Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Velten Stammzellenspende – über 1000 Menschen wollen helfen
Lokales Oberhavel Velten Stammzellenspende – über 1000 Menschen wollen helfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:45 11.05.2019
Ein Wattestäbchen genügt, um sich typisieren zu lassen. Franziska Wischniewski aus Velten hat ein großes Helferteam mobilisiert. Quelle: Helge Treichel
Velten

1154 zusätzliche Chancen, um einen genetischen Zwilling für die an Blutkrebs erkrankte Emma (1) aus Velten zu finden. 1154 Chancen, um mit einer Stammzellenspende das Leben des kleinen Mädchens zu retten.

Genau so viele Menschen ließen sich am Sonnabend zwischen 11 und 16 Uhr bei der DKMS registrieren und somit in die Liste der Stammzellenspender aufnehmen. Dazu wurde mit einem einfachen Wattestäbchen ein Abstrich von der Mundschleimhaut gemacht. Freunde der Familie hatten die groß angelegte Registrierungsaktion mit einem bunten Rahmenprogramm organisiert. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, konnte sich als potenzieller Spender melden.

Bürgermeisterin Ines Hübner übernahm die Schirmherrschaft über die Veranstaltung. Quelle: Helge Treichel

Den Anstoß hatte Franziska Wischniewski gegeben. Theodor, der dreijährige Sohn der 28-Jährigen, und Emmas Bruder Emil gehen zusammen in den Kindergarten. „Das ist eine ganz tolle Familie. Da musst du eben irgendwie helfen“, begründet die junge Mutter ihren ehrenamtlichen Einsatz. Ein Anruf bei der gemeinnützigen DKMS GmbH zwei Wochen vor Ostern hatte genügt. „Eine halbe Stunde später kam der Rückruf“, sagt Franziska Wischniewski. Und dann sei alles recht schnell gegangen: Weitere Freunde machten mit. Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) übernahm die Schirmherrschaft und stellte kostenfrei die Ofen-Stadt-Halle zur Verfügung. Am Ende wirkten vollkommen unentgeltlich rund 100 Helfer mit, sagt DKMS-Mitarbeiterin Antonia Lukas. An 50 Plätzen konnten so gleichzeitig die DNA-Proben genommen und die erforderlichen Formulare ausgefüllt werden.

Familie Adameit aus Glienicke/Nordbahn bei der Registrierung. Betreut wurden sie unter anderen von Cindy Klix aus Velten (r.). Quelle: Helge Treichel

An einem der Tische saßen Ute und Stephan Adameit aus Glienicke. Sie waren extra mit ihren beiden Kindern (3 Jahre und zehn Monate) gekommen, um sich registrieren zu lassen. „Wir hatten das schon lange mal vor“, sagt Papa Stephan (34). „Hier wird kein Blut abgenommen, das tut keinem weh“, sagt Mama Ute Adameit (33) und ergänzt mit Blick auf die heimtückische Krankheit: „Das könnte auch unseren Kindern passieren.“ Ihr kleiner Janne war mit Emma in einer gemeinsamen Krabbelgruppe.

Das MAZ-Team war mit von der Partie. Quelle: Robert Roeske

Bewegt von der großen Resonanz und Hilfsbereitschaft zeigte sich Emmas Papa Björn Druckrey. „Ich bin beeindruckt, wie viele Leute in so einer kleinen Stadt zusammen kommen – und dass sie so zusammenhalten“, so der 32-Jährige.

Nach zwei Stunden hatten sich bereits 520 potenzielle Spender registrieren lassen. Auch die Spendenbox war schon gut gefüllt. Quelle: Helge Treichel

Zum Rahmenprogramm gehörten Kinderschminken, eine Tombola mit gespendeten Sachpreisen, eine Kunstauktion, eine Fotostation, eine Hüpfburg der „Beatfabrik“ sowie das Torwandschießen der MAZ. Eine besondere Überraschung hielten auf Initiative von Wilfried Wegner einige Bikerfreunde aus Hennigsdorf bereit: Sie waren mit drei Trikes, vier Quads und einem Motorrad gekommen, um Gäste durch Velten zu chauffieren. Sämtliche Erlöse kommen der DKMS zugute.

Zusätzlich zu den Registrierungen konnte Geld gespendet werden, da jeder einzelne Gentest 35 Euro kostet. Die Stadtwerke Velten steuerten allein 555 Euro bei. Die Gesamtspendensumme liege bei 18.292,98 Euro, teilte Hauptorganisatorin Franziska Wischniewski nach dem Auszählen gegen 17.30 Uhr mit. „So viel hatten wir nicht erwartet“, sagt sie überwältigt und dankbar zugleich. Ihre Motivation: „Ich wollte die organisatorischen Sachen übernehmen, damit für Emma schnell ein passender Spender gefunden wird. Die Eltern haben jetzt ja andere Sorgen.“

Björn Druckrey durfte mit seinem Sohn Emil (3) auf einem der Trikes Platz nehmen. Organisiert wurden die Spritztouren von Wilfried Wegner aus Hennigsdorf (r.). Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

Eine Frau auf der Raststätte Stolper Heide beraubt, Pkw kollidieren in Velten – Kinder verletzt und ein versuchter Einbruch in Hohen Neuendorf – diese und weitere Meldungen lesen Sie im Polizeiüberblick vom 10. Mai 2019.

10.05.2019

Der Seniorenbeirat der Stadt Velten wurde am Donnerstag Vormittag neu gewählt. Der neue alte Vorsitzende Wolfgang Elbing kündigt noch mehr Aktivität an. Bürgermeisterin Ines Hübner kam zum Gratulieren.

10.05.2019

Vom 20. Mai bis 29. Mai ist die Kreuzung Viktoriastraße/ Wilhelmstraße in Velten teilweise gesperrt. Grund sind Arbeiten an der Trinkwasserleitung. Zufahrt aus Westrandsiedlung bleibt möglich.

10.05.2019