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Oberhavel Ungelöste Todesfälle in Oberhavel: Ermittler geben nicht auf
Lokales Oberhavel Ungelöste Todesfälle in Oberhavel: Ermittler geben nicht auf
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00:24 01.04.2019
Quelle: Britta Pedersen/dpa
Oberhavel

Wird die Suche nach Rebecca R. aus Berlin zu einer unendlichen Geschichte? Seit dem 18. Februar wird die 15-Jährige vermisst. Die Kriminalpolizei geht von einem Tötungsdelikt aus, die Familie des Mädchens hofft hingegen, dass ihre Tochter und Schwester lebend gefunden wird. Hoffnung macht den Angehörigen der Fall der ebenfalls vermissten 15-jährigen Katharina aus Langwedel (Niedersachsen), die am Dienstag nach sechswöchiger Suche wiedergefunden werden konnte.

Im Fall der vermissten Berlinerin sucht die Polizei indes seit mehreren Wochen nach der Leiche des Mädchens. Mit einer privaten Suchaktion in Oberhavel hofften Freunde und Bekannte der Familie am vergangenen Wochenende, Rebecca R. zu finden. Die Suche wurde nach zwei Stunden jedoch ergebnislos abgebrochen. Die Polizei suchte unterdessen am gestrigen Freitag erneut südlich der Autobahn 12 Berlin-Frankfurt/Oder nach dem Mädchen.

Spezial-Abteilung kümmert sich um ungelöste Tötungsdelikte

Es scheint die Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu sein und erinnert an Kriminalfälle, die teils über Jahrzehnte hinweg ungelöst blieben. Ungeklärte Todesfälle gibt es auch in Oberhavel. Sie beschäftigten die Kriminalpolizisten nach wie vor, denn die Ermittlungen in Tötungsdelikten werden nicht geschlossen. Seit 2011 kümmert sich eine eigens für lang zurückliegende, nicht aufgeklärte Tötungsdelikte geschaffene Abteilung um diese Fälle und sucht kontinuierlich nach neuen Anhaltspunkten oder auch neuen Erkenntnissen im Zuge weiterentwickelter Ermittlungsmethoden.

Grundsätzlich sei die Aufklärungsquote in Todesfällen im Bereich der Polizeidirektion Nord, zu welcher der Landkreis Oberhavel gehört, „mit über 90 Prozent sehr hoch“, berichtet Thoralf Liebscher, Leiter der Mordkommission der Direktion. „Es gibt nur wenige Fälle, die bislang nicht aufgeklärt werden konnten.“ Zu ihnen zählen die vor mehr als 20 Jahren in Velten getötete 67-jährige Umweltschützerin Barbara Zürner, die 2006 in ihrer Modeboutique überfallene und getötete Geschäftsfrau Elke Beyer sowie die 1997 verschwundene und getötete, hochschwangere Maike Thiel aus Leegebruch. „In allen drei Fällen gibt es keine neuen Erkenntnisse“, berichtet Thoralf Liebscher, bestätigt aber auch: „Sie gelten weiterhin als offen und werden auch nicht geschlossen.“

Die Akten im Mordfall Barbara Zürner werden beim Landeskriminalamt in Eberswalde gelagert. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Ein besonderer Fall: Die verschwundene Maike Thiel

Der Fall Maike Thiel sei ein besonderer, „da bis heute die Leiche nicht gefunden werden konnte, aber dennoch zwei Täter ermittelt werden konnten. Die polizeilichen Ermittlungen haben vor dem Gericht Bestätigung gefunden, gegen die Täter wurde dementsprechend eine Haftstrafe ausgesprochen“, erklärt Thoralf Liebscher. Tatsächlich ist auch 22 Jahre nach dem Verschwinden der Leegebrucherin trotz intensiver Suche der Polizei unklar, wo sich ihre Leiche befindet. Michael S. und dessen Mutter Christine waren 2014 nach einem 14 Monate währenden Indizienprozess wegen Mordes aus Heimtücke und Habgier und Anstiftung dazu jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dass ihr damals 17-jähriger, noch in der Ausbildung steckender Sohn ein Kind mit der 17-Jährigen erwartete, ließ bei seiner aus Hennigsdorf stammenden, alleinerziehenden Mutter aufgrund damit verbundenen drohenden Unterhaltszahlungen offenbar den Plan reifen, die junge Frau zu beseitigen. „Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass Christine S. den Plan hatte und ihren Sohn Michael und ihren langjährigen Bekannten Manfred S. zu dem Mord an Maike Thiel bestimmt hatte“, erklärte der Vorsitzende Richter Gert Wegner in der Urteilsbegründung 2014. Manfred S. war aufgrund von Altersgebrechlichkeit nicht mehr rechtlich belangbar. Michael und Christine S. legten gegen das Urteil des Landgerichts Neuruppin Revision beim Bundesgerichtshof ein, der diese 2015 verwarf, so dass das Urteil 18 Jahre nach dem Verschwinden von Maike Thiel rechtskräftig war.

Michael S. (M., hier während der Urteilsverkündung) wurde rechtskräftig verurteilt. Quelle: Peter Geisler

Wenn Mitwisser zu reden beginnen

Auch in die Fälle von Barbara Zürner und Elke Beyer könnte eines Tages neue Bewegung kommen. „Sobald sich für uns neue Erkenntnisse ergeben oder wir Kenntnis von bislang unbekannten Informationen erlangen, ermitteln wir anhand der neuen Spuren auch“, bekräftigt Thoralf Liebscher. Immer wieder komme es beispielsweise vor, dass „Mitwisser nach langer Zeit ihr Wissen preisgeben, beispielsweise weil sich Wege oder Freundschaften trennen, sich daher die Mitwisser nicht mehr zum Schweigen verpflichtet fühlen oder sie sich endlich von ihrem Wissen erleichtern wollen.“ So war es auch im Fall von Maike Thiel, in dem zwei Zeuginnen nach mehreren Jahren ihr Schweigen gebrochen hatten und damit maßgeblich zur Verhaftung von Michael S. und dessen Mutter beigetragen hatten.

Elke Beyer starb 2006. Bis heute ist nicht geklärt, wer die Geschäftsfrau in ihrer Boutique überfiel und so schwer verletzte, dass sie wenig später verstarb. Quelle: Helge Treichel

Von Nadine Bieneck

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