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Oberhavel Tote und Verletzte: Ernstfall nach Explosion geprobt
Lokales Oberhavel Tote und Verletzte: Ernstfall nach Explosion geprobt
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19:55 23.09.2018
Rettungskräfte spielten am Sonnabend ein Unglücksszenario durch. Quelle: FOTOS: Robert Roeske
Velten

Es hätte alles genau so kommen können: Eine Explosion in einer Veranstaltungshalle mitten in Velten, die die Stadt in eine Schockstarre versetzt. Eine Reihe von Toten. Viele Verletzte. Schnittwunden. Weggefetzte Gliedmaßen. Augen von Splittern getroffen. Verbrannte Körperteile. Verwirrte Menschen. Hilflose Frauen und Männer in einem dunklen Gebäude, in dem es qualmt. In dem die Rettungskräfte nicht wissen, was sie erwartet. Ein Unglück, kein Terrorakt. Einen Teil dieser Informationen erhielten die Rettungskräfte nach Auslösung des Alarms am Sonnabend um 11 Uhr, alles andere sahen sie mit eigenen Augen am Unglücksort.

Genau dieses Szenario wurde am Sonnabend auf dem Alba-Gelände in der Breiten Straße durchexerziert. Matthias Rink, als Sozialdezernent auch zuständig für den Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Oberhavel: „Ziel war es, die Zusammenarbeit der im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Einheiten, Einrichtungen und Hilfsorganisationen im Ernstfall zu erproben und die Einsatzbereitschaft der Kräfte zu überprüfen.“ Insbesondere die Schnelleinsatzeinheiten Sanität (SEE-San), Betreuung und Verpflegung sowie Teams der Notfallseelsorge haben ihr Zusammenwirken unter realitätsnahen Bedingungen trainiert. Schiedsrichter beurteilten und überwachten die Handlungen der Einsatzkräfte und werteten im Abschluss die Übung mit der Übungsleitung aus.

Das Szenario: Explosion in einer Veranstaltungshalle

Etwa zwei Stunden lang wurden die „Toten“ (Puppen) geborgen, die „Verletzten“ (Komparsen) gerettet, betreut und behandelt. Die Fäden liefen bei Veltens Stadtbrandmeister Heiko Nägel auf der einen Seite und Vize-Landrat Egmont Hamelow auf der anderen Seite zusammen. Auch Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner wurde eingebunden. Landrat Ludger Weskamp war nicht aktiv. „Das war Teil der Übung, dass ich nicht da bin“, so der Verwaltungschef, der die Übung von außerhalb beobachtete. Auch der Innenminister (nicht der echte) machte sich ein Bild von den Rettungsmaßnahmen, ein ehrgeiziges, unechtes Fernsehteam tauchte auf, führte Interviews. „Den Umgang mit überörtlichen Medien wollten wir in dem Zusammenhang mit proben“, so der Landrat.

Dezernent Matthias Rink als Übungsleiter. Quelle: Robert Roeske

Ganze Arbeit leisteten in Vorbereitung des inszenierten Unglücks die sechs Kollegen der Johanniter aus Frankfurt (Oder), die die Komparsen geschminkt und originalgetreu hergerichtet hatten. „Wir haben die 85 Darsteller in zwei Stunden geschminkt“, sagt Lars-Peter Hiller, Leiter der Realistischen Unfalldarstellung. „Akkordarbeit. Es sollten eigentlich 22 sein, aber wir haben das hinbekommen.“ Offene Brüche, Brandwunden, Schnittwunden, verletztes Auge, Amputationen – von allem etwas dabei. Und der Chef lobte die Darsteller aus Oberhavel, die sich insbesondere aus Feuerwehren, Schulen, den Johannitern oder Auszubildenden zusammensetzten: „Das haben sie richtig gut gemacht. Da hatten wir schon ganz andere Übungen.“ Lea-Sophie Krüger war eine von den Komparsen: „Ich hatte einen geschlossenen Bruch im Bein“, sagte die Germendorfer Feuerwehrfrau. „Die Rettungskräfte haben das auch gleich so erkannt.“ Sie bekam eine große Schiene verpasst. Über die Schauspielrolle, die sie innehatten, sei am Anfang noch etwas gelächelt worden, meinte Martin Degen, ebenfalls von der Feuerwehr Germendorf. „Aber wir haben uns dann immer mehr in diese Rolle hineingesteigert.“

Imposant geschminkt. Quelle: Robert Roeske

Insbesondere die Schnelleinsatzeinheiten Sanität, Betreuung und Verpflegung sowie Teams der Notfallseelsorge haben am Sonnabend ihr Zusammenwirken unter realitätsnahen Bedingungen trainiert, erstmals in dieser intensiven Form. Mario Kröber war einer von der Schnelleinsatzeinheit. „Es war interessant, spannend, neu. Wir hatten hier mit allen möglichen Verletzungen zu tun und mussten deren Schwere einschätzen. Eine gute Übung.“

Mehr als 200 Kameradinnen und Kameraden verschiedener Einheiten des Katastrophenschutzes sowie 85 Komparsen absolvierten die Katastrophenschutzübung. Matthias Rink: „Wir waren mit dem Zusammenspiel zufrieden, jeder nahm seine Aufgaben wahr. Die ’Chaosphase’, die es bei solchen Fällen gibt, verlief in adäquaten Zeitfenstern. Respekt an die Einsatzleitung aus Velten. Sollte es hier bei uns mal einen Ernstfall geben – wir müssen keine Angst haben.“

Von Stefan Blumberg

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