, sie wächst in jedem Garten“, sagt Manuela Röhken. „Aber keiner kommt auf die Idee, sie zu essen – meistens wird sie als Unkraut ausgerupft und weggeworfen.“

Um den Frauen zu zeigen, was man mit wilden Pflanzen alles zaubern kann, präsentierte die Wildkräuterpädagogin am Montagnachmittag beim monatlichen Klatschcafé der Bibliothek Gransee zum Gesundheitsstammtisch „Wildes: süß und salzig“. Dabei kamen kulinarische Überraschungen aus der Natur auf den Tisch, die auch als Anregungen für die eigene Küche gedacht waren. Bibliotheksleiterin und Klatschcafé-Organisatorin Irina Schulz begrüßte die Gäste und freute sich über das Interesse.

Kräutersalz aus Brennnesseln, Malven-und Rosenblütenblättern

Nach einem Einstieg mit den süßen Gundermannblättern und einem gemütlichen Kaffeeklatsch konnten die Teilnehmerinnen selbst tätig werden und ihr eigenes Kräutersalz herstellen: Mit getrockneten und gerebelten Brennnesselblättern, Meersalz, Malven- und Rosenblütenblättern entstand ein tolles Gewürz mit gesunden Zusätzen aus dem Garten.

Im Schulgarten der Stadtschule versuchen sich die Frauen des Klatschcafés Gransee mit Wildkräuterpädagogin Manuela Röhken in der Herstellung von Kräutersalz. Quelle: Uwe Halling

„Viele Leute nehmen nur das, was sie kennen“, sagte Manuela Röhken. „Da geht es über Schnittlauch und Petersilie nicht hinaus.“ Sich an anderer Stelle zu bedienen, wilde Ecken im Garten stehen zu lassen und sich auch mal an andere Pflanzen heranzutrauen, müsse heutzutage neu angelernt werden. „Es gibt über 10 000 Wildkräuter“, sagte die Pädagogin, „und viele von ihnen sind lecker und sehr gesund.“

„Kleine Pflanzen groß rausbringen“

Mit ihrem fundierten Wissen über die vielseitigen Gewächse konnte die 54-Jährige aus Kraatz den Gästen viele Tipps geben. „Es ist spannend, die kleinen Pflanzen groß rauszubringen“, sagte Manuela Röhken. Die Verkosterinnen zeigten sich von den Möglichkeiten beeindruckt. „Man lernt immer wieder etwas dazu“, sagte Ingrid Cymara aus Gransee. „Eine tolle Idee, dem Salz Blüten und Brennnesseln beizumischen – das muss ich zuhause auch mal ausprobieren.“ Marlies Schulz, ebenfalls aus Gransee, sah das ähnlich. „Ich habe zuhause auch einen Garten und finde sehr wissenswert, was ich heute kennengelernt habe.“

Nach süßen und salzigen Experimenten führte Manuela Röhken die Frauen noch durch den Garten und erklärte die wild wachsenden Pflanzen. Dass man ohne Bedenken Gänseblümchen essen kann und man mit Löwenzahnblüten Butter nicht nur gut einfärbet, sondern auch länger haltbar macht, verriet sie den Zuhörerinnen. „Die Blätter der Mahonie lassen sich ganz hervorragend in Teig backen – wenn man ein großes erwischt, ist das schon fast wie ein Schnitzel“, scherzte die Expertin.

Manuela Röhken kennt sich mit Essbarem aus dem Garten gut aus und gibt den Zuhörerinnen wertvolle Tipps. Quelle: Christina Koormann

Von Christina Koormann

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