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Oberhavel 30 Kilometer am Wasser entlang
Lokales Oberhavel 30 Kilometer am Wasser entlang
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02:38 30.04.2018
Tag 2 der MAZ-Radtour führt die Pedaleure von Pinnow nach Liebenwalde. Quelle: Helge Treichel
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Oberhavel

Ein besserer Ausgangspunkt als die Pinnower Kirche ist für die zweite Etappe der MAZ-Radtour nicht zu finden. Das knapp 160 Jahre alte Gebäude ist seit 2005 die erste Radfahrerkirche des Landes – vor Ort wird für kleinere Pannen Werkzeug bereit gehalten. Das wird beim Start der 25 Kilometer langen MAZ-Tour nach Liebenwalde allerdings nicht gebraucht.

Vielmehr erhalten die Reporter für ihren Fahrradstreifzug entlang an den Ufern von Lehnitzsee und Oder-Havel-Kanal tatkräftige Unterstützung per Pedales: Reinhard Nendza und Klaus Krüger vom Schützenverein Hennigsdorf schließen sich den MAZ-Reportern diesmal an – ausgestattet mit Proviant und zahlreichen Anekdoten.

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Insgesamt 118 Kilometer lang ist die Strecke – einmal von Süd nach Nord durch den Landkreis Oberhavel. Zwei MAZ-Reporter erkunden den Landkreis per Fahrrad und sammeln unterwegs Geschichten und Fotos von Menschen und Sehenswertem ein. Die zweite Etappe führt von Borgsdorf-Pinnow über Lehnitz, Bernöwe und Kreuzbruch nach Liebenwalde.

Von Pinnow aus führt der Weg ins benachbarte Lehnitz. Das Spargelhäuschen direkt am Ortseingang ist an diesem Tag verlassen – der Genuss des Edelgemüses damit aufgeschoben. Wenige hundert Meter weiter berichtet Regina Richter von „der schwierigen Radwegsituation“.

Die Ausschilderung mit Verkehrszeichen sei schlecht, insbesondere an den Wochenenden seien Unmengen an Radlern, oft direkt auf dem Bürgersteig oder der falschen Fahrbahnseite, unterwegs und machen den Anwohnern das Leben schwer. „Ich selbst fahre hier nicht gern mit dem Rad“, sagt sie, nachdem auch die MAZ-Reporter in die Bürgersteig-Falle getappt sind.

Grüner Teil der Etappe beginnt

Kurz hinter der Oranienburger Turm-Erlebniscity beginnt der grüne Teil der Tagesetappe. Der Leh­nitzsee bietet eine traumhafte Kulisse, die jedoch von zahlreichen Müllbergen getrübt wird. Der Abfall liegt teils tütenweise am Wegesrand. Immer wieder dabei: Einwegbecher, achtlos weggeworfen.

Sandra Kolecki und ihre vier Kollegen sind von Montag bis Freitag im Rahmen einer Arbeitsfördermaßnahme für die Sauberkeit rund um die Liegewiese zu Gange und bestätigen den Eindruck: „Je näher der Sommer rückt, desto mehr Abfall lassen die Leute liegen.“ Dabei bieten doch zahlreiche Abfallkörbe ausreichend Platz für Picknickreste und Co. „Letztens haben wir einen 70 Zentimeter langen Hecht im Müll gefunden. Manch Angler entsorgt seine Fische sogar direkt im Wald, letztens lagen dort etliche Bleie.“

Hat ihre Müllsammeltour schon hinter sich. Sandra Kolecki (37). „Ich mache den Dreck der Leute weg. Erschreckend, was ich finde. Manchmal gibt’s auch ein Danke“, sagt die Oranienburgerin. Quelle: Helge Treichel

Der gut ausgebaute Fahrradweg kreuzt die Bernauer Straße und führt vorbei an der Lehnitzschleuse. Dort ist der Betrieb an diesem Vormittag überschaubar. „Der Schlepper kommt direkt aus Brandenburg“, weiß Klaus Krüger fachmännisch mit einem Blick auf den Kahn zu berichten. „Das sieht man an der Ladung: Drahtstahl dieser Dicke wird nur in Brandenburg und nicht in Hennigsdorf produziert“, so der 68-Jährige, der selbst lange im Hennigsdorfer Stahlwerk tätig war.

Über die Grabowseebrücke und an der einstigen Lungenheilstätte vorbei geht es dann auf die zehn Kilometer lange, herrliche Fahrradstraße durch den Wald – durch Bernöwe bis hin zur Berliner Chaussee. Liebenwalde schon in Sichtweite lädt das dortige Feuerwehrmuseum mit zahlreichen Fahrzeugen noch aus DDR-Zeiten – hochglanzpoliert und scheinbar jederzeit bereit zum Ausrücken – zu einem kurzen Abstecher ein, ehe die Marina als Etappenziel für diesen Tag erreicht ist.

Immer am Havel-Oder-Kanal entlang ging die zweite Etappe. Quelle: Helge Treichel

Die MAZ-Radtour durch Oberhavel

– 118 Kilometer lang ist die Strecke – einmal von Norden nach Süden durch Oberhavel.

Zwei MAZ-Reporter erkunden vom 23. bis 27. April den Landkreis per Fahrrad und sammeln unterwegs Geschichten und Fotos von Menschen und Sehenswertem aus Oberhavel ein.

Die dritte Etappe führt am Mittwoch (24. April) von Liebenwalde über Krewelin nach Zehdenick – vorbei am Voßkanal, Schneller Havel und Döllnfließ.

– Tourimpressionen und Fotogalerien mit vielen Bildern gibt es auf der MAZ-Oberhavel-Seite sowie in der Facebookgruppe „MAZ-Radtour durch Oberhavel“. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht.

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