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Velten 3 Abschlüsse in 5 Jahren nach dem Abitur 2017
Lokales Oberhavel Velten 3 Abschlüsse in 5 Jahren nach dem Abitur 2017
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00:20 23.06.2018
Emelie Plentz aus Schwante
Emelie Plentz aus Schwante Quelle: Madlen Hänsch
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Schwante

Für die nächsten fünf Jahr hat sich Emelie Plentz aus Schwante einiges vorgenommen: Sie strebt gleich drei Abschlüsse in dieser Zeit an: Eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin, die Meisterprüfung als Verkaufsleiterin und einen Bachelor im Handwerksmanagement – zusammen ergibt dies ein triales Studium, das seit 2010 in Schwerin (auch Köln und Hannover) angeboten wird und quasi ein BWL-Studium konkret für den Mittelstand ist. Für die 19-Jährige, die 2017 am Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasium ihr Abitur bestanden hat, der ideale Weg, um ins väterliche Unternehmen einsteigen zu können.

Entscheidung für den Familienbetrieb

Denn dort wo sie schon als 16-Jährige hinter der Ladentheke gejobbt hat, wird sie in den nächsten zwei Jahren auch ihre Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin absolvieren. „Nach der zehnten Klasse war ich ein Jahr in den USA, da habe ich meine Pläne geprüft. Aber nach meiner Rückkehr war ich geerdet und habe mich in der 12. Klasse entschieden. Das Verkaufen wurde mir schon mit der Muttermilch mitgegeben und das Unternehmen ist mir ein großes Anliegen, schließlich hängen viele Familien daran.“ In fünf bis zehn Jahren will Emelie zusammen mit ihren beiden Schwägern, die ebenfalls am Bollhagen-Gymnasium ihr Abitur gemacht haben, in die Geschäftsführung der „Bäckerei und Konditorei Plentz“ einsteigen.

Viele Praktika in anderen Unternehmen

Zwar habe sie überlegt, die Ausbildung in einer anderen Bäckerei zu machen, aber ihre Eltern hätten sich quasi bei ihr beworben, lacht Emelie Plentz. „Sie wollen in mich investieren und haben mir von Beginn an Verantwortung übertragen.“ So ist die 19-Jährige in dem Familienunternehmen mit 140 Mitarbeitern für das Thema Kaffee inklusive Marketing zuständig. Gleichzeitig bekommt sie aber auch die Chance, bei Praktika viele andere Unternehmen kennenzulernen. Sie war in Lübeck, bei einem Stollenbäcker in Dresden, beim Bäckerpräsidenten und einem Großfilialisten in Dortmund und möchte noch nach Belgien und zu einem Chocolatier in die Schweiz.

In der Lehrbackstube das Backen gelernt

Neben diesem „über den Tellerrand gucken“ und der Teamarbeit in der Filiale, sei es auch eine tolle Erfahrung, in der überbetrieblichen Lehrbackstube selbst backen zu lernen, verrät die Bäckerstochter. Denn zuhause sei nie die Gelegenheit gewesen, selbst einmal einen Hefeteig zuzubereiten oder einen Kuchen zu backen. „Es war ja immer etwas da“, schmunzelt die 19-Jährige, die später gerne in den Bereich der Filialbetreuung gehen würde, „um eigene Vorstellungen zu verwirklichen“.

In der Schule gab es fundierte Grundlagen

Ansonsten fühlt sie sich in der Berufsschule in Brandenburg an der Havel bisher meist unterfordert. Das sei gut und schlecht zugleich, so Plentz. Hier könne das Ministerium mehr machen und die Ausbildungsstandards verändern, um mehr Schüler für die Handwerksberufe zu begeistern, ist sie überzeugt. Vom Gymnasium in Velten fühlt sie sich auf die Ausbildung gut vorbereitet, verrät die Schwantenerin. „Das Bollhagen-Gymnasium hat mir viel mitgegeben.“ Sowohl im Fach Mathematik, als auch Kenntnisse fürs Präsentieren und Formulieren. „Die Grundlagen sind sehr fundiert.“

Von Ulrike Gawande