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Oberhavel Ali aus Afghanistan hat’s vorgemacht
Lokales Oberhavel Ali aus Afghanistan hat’s vorgemacht
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19:47 12.06.2019
Um die Beschäftigung geflüchteter Menschen drehte sich alles am Mittwoch beim Unternehmerfrühstück im Oranienwerk. Quelle: Robert Tiesler
Germendorf

Ali war am Mittwoch nicht beim Unternehmerfrühstück im Oranienwerk dabei. Aber es ging auch um ihn. Stand doch die Beschäftigung geflüchteter Menschen im Mittelpunkt der Veranstaltung. In Zeiten des Fachkräftemangels, so hieß es, lohne es sich für Unternehmen zunehmend, geflüchtete Menschen als Mitarbeiter zu gewinnen. Und es gebe inzwischen etliche positive Beispiele, wo die Integration zugewanderter Menschen durch Arbeit und Ausbildung gelungen sei.

Unternehmerfrühstück am Mittwoch im Oranienwerk in Oranienburg zum Thema „Beschäftigung geflüchteter Menschen“. Quelle: Bert Wittke

Ali ist so ein Beispiel. Er stammt aus Afghanistan, wohnt in Berlin und arbeitet bei der Firma Grunske in Germendorf. Dort hat er sich beworben und von 2015 bis 2018 eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer gemacht. „schon den Einstiegstest bei uns hat er gut gemeistert“, erinnert sich Mario Lehmann, der „Personaler“ bei Grunske ist. In den zwei Stunden waren unter anderem Deutschkenntnisse, technisches Verständnis und Straßenverkehrskenntnisse gefragt. Anschließend wurde der 25-Jährige zu einem Vorstellungsgespräche eingeladen. Er habe schon immer Kraftfahrer werden wollen, habe Ali da in einem ausreichenden Deutsch glaubhaft darlegen können. Mehrere Generationen seiner Familie hätten diesen Beruf bereits ausgeübt. Zweifel einiger Leute, sein Lebenswandel könne womöglichen nicht zum Arbeitsplatz passen, zerstreute Ali, in dem er erklärte, er bete abends und werde tagsüber arbeiten. So kam ein Ausbildungsvertrag zustande, der erste, den die Firma seinerzeit mit einem Flüchtling abschloss.

Führerscheinprüfungen in Rekordzeit erledigt

Auch die Anforderungen der Berufsschule meisterte der gebürtige Afghane. „Das ist die eigentliche Schwierigkeit“, sagt Mario Lehmann. Dort sei man gezwungen, dem Geschehen in deutscher Sprache zu folgen und auch Fachbegriffe zu verstehen.

Mario Lehmann (Abfallberater, Personal/Ausbilder) bei der Firma Grunske in Germendorf berichtet über ein gutes Beispiel geglückter Integration durch eine Ausbildung und einen anschließenden Arbeitsplatz. Quelle: Bert Wittke

„Ali“, so Mario Lehmann, „hat sich durchgebissen.“ Und wie er das getan hat. Den Erwerb aller notwendigen Führerscheinprüfungen hat er laut Mario Lehmann „in Rekordzeit bewältigt“. Nach einem Dreivierteljahr habe er alle Berechtigungen – Pkw sowie Lkw klein und groß – zusammen gehabt. Das habe bislang trotz des Vorteils der entsprechenden Muttersprache nicht mal ein deutscher Azubi geschafft. Ja, Ali habe sich wirklich sehr gut in der Firma eingelebt. Und mit welch stolzem Gesicht er hinter dem Lenkrad gesessen habe.

Das Beispiel hat Mut gemacht

Voriges Jahr so Mario Lehmann, habe Ali ausgelernt und sei natürlich von der Firma übernommen worden. „Er macht einen guten Job.“ Dieses Beispiel, so Grunskes Personalverantwortlicher, habe Mut gemacht. Denn es gebe natürlich auch Flüchtlinge, die nach ein, zwei Monaten Berufsschule wieder verschwunden sind. Damit müsse man leben. Schließlich würden überall Fachkräfte gesucht, die natürlich erstmal ausgebildet werden müssten. Dies und der demografische Wandel in Deutschland, mache es notwendig, Arbeitskräfte aus anderen Ländern für die deutsche Wirtschaft zu gewinnen. Was dabei zu beachten ist und wo es dabei Unterstützung gibt – auch darüber wurde gestern während des Unternehmerfrühstücks im Oranienwerk referiert und diskutiert.

Von Bert Wittke

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