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Oberhavel Unter einem guten Stern durch Hennigsdorf
Lokales Oberhavel Unter einem guten Stern durch Hennigsdorf
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14:06 07.01.2017
Emmanuel, Valerian, Felix, Florian, Deginet, Kilian, Laetizia und Francesco sind  die Sternsinger, die in Hennigsdorf den Segen für 2017  brachten.
Emmanuel, Valerian, Felix, Florian, Deginet, Kilian, Laetizia und Francesco sind die Sternsinger, die in Hennigsdorf den Segen für 2017 brachten. Quelle: Robert Roeske
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Hennigsdorf

Christus Mansionem Benedicat, C+m+B 2017: Dies schrieben acht Sternsinger am Freitag, dem Drei-Königstag, an das Hennigsdorfer Rathaus, an die Tür von Nieder Neuendorfs Pfarrerin Barbara Eger, an den Eingang des Caritas-Altenheims und an viele andere Haustüren in Hennigsdorf.

„Christus segne dieses Haus“ bedeuten die drei Buchstaben, denen ein Stern vorangestellt wird, der an den Stern erinnern soll, der vor über 2000 Jahren die Sterndeuter an die Krippe, in der Jesus in Bethlehem zu Weihnachten geboren wurde, geführt hat. Ob es einst Könige, Weise oder Sterndeuter und wie viele es waren, die im Matthäus-Evangelium beschrieben werden, ist nicht eindeutig geklärt. Man geht aufgrund der Gaben Weihrauch, Myrre und Gold jedoch von dreien aus, denen man die Namen Caspar, Melchior und Balthasar gab.

Der Brauch des Sternsingens, bei dem Kinder von Tür zu Tür ziehen und um Gaben bitten, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert lebte diese Tradition in Deutschland wieder auf und wurde zur größten sozialen Aktion von Kindern für Kinder in der Welt, berichtet Cordula Kloss, die seit zehn Jahren das Sternsingen in Hennigsdorf organisiert. Die Gaben, die heutzutage von den Kindern der katholischen Kirche beim Dreikönigssingen zwischen Weihnachten und dem 6. Januar gesammelt werden, kommen Entwicklungshilfeprojekten für Kinder zugute. In diesem Jahr einem Trinkwasserprojekt am Turkanasee in Kenia. „Der See ist groß, trocknet immer mehr aus. Dadurch steigt der Salzgehalt und es wird für die Menschen immer schwerer Trinkwasser zu bekommen“, berichtet Emmanuel (12) aus Berlin von den Zuständen in Kenia. „Ich möchte anderen Kindern helfen, denen es schlechter geht als mir“, erklärt er seine Motivation bei klirrender Kälte mit den Sternsingern von Haus zu Haus zu ziehen, Text vorzutragen, zu singen und den Segen für das Haus auszusprechen.

„Die Leute freuen sich, wenn wir kommen und den Segen überbringen“, begeistert sich Deginet aus Marwitz für das Sternsingen. Besonders in den Altenheimen, wo manche sogar Tränen in den Augen hätten, so der Achtjährige. „Es ist ein kleiner Beitrag. Der Aufwand ist gering, tut nicht weh, aber bringt so viel Freude, sowohl bei den Menschen, die warten, als bei den Kindern in der Welt“, erklärt Cordula Kloss. Zur Vorbereitung sah sie mit den Kindern einen Film über Kenia , backte Mandazi, kenianische Krapfen, und übte Lieder und Texte ein.

Doch es sei immer schwerer, Kinder und vor allem deren Eltern für die Sternsingaktion zu motivieren, bedauert Kloss. Auch wenn 2017 über 2500 Euro in der katholischen Gemeinde Hennigsdorf/ Velten/ Oberkrämer zusammen kamen.

Von Ulrike Gawande